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Star Trek #90
New Earth #2
Belle Terre
Autoren: Dean Wesley Smith mit Diane Carey
2000, Pocket Books
ISBN 0-671-04297-1
237 Seiten

Der große "Wagenzug" durch den Weltraum hat es endlich zu seinem Ziel geschafft. Die Kolonisten und ihre Begleiter sind auf Belle Terre angekommen und haben damit begonnen, die neue Kolonie aufzubauen. Für Captain Kirk bietet das die Gelegenheit, nach langer Zeit der ständigen Spannung und Aufregung endlich einmal wieder "abzuschalten" - auch wenn ihm das gar nicht so leicht fällt.

Sehr lange kann Kirk diesen Zustand aber nicht genießen. Spock macht eine Entdeckung, die wieder alles verändert: Ein Mond von Belle Terre ist mit "Quasar Olivium" gefüllt, einem Material, über das man bisher nur theoretisiert hat. "Quasar Olivium" wurde noch nie zuvor in natürlichem Zustand vorgefunden. Es entsteht innerhalb eines Quasars, überlebt aber im Normalfall nicht einmal den Prozeß, durch den es entsteht. Zuerst ist das für Kirk eine recht gute Nachricht. Eine solche natürliche Olivium-Quelle ist eine ganz besondere Entdeckung und könnte der noch so jungen Kolonie unermeßlichen Reichtum bringen. Mit Olivium sind technologische Fortschritte denkbar, von denen man bisher nicht einmal zu träumen gewagt hat. Gleichzeitig bedeutet das wertvolle Material in unmittelbarer Nähe von Belle Terre aber auch eine große Gefahr. Wenn andere Mächte, wie zum Beispiel die Klingonen, von dieser Entdeckung erfahren, werden sie alles daran setzen, an das Olivium heranzukommen.

Aber noch bevor Kirk die veränderte Situation so richtig erfaßt hat, informiert ihn Spock über eine noch viel schlimmere Erkenntnis in Zusammenhang mit dem Mond: Olivium ist ein sehr instabiles Material. Innerhalb des Mondes staut sich im Moment ein unvorstellbar großer Druck an, und das schon seit sehr langer Zeit. Eine erste Schätzung von Spock ergibt, daß der Mond demnächst explodiert und Belle Terre bei dieser gigantischen Explosion zerstört wird...

Gleich zu Beginn möchte ich loswerden, daß mir "Belle Terre" deutlich besser gefallen hat als "Wagon Train to the Stars". Dieses zweite "New Earth"-Buch ist zwar um über hundert Seiten kürzer, wirkt dafür aber weitem nicht so in die Länge gezogen, wie das bei mir beim ersten Buch der Fall war.

In "Belle Terre" wird auch den Charakteren etwas mehr Aufmerksamkeit gewidmet, was die Sache für mich gleich sehr viel interessanter werden läßt. Lilian Coates und ihr Sohn, Gouverneur Pardonnet und die Crew der Rattlesnake sind zusammen mit "New Earth" neu eingeführte Charaktere, die man hier etwas näher kennenlernt. Besonders gefreut habe ich mich darüber, daß Pardonnet hier viel besser dargestellt wird, als in "Wagon Train to the Stars". Im ersten Buch hat man ständig nur mitbekommen, wie Kirk ihn als kleinen Jungen und naiven Visionär ohne militärische Erfahrung empfunden hat. In diesem zweiten Teil des "New Earth"-Sechsteilers erlebt man ihn weniger aus Kirks Sicht, was dem Charakter sehr gut tut, da dieser dadurch viel sympathischer herüberkommt. Und auch Kirk scheint seine Einstellung dem Gouverneur gegenüber glücklicherweise noch einmal überdacht zu haben.

Sehr gut gefallen haben mir auch die Szenen mit der Crew der Rattlesnake, auch wenn dieser Handlungsfaden sehr stark vom Rest der Geschichte losgelöst verläuft. Insbesondere das vorläufige Ende dieses Handlungsfadens hat mich begeistert, da es so richtig schaurig schön geschrieben ist. Der Hintergrund: Da die Chancen, Belle Terre zu retten, äußerst gering sind und auch eine Rückkehr ins Föderationsgebiet angesichts der erschöpften Ressourcen kaum möglich sein wird, schickt Kirk die Rattlesnake - ein kleines Schiff mit nur drei Mann Besatzung - los, um nach einem Planeten zu suchen, auf dem die über 60.000 Kolonisten eine Weile lang überleben könnten. Im laufe ihrer Erkundung des Weltraums rund um Belle Terre entdeckt die Crew der Rattlesnake eine "Blackness", die offenbar durch das All zieht und allem, was ihr in den Weg kommt, sämtliche Energie entzieht. Das gilt für Raumfahrzeuge, aber auch für ganze Planeten. Ein wenig hat mich diese "Blackness" an die "Black Mass" aus "Star Trek: New Frontier" erinnert. Ich vermute hier aber eher keinen beabsichtigten Zusammenhang, da die Beschreibung der beiden Phänomene doch recht unterschiedlich ist. Ich bin mir aber sicher, daß diese "Blackness" in "New Earth" und/oder in der nachfolgenden Serie noch eine bedeutende Rolle spielen wird, da ihre Einführung in diesem Buch sonst ziemlich sinnlos gewesen wäre.

Fazit: "Belle Terre" ist deutlich mehr nach nach meinem Geschmack als "Wagon Train to the Stars". Meine Hoffnung, daß "New Earth" besser wird, wenn neben Diane Carey auch noch andere Autoren mitmischen, war offenbar gerechtfertigt. Ich bin mir jedenfalls ziemlich sicher, daß Dean Wesley Smith, dessen Bücher mir schon bisher fast immer sehr gut gefallen haben, zu einem recht großen Teil für die positiven Veränderungen gegenüber dem ersten Buch verantwortlich ist. Auf jeden Fall freue ich mich sehr auf die Fortsetzung in "Rough Trails".

© Patrick Ahrer
(patrick@afss.cjb.net)


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