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Woher Spammer ihre Adressen haben

Immer wieder taucht die Frage auf, wie denn Spammer zu ihren Adressen kommen. Da Spammer die Herkunft ihrer Adressen nur in den seltensten Fällen preisgeben, kann man in der Regel nur Vermutungen aufstellen, die auf Beobachtungen von Systemadministratoren oder von Spamopfern beruhen. Taucht zum Beispiel eine spezielle Mailadresse, die man nur einer Firma angegeben hat, plötzlich in diversen Spams auf, kann man davon ausgehen, dass diese Firma die Adressen weiterverkauft hat.

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Adresshandel

Es gibt Firmen, die Adressen, an die sie irgendwie gelangt sind (Newsletterabonnenten, Wettbewerbe, Betreiber von Maildiensten) an Dritte weiterverkaufen. Um solchen Firmen auf die Schliche zu kommen, könnte man jeder Firma, mit der man verkehrt, eine eigene E-Mailadresse angeben, so dass man den Handel mit E-Mailadressen verfolgen könnte. Nach meiner Erfahrung wird Adressenhandel von seriösen Firmen nicht praktiziert.

Andererseits ist es bei vielen Gratismaildiensten üblich, dass der Anbieter selbst Werbung verschickt, oder dies von Dritten tun lässt. Enstprechende Bestimmungen befinden sich z.B. in den allgemeinen Geschäftsbedingungen von Hotmail oder Yahoo.

Das grösste Segment im Adresshandel dürften die Spammer selbst ausmachen, die ihre bisherigen Adressen an andere verkaufen oder mit anderen Spammern tauschen. So habe ich schon festgestellt, dass eine Adresse, die ich in einem Schweizer Spamtool gefunden habe, ein halbes Jahr später auch von russischen Spammern gebraucht wurde. Man kann nur erahnen, durch wieviele Hände die Adressen dazwischen wohl schon geganen sind.

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Scanning

Weit verbreitet ist das automatisierte Suchen nach E-Mailadressen mit speziell dafür geschriebenen Programmen, auch Harvesting genannt. Solche Programme werden meist für ca. 50$ von dubiosen Firmen angeboten und bieten diverse Funktionen, mit denen man die den Sammelvorgang optimieren kann. Verbreitet ist das Scannen von sogenannten Newsgroups, aber auch das Scannen von Webseiten ist nicht selten, obschon nach Ansicht des eidgenössischen Datenschutzbeauftragten solche Praktiken widerrechtlich sind.

Besonders ärgerlich an dieser Sammelmethode ist, dass man ihr kaum ausweichen kann. Der Grund, wieso man eine Adresse im Usenet oder auf einer Webseite angibt, ist ja, dass andere Internetbenutzer per E-Mail Kontakt aufnehmen können. Gibt man seine Adresse nicht oder nur verfälscht an, wird die Kontaktaufnahme für andere schwierig oder gar unmöglich. Vielfach werden auf diese Weise gesammelte Adressen von den Spammern dann auch an Dritte verkauft, z.B. über Auktionsplattformen wie Ebay.

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Brute Force

Mit sinkenden Versandkosten wird es für die Spammer vermehrt attraktiv, durch systematisches Durchprobieren von gängigen Kombinationen (z.B. üblichen Accountnamen wie info@..., webmaster@... oder verbreiteten Vornamen) an gültige Adressen zu kommen.

Besonders lästig an dieser Methode ist, dass man selbst dann Spam erhalten kann, obschon man eine Adresse nirgends veröffentlicht hat. Abhilfe schafft bestenfalls die Verwendung von kryptischen E-Mailadressen, die den Charakter eines Passworts haben, was aber dazu führt, dass andere sich kaum je die E-Mailadresse merken werden können.

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SMTP-Harvesting

Eine Methode, die es erst gibt, seit ADSL- und Kabelanschlüsse für wenig Geld zu haben sind ist das sogenannte SMTP-Harvesting. Dabei werden SMTP-Server, die für den Versand und den Empfang von E-Mails zuständig sind, gezielt nach möglichen Buchstabenkombinationen abgefragt. Gemäss SMTP-Standard meldet ein empfangender Server dem Sender, wenn er ein Mail nicht ausliefern kann, weil die Adresse nicht existiert. Spammer können nun je nach Antwort des Servers darauf schliessen, ob eine angegebene E-Mailadresse existiert oder nicht.

Bei einigen grossen Schweizer Spammern wurde zum Beispiel beobachtet, dass sie Buchstabenkombinationen von bereits existierenden Adressen ausprobieren. Existiert zum Beispiel die Adresse xy@provider1, so probieren Spammer aus, ob auch xy@provider2 existiert. Diesen Angriffen sind vor allem die grossen Provider (wie Bluewin, Sunrise und Tiscali) ausgesetzt, denn dort ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Adresse existiert am grössten.

Abhilfe gegen solche Praktiken schafft praktisch nur noch die Verwendung von E-Mailadressen, die in dieser Form nicht existieren. Mailadressen mit gängigen Vornamen müssen dagegen in Zukunft leider gemieden werden.

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5.7 Kommentar

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198

Von: K. Wendzioch Datum: Thu Apr 24 19:14:19 2003

Das Hauptproblem beim Adresshandel ist meiner Meinung nach ganz einfach der, das es weder für den neuen markt (Emailadressen) noch für den alten Markt (Postanschriften) wirklich geeignete Gesetze gibt die dies unter Strafe stellen oder aber die Strafen sind schlichtweg lächerlich. Wie dies nun direkt in der Schweiz aussieht vermag ich nicht zu sagen. In meiner Heimat (Deutschland) gibt es jedenfalls nur das Bundesdatenschutzgesetz und dies ist einfach nur eine grosse Lachnummer. Faktisch ist es schließlich so: Wenn ich Adressen kaufe dann kann ich dies nur tun um unerwünscht, zumindest jedoch unaufgefordert mit Werbung zu bedenken. Daher gehört sowohl das unaufgeforderte Werben als auch der Verkauf von Adressen zu diesem Zweck (und es gibt nur diesen einen) unter hohe Strafen am besten auschliesslich Freiheitsstrafen ab 5 Jahre zu stellen. Das ist ein extrem hohes und man könnte meinen ein absolut übersteigertes Strafmass. Dem ist jedoch nicht so denn insbesondere im Falle von Spam geht es um die Belästigung anderer Menschen undzwar um die bis zu Millionenfache Belästigung. Würde jeder der gespamt wurde eine Strafanzeige stellen können und diese auch verwirklichen wäre die Justiz damit hoffnungslos überfordert. Daher ist eine hochrechnung und der Ansatz eines entsprechend hohen Strafmaßes an und für sich (zumindest meiner Meinung nach) absolut legitim. Es ist also hier ein Auftrag an die Politik der einzelnen Staaten aber auch der EU als grösstes Europäisches Bündnis hier gesetzliche Regelungen zu finden. Dies gilt nicht nur für Spam sondern auch für die Rechtslage im Internet allgemein in der es eben mehr Lücken als Regelungen gibt.

207

Von: Uwe Sauerland Datum: Wed Jul 9 10:09:23 2003

Das Problem mit dem Website-Scanning läßt sich etwas einschränken, indem die eMail-Adresse nicht in lesbarer Schreibweise angegeben wird, sondern kodiert. Die meisten Harvester suchen nach "mailto:" und "@". Aber diese Angabe läßt sich auch ganz einfach kodieren, indem jedes Zeichen durch seinen Zeichensatzcode ersetzt wird. Somit wird aus "@" dann "@". Diese Informationen und ein bequemes Formular zur Kodierung finden sich auf folgender WebSeite: http://www.lerneniminternet.de/htm/tip_spam-email.html Grüßle aus dem Schwarzwald Uwe

208

Von: Rolf Schaumburg Datum: Wed Jul 9 13:38:33 2003

Was halten Sie vom einbinden von E-Mail Adressen in Form von Grafiken auf Webseiten? Auf eine direkte Kontaktaufname per E-Mail durch Anklicken eines Links müsste natürlich verzichtet werden.

210

Von: Arndt Datum: Fri Jul 18 11:30:45 2003

Hallo ! Ich verwende Javascript, um Email-Adressen zu verschleiern: var prefix = 'hans.mustermann'; var domain='doamin.de'; document.write(''); document.write('Email schreiben');

211

Von: Michael Paschko Datum: Mon Jul 21 22:10:16 2003

Ich bekam bis vor wenigen Wochen mindestens 15 Spams pro Tag insbesondere über zwei Adressen. Nachdem ich diese Adressen nicht mehr abrufe und auf meinen Websites Emailadressen nur noch als Grafik veröffentliche, habe ich keine einzelne Spam mehr erhalten. Ein Problem gab es da allerdings zu lösen: Wie können Menschen, die mir an die alten Adressen schreiben von einer neuen gültigen Adresse erfahren, nicht aber die Spammer? Für die Lösung dieses Problems bin ich von zwei Eigenarten der Spamer ausgegangen: 1. Die Antwortadresse ist so gut wie nie eine wirklich existierende. 2. Spammer schicken ihre Mails automatisiert und werden selbst dann, wenn Ihnen ein Mail von mir bekannt werden sollte, diese nicht persönlich lesen. Daraus ergab sich die Lösung des Problems: Jeder, der an eine der alten, nicht mehr abgerufenen Adressen schreibt, erhält eine automatische Antwort folgenden Inhalts: "Sie haben eine Mail an xyz@abx geschrieben, da diese Mail-Adresse mit Spam übschüttet wird, rufe ich sie nicht mehr ab. Wenn Sie mich erreichen wollen schicken sie mir bitte eine Nachricht an die Mail-Adresses, die Sie der folgenden Grafik entnehmen können: http://www.beispieldomain.de/mailgrafik.jpg . Diese Mail wurde automatisch erzeugt."

224

Von: 幸 的金 Datum: Wed Nov 26 16:57:16 2003

肮 的Weilburg

237

Von: Tobias Datum: Wed Mar 31 01:11:35 2004

Na ja, es muss wohl doch noch ein bischen Gerechtigkeit auf der Welt geben!! AOL hat es geschaft einem der Spams verschickt hat seinen 240ps Porsche gerichtlich beschlagnahmen zu lassen, mit der Begründung das auch ein großteil der Mails die er verschickt hatte an AOL-Kunden ging und damit der Wagen bezahlt wurde! Jetzt wird dieser Porsche im Net verlost!! http://www.ebund.ch/artikel_11557.html

245

Von: harry Datum: Thu Aug 26 01:58:42 2004

Wurde ja auch mal Zeit dass einer da einen Riegel vorschiebt - AOL ist hoffendlich nur der anfang!!!

250

Von: SureWeb Datum: Sun Oct 3 18:13:26 2004

Selbsthilft ist momentan die beste Hilfe. Nur wer sich selbst gegen Spam wehrt, kann etwas erreichen. PS: Ein guter Spamfilter ist auch schon Gold wert.

252

Von: Johannes R. Datum: Tue Oct 19 15:28:59 2004

Ein guter Spamfilter ist allerdings Gold wert, allerdings muss man auch immer aufpassen, das keine "guten" Mails im Spam-Ordner landen. Zu empfehlen ist meiner Meinung nach der folgende: http://keir.net/k9.html Zum Thema AOL & Spamschutz: Zwar rühmt sich AOL immer mit dem eigenen Spamschutz, leider reagiert dieser aber viel zu heftig und lässt sich imho nur unzureichend konfigurieren. So werden zum Beispiel Mails verschluckt, die ich benötige um eine Aktion (zB. Registrierung in einem Forum) im Internet zu bestätigen. So etwas ist äusserst ärgerlich.

285

Von: ItaloRaver Datum: Wed Nov 16 05:33:48 2005

also wenn man den Spamfilter von GMX richtig einstellt ist er auch recht gut, und mit dem Rest wo durch kommt richtig um gehen. Das heisst keine Bilder abrufen und keine Links anklicken, weil man damit nur bestätigt das es die Adresse gibt. Und umgehend Löschen

287

Von: bruno Datum: Fri Nov 18 17:12:05 2005

hallo arndt (210) hallo uwe sauerland (207) ja arndt, javascript funktioniert nur, wenn die besucher einer seite das auch aktiviert haben. javascript ausschalten ist z.b. ein simpler popup-blocker. da find ich deine idee mit dem zeichensatz-code, uwe, viel besser. was gemeint ist, sieht man in deinem kommentar nicht. das zeichen @ wird im html-code mit "@" (& # 64 ;) dargestellt.

288

Von: bruno Datum: Fri Nov 18 17:17:26 2005

nachtrag zu zeichensatzkodierung: das zeichen @ kann man in HTML so kodieren: & # 64 ; (ohne leerschläge). hier nochmal: @ - ja was? den unterschied findet ihr im quelltext der seite (damit ihr's schnell findet: im quelltext nach ADAKADABRA suchen). gruss

289

Von: Martin Datum: Thu Nov 24 19:26:37 2005

Seine eMail-Adresse mithilfe von Sonderzeichen-Codes oder Javascript zu "verschlüsseln" ist gegen scannig leider auch nur eine vorrübergehende Methode. Es ist für programmierer ein leichtes diese "Verschlüsselungen" rückgänig zu machen - und glaubt nicht, da ist noch kein Programmierer drauf gekommen.

418

Von: Steffi Datum: Tue Feb 28 22:39:41 2006

Man kann seine Mail Adresse auf folgender Site maskieren: http://www.atrivio.de/news/email_maskieren.html So erhält man einen Code und diesen muss man dann in den Quelltext anstatt der Mail adresse einfügen. So haben Spammer nicht die Möglichkeit, wenn diese die Seite "scannen", auf eine Mail Adresse zu stoßen

431

Von: Steffi Datum: Fri Mar 3 15:32:16 2006

Sorry, aber du hast im dritten Abschnitt von Adresshandel nen Rechtschreibfehler. Das muss am Ende heissen gegangen und nicht geganen. OK? Liebe Grüsse Steffi

684

Von: Johannes R. Datum: Fri May 19 12:04:56 2006

Es gibt auch eine andere Methode, die ich und einige Freunde mit viel Erfolg verwenden. Das Programm PSPop3Inspector (freeware) ermöglicht, um auf dem Server liegende Nachrichten in einer Vorschau anzusehen und bei Bedarf die entsprechende Spam schon auf dem Server zu löschen, sodaß keine Schädlinge Ihren Recjner überhaupt erreichen. Im Übrigen erhalten die Spammer eine Meldung, dass Ihre e-mail-Adresse nicht existiert. Ich hatte ungefähr 90 spam-mails pro Tag, das hat sich jetzt auf 3-4 reduziert. Sehr empfehlenswert. Das Programm gebrauche ich seit 3 Wochen. Grüsse, Johannes

686

Von: Johannes R. Datum: Fri May 19 12:20:06 2006

Und Steffi, deine Anregung ist sicher interessant für Betreiber einer Website. Allerdings hilft sie nicht bei zufällig generierten Mail-Adressen. Man sollte eine Kombination von Schutzmassnahmen verwenden. Grüsse, Johannes

805

Von: P. Christen Datum: Tue Jun 13 07:08:17 2006

Ich habe auch tagtäglich dutzende Spammails. Pornomails wo zum Teil sogar Teens angeboten werden. Rezeptpflichtige Medikamente werden angeboten. Was sich in letzter Zeit ganz massiv häuft, immer vom gleichen Ort verfasst, Mails die allen möglichen Schrott zu überteuerten Preisen anbieten wollen. Socken, Funkuhren, Kravatten, Pornovideos. Dies natürlich immer auf mehrer von meinen Adressen. Brav geben sie eine Emailadresse an wo man dies abbestellen könne. Natürlich kommt eine Fehlermeldung. Diese Mailadressen gibt es nicht. Die Faxnummer schon. Ich hab nun begonnen kostenpflichtig zu antworten. Ich erwarte eine Gutschrift für meine Umtriebe. Pro Mail SFr. 5.-- Ich geh nun wirklich soweit sollten diese Adressen nochmals angemailt werden landen die ganzen Unterlagen bei der Polizei. Diese Nacht hatte ich innert weniger Stunden 30 Spammails. Trotz Spamfilter! So gehen wichtige Mails unter. Ich bin der Meinung, es sollten nicht nur Firmen bestraft werden die Emailadressen verkaufen. Es sollten die gleichen Strafen auch für Firmen gelten welche solche Adressen kaufen. Gruss P. Christen (stinkesauer)

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Letzte Änderung: 16.Apr.2003
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