Elcomsoft Prozess Timeline
prä 2001 Dimitry Skylarov schreibt den "Advanced Ebook Processor" im Rahmen seiner Doktorarbeit, um die Lücken beim Kopierschutz von PDF-Dateien zu demonstrieren. ElmcomSoft hatte das Programm dann auf der Website der Firma Elcomsoft zum Verkauf angeboten
15.07.01 Dimitry Skylarov redet auf der Konferenz  "Def Con 9" über die Sicherheitslücken bei der Verschlüsselung von Adobes eBooks.
Im Anschluss an den Vortrag wurde Sklyarov von FBI-Beamten verhaftet. Nach einer Woche in Untersuchungshaft wurde Sklyarov am 6. August gegen Kaution auf Bewährung entlassen
30.08.01 Die Elecronic Frontier Foundation erreicht zwar, dass Adobe die Klage zurückzieht, ein US-Gericht in San Jose, Kalifornien erhebt Anklage gegen den russischen eBook-Hacker Dmitry Sklyarov und seinen Arbeitgeber  Elcomsoft.
Vorgeworfen wird ihm und seinem Arbeitgeber Elcomsoft die Verbreitung und die "Verschwörung zur Verbreitung" des  Advanced eBook Processors, einem Programm zum Kopieren von eBooks. Theoretisch kann Sklyarov für jeden der fünf Anklagepunkte zur Höchststrafe von fünf Jahren Gefängnis verurteilt werden, außerdem warten bis zu 2 500 000 Dollar Strafe auf ihn. Seinem Arbeitgeber drohen als juristischer Person nach US-Recht bis zu 2 500 000 Dollar Höchststrafe.
1. Die Anklage behauptet, Elcomsoft habe sich an dem Verkauf eines Einbrecher-Werkzeugs bereichert.
2. Die Verteidigung erklärt dazu vor Gericht, das Programm sei lediglich dazu gedacht
gewesen, Besitzern von Ebooks mehr Flexibilität zu bieten. eBook-BesitzerInnen konnten
beispielsweise keine Sicherheitskopien von legal erworbenen eBooks machen. Außerdem habe
man in den USA insgesamt nur fünf Exemplare des Programms verkauft.
17.12.02

Der Prozess gegen Elcomsoft endet mit Freispruch. Die Jury erklärte, sie habe
in Elcomsofts Handlungen keinen vorsätzlicher Verstoß gegen den Digital Millennium Coypright Act (DMCA) erkennen können. Die Auswirkungen der Entscheidung auf andere DMCA-Verfahren sind umstritten.
Da die Jury das Gesetz nicht grundsätzlich in Frage stellte, aber immerhin können nun Copyright-Halter Hersteller von Programmen nicht so einfach ins Gefängnis werfen, nur weil sie ihre Programme nicht mögen.

Da es sich um ein Strafverfahren handelte, gibt es für die Staatsanwaltschaft keinerlei Revisionsmöglichkeiten.

Skeptiker befürchten eine ganze Reihe von ähnlichen Prozessen gegen Programmierer und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland. So manch einer hat daraus bereits öffentlichkeitswirksam die Konsequenzen gezogen.


So  erklärte der Crypto-Experte Niels Ferguson,, dass er derzeit keine Möglichkeit sehe, seine Forschungsergebnisse zum High-bandwidth Digital Content Protection-System (HDCP) zu publizieren. Dieses Verfahren zur Verschlüsselung von Video-Signalen ist nach den Worten Fergusons "fatal fehlerhaft". Er habe nur die Dokumentation des Systems durchlesen müssen, und schon habe er es knacken können. Normalerweise würde er seine Ergebnisse jetzt veröffentlichen, damit das System verbessert werden könne. Doch wegen des Sklyarov-falls steht für Ferguson fest:

"Ich habe ein Paper über HDCP geschrieben, aber ich kann es nicht publizieren."

http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/9427/1.html
http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/11340/1.html
http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/13725/1.html
http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/13725/1.html