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Buchbesprechung von Reinhard Pamer
Buchbesprechung von Patrick Ahrer

Cover von "The 34th Rule" Star Trek: Deep Space Nine #23
The 34th Rule
Autoren: Armin Shimerman, David R. George III
ISBN: 0-671-00793-9
Sprache: Englisch
425 Seiten

IdeeInhaltAnspruchSpannungGesamt
5 Punkte 2 Punkte 4 Punkte 3 Punkte 4 Punkte

Grobe Inhaltsangabe

Quark hat gerade das Geschäft seines Lebens gemacht, als wie aus heiterem Himmel das Chaos über Bajor und Ferenginar hereinbricht.

Der Große Nagus der Ferengi hat nach wie vor den Drehkörper der Weisheit, der ihm seinerzeit [vgl. auch Deep Space Nine, Episode 62: "Das Motiv der Propheten (Prophet Motive)"] den Kontakt mit den Propheten, oder besser gesagt den Bewohnern des Wurmlochs von Bajor ermöglicht hat, und möchte ihn nun verkaufen. Da die Propheten für das bajoranische Volk eine Art Götter, und die Drehkörper von enormer religiöser Bedeutung sind, ist Bajors Regierung natürlich daran gelegen, das vor langer Zeit gestohlene Artefakt zurückzuerlangen.

Leider deckt sich dies nicht ganz mit der Religion der Ferengi: Profit. Als schließlich die Bajoraner von der Versteigerung des Drehkörpers ausgeschlossen werden, nimmt das Verhängnis seinen Anfang...

Wichtigste aus der Fernsehserie bekannte Personen: Quark, Rom, Captain Sisko, Major Kira, Erster Minister Shakaar, Kai Winn, Großer Nagus Zek

Bewertung

"The 34th Rule", das unter Mitwirkung des Darstellers von Quark - Armin Shimerman - geschrieben wurde, ist ein sehr interessantes Buch, das das Verhältnis zwischen Menschen/Bajoranern und Ferengi beleuchtet. Dass wir dabei nicht besonders gut wegkommen, macht meiner Meinung nach die Geschichte nur noch interessanter. Diese Grundidee und die Absicht, die doch sehr gegensätzlichen Weltanschauungen von Ferengi und Bajoranern gegenüberzustellen, machen die Geschichte durchaus lesenswert. Dazu kommt, dass die Hauptperson - Quark - eigentlich immer für Unterhaltung und mehr als einen Lacher gut ist, was hier durch anspruchsvolle, zum Nachdenken anregende Elemente ungewöhnlich gut ergänzt wird.

Dem großen Pluspunkt dieses Buches, der Grundidee, stehen leider einige Schwächen gegenüber. Insbesondere werden Charaktere, die wir aus "Deep Space Nine" kennen, von der Fernsehserie abweichend dargestellt, was mitunter äußerst unangenehm sein kann. Des weiteren wird unnötig früh aufgeklärt, wer hinter all den Geschehnissen steckt, was die Spannung nicht gerade steigert. Wer sich auch durch einige andere Ungereimtheiten nicht abschrecken lässt, dem kann ich dieses Buch jedoch empfehlen. Es gehört zwar nicht zu den besten, die es im Star Trek-Universum gibt, ist aber nichtsdestotrotz sein Geld wert.

Wenn du dir die Spannung erhalten möchtest, solltest du ab hier nicht mehr weiterlesen, da ich detaillierte Angaben über den Inhalt des Buchs mache.

Detaillierte Inhaltsangabe

Zu Beginn des Buches macht Quark ein noch nicht näher erklärtes jedoch sehr ertragreiches Geschäft, indem er dem Großen Nagus Zek hinterherspioniert - er verkauft den Yridianern bewaffnete Frachter, die jene später an Bajor weiterverkaufen. Erst später erfahren wir, dass er damit einen größeren Plan Zeks unterstützt.

Wie bereits geschrieben, besitzt Zek den Drehkörper der Weisheit [vgl. auch Deep Space Nine, Episode 62: "Das Motiv der Propheten (Prophet Motive)"], den die Bajoraner jedoch als ihr Eigentum betrachten, da er ihnen vor langer Zeit von den Chardassianern gestohlen wurde. Widerwillig entschließt sich die bajoranische Regierung trotzdem, an einer von Zek angesetzten Auktion teilzunehmen. Womit man jedoch nicht gerechnet hat ist, dass Bajor - offiziell wegen eines zu niedrigen Gebots - von weiteren Verhandlungen ausgeschlossen wird.

Dies ist nun leider der Zeitpunkt, an dem wir zu früh erfahren, dass Zek mehr im Sinn hat, als nur ein Auktion: "Whatever amount the Bajorans bid, he [Zek] knew it would not be enough."

Als Reaktion auf den Ausschluss beschließen Shakaar (Bajors Erster Minister und Regierungschef) und Kai Winn (Bajors religiöse Führerin), sämtlichen Ferengi den Aufenthalt im und den Durchflug durch das bajoranische System und damit durch das Wurmloch zu verbieten, falls Bajor nicht wieder in den Kreis der Bieter aufgenommen wird.

Quark, der schon vor Ablauf des Ultimatums erfährt, dass der Große Nagus nicht nachgeben wird, versucht - erfolglos - sein Möglichstes, um trotzdem auf DS9 bleiben zu können. Insbesondere Sisko lässt ihn dabei im Stich. Er begründet dies damit, dass die Föderation beschlossen hat, sich aus dem Konflikt Bajor-Ferenginar herauszuhalten. Als es ihm später nötig erscheint, hat er jedoch keine Hemmungen mehr, diese Anordnung zu ignorieren. Auch er selbst sieht später ein, dass ihm wohl einfach nicht genug an Quark gelegen ist.

Schließlich passiert, was Quark befürchtet hat - das Ultimatum läuft ab, ohne dass der Nagus nachgibt. Obwohl Quark bereits beschlossen hat, DS9 zu verlassen, bleibt er - auf Anraten von Jadzia Dax - doch, da er annimmt, es würde ihm kaum etwas passieren. Dies sollte sich jedoch als Irrtum herausstellen. Da die Sicherheit von DS9 Quark nicht verhaftet, sendet man von Bajor Sicherheitsleute, um Quark festzunehmen - was ihnen auch gelingt.

Nachdem sich Quark und sein Bruder Rom nach kurzer Verfolgung gefangennehmen lassen, erwarten sie eine Geldstrafe und eventuell kurze Haft. Unglücklicherweise fallen sie jedoch dem psychisch kranken bajoranischen Colonel Mitra in die Hände, der ohne dass man auf Bajor davon weiss, das berüchtigte Gefangenenlager der chardassianischen Besatzungszeit "Gallitep" [vgl. auch Deep Space Nine, Episode 19: "Der undurchschaubare Marritza (Duet)"] wieder in Betrieb genommen hat.

Während sich die Situation im Gefangenenlager zusehends verschärft (bis hin zur Folter und versuchten Ermordung Quarks), spitzen sich auch die Ereignisse im Konflikt um den Drehkörper zu. Da die Bajoraner allen Ferengi den Aufenthalt oder den Durchflug verboten haben, ordnet der Große Nagus Zek die Blockade Bajors an. Nun beginnt auch Sisko, sich in den Konflikt einzumischen, wenn auch nur mit Vermittlungsversuchen. Da sich die Föderation weigert, Bajor militärisch zu unterstützen, kauft der Erste Minister Shakaar für Bajor 35 (schlecht) bewaffnete Transportschiffe, mit denen die Blockade durchbrochen werden soll. Bei einem Zusammentreffen zweier dieser Transporter mit einem Ferengi-Marauder (ein modernes Kriegsschiff) scheint es, als würde die Besatzung des Marauders getötet. Dies ist jedoch nur ein Trick von Zek, den er als Vorwand verwendet, Bajor den Krieg zu erklären.

Da Sisko nun weder ein noch aus weiß, fällt ihm plötzlich (jetzt wo er ihn braucht) Quark wieder ein. Diesem ist es inzwischen gelungen, mithilfe eines bajoranischen Corporals und eines Ferengi, der ohne dass Quark es weiss, im Dienst von Zek steht, mit seinen Mitgefangenen (ausschließlich internierte Ferengi) und dem Corporal von Gallitep auszubrechen. Und auch dies ist Teil des Plans des Nagus. Schließlich kommt es auf dem Shuttle, das die Insaßen zur Flucht verwendet haben zu einem Unfall, was zur Rettung durch die Defiant und Captain Sisko führt. Ihr erratet es sicher schon: Dieser Unfall ist natürlich auch von Zek inszeniert.

Sisko, der Quarks Erzählung der Ereignisse in Gallitep kaum glauben kann, überredet diesen doch noch, mit Zek zu verhandeln, um den Krieg zu beenden. Beim Gespräch mit Quark auf Ferenginar bietet der Nagus schließlich an, gegen Übergabe der ursprünglichen Kaufsumme sowie der 35 bewaffneten Transporter und Aufhebung des Erlasses, der Ferengi von Bajor verbannt, den Drehkörper zu übergeben. Da die Bajoraner das Angebot annehmen, ist der Krieg also beendet.

Erst jetzt kommen Sisko und Quark dahinter, dass sie einem Plan von Zek augesessen sind, der damit seinen Profit maximiert hat, ohne auch nur einen einzigen Toten zu hinterlassen.

Inhaltliche Kritik

Wie gesagt, ist die Grundidee des Buches sehr interessant, aber leider gibt es erhebliche Schwächen in der Umsetzung:

Zuerst und vor allem stört die Charakterdarstellung, die teilweise doch sehr von der TV-Serie abweicht.

Weiters erscheinen mit Teile des Buchs ganz und gar unrealistisch.
© Reinhard Pamer
(reinhard.pamer@gmx.net)

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Cover-Foto: © Pocket Books/Paramount Pictures