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Star Trek
Starfleet Academy #3 Cadet Kirk Autorin: Diane Carey 1996, Pocket Books ISBN 0-671-00077-2 126 Seiten |
Als sich McCoy, Student an der Starfleet Medical School, an der Shuttlerampe meldet, um das Shuttle zu erreichen, das ihn zu einem Seminar bringen sollte, weigert sich der Pilot, ein Kadett des 1. Jahres namens James Kirk, ihn an Bord zu lassen, weil er keinen Befehl dazu bekommen hat. Kurze Zeit später trifft Spock ein, den McCoy ja schon von dem gemeinsamen Einsatz auf Playamar (s. "Aftershock"), doch auch ihn lehnt Kirk ab. Spock bringt allerdings Befehle, die den Kadetten darauf aufmerksam machen, daß sich seine Passagierliste geändert hat, daß er nicht, wie erhofft, Dr. Daystrom, sondern Spock und McCoy zu dem Seminar bringen sollte. Widerwillig fügt sich Kirk.
Doch während des Fluges wird das Shuttle plötzlich von einem Traktorstrahl zum Föderationsaußenposten Atlantis Station gezogen. Eine Notlandung ist unvermeidlich, will man den dafür Verantwortlichen nicht in die Hände fallen. Doch viel Zeit bleibt nicht, um zu fliehen. Spock kommt zu dem Schluß, daß die Entführer es wohl auf Daystrom abgesehen hatten, also nicht begeistert sein werden, wenn sie stattdessen "nur" 3 Kadetten in ihrer Gewalt haben. Kirk besteht, streng nach Sternenflottenregeln, daß ein Mayday-Signal ausgesandt wird, wodurch ihre Position sehr leicht zu lokalisieren ist... sowohl von Freund als auch von Feind. Schließlich beschließt Spock, vollkommen der Logik folgend, mit den Entführern zu reden, ihnen klar zu machen, daß ihnen 3 Kadetten nichts nützen. Er denkt, dies wird sie wohl von ihrem Vorhaben abhalten, doch er wird gefangen genommen.
Kirk und McCoy planen eine Rettung ihres Kameraden ganz nach Sternenflottenregeln, doch sie tappen in eine Falle. Nun sind alle 3 gefangen, und die Entführer können weiter ihrer krummen Geschäfte nachgehen. Kirk zweifelt an sich selbst, weil er, obwohl er streng nach Vorschrift gehandelt hat, trotzdem keinen Erfolg hatte - bis McCoy ihm klar macht, daß diese Regeln nur die Grundlage seines Handelns ganz besonders in Krisensituationen sein kann und er sich mehr auf seine Instinkte verlassen sollte...
"Cadet Kirk" konzentriert sich nun vollkommen auf Kirk, dessen Wandlung vom Kadetten, der nur nach Regeln und Vorschriften geht, zu einem auf seine Instinkte vertrauenden jungen Mann hier beschrieben wird.
Schön finde ich, daß hier sehr wohl die Kontinuität dieser Buchreihe durch Anspielungen auf "Aftershock" unterstrichen wird. So begegneten sich McCoy und Kirk ja während des dort beschriebenen Football-Spieles, aufgrund dessen dann der Medizinstudent dem Katastrophenteam zugeteilt wird, dem auch Spock angehörte. Spock auf der anderen Seite wird mir hier ein wenig zu tolerant gegenüber Regelverstößen beschrieben. Er handelt streng logisch, ist aber am Schluß des Buches auch aufgeschlossen gegenüber den "unlogischen" Vorschlägen Kirks. Und wenn ich mir den Spock vergegenwärtige, der später in der TOS gezeigt wird, ist er mir hier zu zahm.
Kirk wird hier ständig als Kadett im 1. Jahr bezeichnet - jedoch scheinen seit "Aftershock" schon ein paar Jahre vergangen zu sein, und da war er ja bekanntermaßen schon auf der Akademie... wohl ein kleiner Nitpick. Auf alle Fälle erweist er sich hier schon als sehr verantwortungsbewußt, was die Pflicht gegenüber seinem Schiff (und sei es auch nur ein kleines Shuttle) und seiner Crew. Und obwohl er letztlich die Situation auf dem Planeten durch seine Einfälle noch rettet, möchte er nicht in den Vordergrund geschoben werden, da er sich nur als Mitglied eines Teams fühlt. In diesen beiden Dingen klingt schon der Kirk durch, der dann später Captain der Enterprise wird.
Die Geschichte auf dem Planeten selbst ist nach dem typischen "ein Team ist auf Planet xy gefangen, muß aber weg, um die Föderation zu warnen"-Muster gestrickt. Die Entführer erweisen sich als Söldner, die für ein Klingonenschiff arbeiten... auch hier gibt's nicht wirklich was Neues. Daher bleibt die Interaktion zwischen den 3 Protagonisten das einzig interessante Moment dieses Romans. Und gerade der Dialog, wo McCoy Kirk klar zu machen versucht, daß er durch sein Bestehen auf Regeln vorhersehbar für die Entführer macht, beinhaltet einiges an Brisanz. Natürlich muß ein Sternenflottenoffizier einen gewissen Handlungsspielraum haben, um schwierige Situationen zu meistern - nur stellt sich dann auch die Frage, warum es Regeln überhaupt gibt, wenn sie von den Feinen dazu benützt werden können, die Handlungen der Offiziere vorherzusehen.
Die 3 jungen Kadetten werden schließlich von der Enterprise unter Captain Pike aufgegabelt - auch wieder ein netter Hinweis auf den ersten Roman dieser Reihe, "Crisis on Vulcan", wo Spock Pike ja schon kennengelernt hat. Und Dr. Daystrom, den Kirk so gerne treffen wollte, kehrt in der TOS-Folge "The Ultimate Computer" zurück und wird schließlich Namensgeber des Daystrom-Institutes, einer wissenschaftlichen Einrichtung der Föderation.
Fazit: nicht wirklich tiefgehend, aber doch recht unterhaltsam.