Abzocke per E-Mail durch Dialer

Vorbemerkung

Umfangreiche, weiterführende Information zum Thema befindet sich unter http://www.dialerschutz.de.
S. auch Heise Newsticker vom 19.3.2002 Dialer-Abzocke mit gefälschten E-Mails

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1 Inhalt

2. Was sind Dialer, wo ist das Problem?
3. Wie funktionieren Dialer?
4. Abhilfe
5. Kommentare

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2. Was sind Dialer, wo ist das Problem?

Seit einiger Zeit macht sich im Internet eine neue, besonders bedenkliche Form des Abzockertums breit: Per E-Mail werden Webseiten verschickt, die Microsoft E-Mailprogramme dazu veranlassen können, sogenannte Dialer zu installieren. Oftmals tarnen sich die Programme als "Update" oder als "Erweiterung". Diese Dialer bewirken, dass anstatt der bisherigen Internetverbindung in Zukunft eine Verbindung über eine viel teurere Nummer aufgebaut wird, in Deutschland sind beispielsweise schon Dialer aufgetaucht, die 800 Euro pro Verbindungsaufbau berechnen. Andere dubiose Dialer sind so programmiert, dass sie selbständig und ohne das Wissen der Betroffenen nach jedem Start des PCs eine Verbindung aufbauen. Die Opfer benutzen so ganz normal das Internet und merken nicht, dass ihre Verbindung nicht wie gewohnt den Tarif ihres Telefonie- Anbieters, sondern einen viel höheren Spezialtarif (meist über 0190- Nummern) kostet. Die Technologie, die dazu entwickelt wurde, per Telefon einfach und anonym Rechnungen zu bezahlen wird also auf diese Weise missbraucht.

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3. Wie funktionieren Dialer?

Schon vor einiger Zeit wurden Dialer auf vor allem Erotikseiten angeboten. Diese Dialer ermöglichten es dem Benutzer, kostenpflichtige Angeobte einfach und anonym zu besuchen. Dazu wird den Kunden ein Programm angeboten, welches eine entsprechende Telefonnummer wählt und den Zugang zum Angebot sicherstellt. Die Bezahlung erfolgt dann über die Telefonabrechung.

Findige Geschäftemacher kamen schnell auf die Idee, ihre Dialer so umzuprogrammieren, dass diese nicht nur dann eine Verbindung aufbauen, wenn der Benutzer das kostenpflichtige Angebot nutzen will, sondern die bisherige Standardverbindung ersetzten, d.h. jedes Mal, wenn der Benutzer ins Internet geht, wählt er sich über diese Nummer ein. Der Benutzer merkt erst, dass er einen um das tausendfache höheren Preis zahlen muss, wenn er die Telefonrechung erhält.

Diesen schwarzen Schafen ist es aber offenbar noch nicht genug, Personen, die sich freiwillig auf ihre Webseite begeben haben, reinzulegen. Deshalb verschicken sie ihre Webseiten per E-Mail. Beim Empfang des E-Mails mit gängiger Microsoft- Mailsoftware mit den üblichen Einstellungen, öffnen sich Fenster, die den Dialogfenstern des Betriebssystems gleichen. Das Programm gaukelt dann vor, ein "Sicherheitsupdate", eine "Erweiterung" o.ä. zu sein, um den Benutzer endgültig zu verleiten, auf "Fertigstellen" zu klicken. Gemeinsam ist den zweifelhaften Angeboten, dass die effektiv entstehenden Kosten nirgends erwähnt sind, meist sogar über die Tatsache hinweggetäuscht wird, dass überhaupt Kosten anfallen. Hier finden Sie ein Bildschirmfoto eines Beispiels (61 kB).

Dialer verwenden oft sogenannte ActiveX- Controls, um sich selbst zu installieren, bzw. um den Benutzer zu übergehen. Eine gute Zusammenstellung der gängigen Maschen, ist unter der Seite "Dialerschutz.de" zu finden.

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4. Abhilfe

Die Angriffsstelle der Dialer sind die Dialup- Konfigurationsdateien von Windows- Betriebssystemen, die sich gegen den Missbrauch leider nicht vollständig schützen lassen. Unter anderen Betriebssystemen taucht das Problem jedoch nicht auf, so ist es mit Linux z.B. üblich, dass die entsprechenden Dateien nur nach Eingabe eines weiteren Passwortes erst editierbar sind. Die gröbsten Sicherheitslöcher lassen sich dadurch stopfen, dass man zumindest ActiveX- Controls deaktiviert, so dass sich die Dialer wenigstens nicht selbständig installieren können. Auch ein Deaktivieren von JavaScript ist durchaus überlegenswert, denn so können keine Fenster mehr geöffnet werden, die den Windows- Dialogfenstern ähneln und die den Benutzer verwirren und zu ungewollten Handlungen verleiten. Wenn möglich sollte auch ein E-Mailprogramm verwendet werden, bei dem die Darstellung von HTML- Attachments deaktiviert werden kann, denn so können sich die Dialer nicht mehr per zugesandtem E-Mail installieren. Ebenfalls wird so auch die Benutzerauthentifizierung per E-Mail, wie auf dieser Seite beschrieben verhindert. Falls dies nicht möglich ist, sollte man E-Mails nur im Offline- Status lesen, da so nicht ungewollt Dialer o.ä. aus dem Internet nachgeladen werden können. Nicht nur wegen der Dialer- Seuche sollte man sich abgewöhnen, blind auf irgendwelche Tasten und Links zu klicken oder man sollte hingegen ein System verwenden, bei welchem die Konfiguration nicht beliebig geändert werden kann. Detaillierte Tipps befinden sich auf der entsprchenden Seite von Dialerschutz.de.

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5.Kommentare

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154

Von: Thomas Schittli Datum: Sat May 18 17:28:24 2002

Guten Tag! Ich finde es äusserst erschreckend, dass unsere Justiz nichts (oder sehr wenig) unternimmt, wo es doch offensichtlich ist, dass damit schlicht nur Missbrauch getrieben wird. Oder gäbe es auch nur einen PC-Benutzer, der für einen einzigen Internet-Verbindungsaufbau mehr als 5.- bezahlen würde? (Geschweige denn mehrere 100.-...). unglaublich. thomas schittli

155

Von: Marco Tedaldi Datum: Wed Jun 12 14:36:35 2002

Ich habe mal so einen dialler (der mit einem Spam-Mail beworben wurde) mit dem Text-Editor angeschaut, und die Nummern (auch fuer die Schweiz war en Telefonnummer dabei) herausgesucht. Die Nummer stand im Klartext im binary! Also hab ich mal 175 angerufen, und gefragt, wie ich vorgehen muesse, um den "Besitzer" der Nummer Ausfindeig zu machen! Die hatten da keine Ahnung! Also hab ich ein Mail an info@swisscom.ch gesendet, den Sachverhalt geschildert und um die entsprechende Auskunft gebeten. Nach 3 Tagen bekam ich dann wirklich eine Antwort, die darauf hinauslief, dass diese Nummer ueber Sunrise vergeben sei und ich dort nachfragen solle. Dass ich mir aber nicht zuviel Hoffnung machen solle, da die Nummer gut auch ins Ausland fuehren koenne! Da hab ich mach echt gefrat, was der Mist soll! Da kann mir also echt jemand ne Dienstleistung verrechnen, bekommt Geld von mir, und ich hab keine Moeglichkeit, diesen zu belangen?!?... cu Marco / kruemi ( http://marco.tedaldi.net marco at tedaldi dot zeh haa )

163

Von: Helena Datum: Wed Oct 16 14:09:15 2002

Mit Internet via ADSL oder Hispeed (TV-Kabel) können die Dialer ja einpacken. Dafür braucht man dann halt einfach eine Firewall, um unerwünschten Besuch zu vermeiden. Tja, wer surfen will, muss einfach aufpassen. Oder sich einen Mac kaufen (sorry, could not resist ;-)) Gruss, Helena helenaruppatmacdotcom

171

Von: Stefan Heinelburg Datum: Mon Nov 18 15:56:45 2002

Linux ist auch eine Variante. Sogar eine sehr preisgünstige. Nachteil: Man muss auf viele, liebgewordene M$-Eigenheiten verzichten: Himmelblaue Bildschirme, der tägliche Druck auf die Reset-Taste, Programme, die scheinbar Urlaub haben, regelmäßige akrobatische, den Affen nachempfundene Übungen auf der Tastatur und natürlich, nicht zu vergessen, das beruhigende Logo beim Ein- und Ausschalten des Computers. Na ja, nach wenigen Tagen lassen die Entzugserscheinungen nach...

188

Von: Robert Baumann Datum: Wed Mar 19 15:12:10 2003

Weitere Infos zum Thema Dialer findet Ihr auch auf beratungdotbeobachterdotzehhaa! ;-)Robert

220

Von: Ben Datum: Thu Sep 25 12:13:00 2003

Da hat doch Stefan Heinelburg Gelegenheit, eine Tirade gehen Microsoft an prominenter Stelle loszuwerden ... zum Thema Dialer. Wenn das kein Spam ist ..

263

Von: Hans Munter Datum: Mon Feb 7 10:36:54 2005

http://www.geocities.com/geldwaeschemafia/maschen/index.html

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Letzte Änderung: 27.Oct.2002
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