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"My Brother's Keeper" - Übersicht

#1: Republic
#2: Constitution
#3: Enterprise



Buchbesprechung von Patrick Ahrer
Buchbesprechung von Claudia Wlaschütz


Cover von My Brother's Keeper #2 - Constitution Star Trek #86
My Brother's Keeper #2
Constitution
Autor: Michael Jan Friedman
1999, Pocket Books
ISBN 0-671-01919-8
267 Seiten

Dieser zweite Teil der dreiteiligen Classic-Serie "My Brother's Keeper" mit dem Titel "Constitution" setzt die Geschichte rund um Captain Kirk und seinen besten Freund Gary Mitchell fort.

"Constitution" beginnt dort, wo "Republic" aufgehört hat. Auf der Enterprise ist die Stimmung nach den schrecklichen Ereignissen auf Delta Vega noch immer gedrückt. Die Trauerfeier für Lee Kelso, der auf dem Planeten umgekommen ist, steht unmittelbar bevor. Sie wird auf dem Schiff abgehalten, da Kelso nirgendwo sonst Verwandte oder Freunde hat, die um ihn trauern würden. Auf der Enterprise gibt es hingegen kaum jemand, der seine Gesellschaft nicht zu schätzen wußte und in diesem Moment nicht um ihn trauern würde. Dementsprechend gut besucht ist auch die Trauerfeier, bei der ein Crewmitglied nach dem anderen von seinen Erlebnissen und Kontakten mit Lee Kelso erzählt. Bevor Kelsos Leiche schließlich in den Weltraum gebeamt wird, spricht auch Captain Kirk noch einige Worte.

Obwohl Kirk natürlich auch über den Tod Kelsos unglücklich ist, beschäftigt ihn der Tod seines besten Freundes Gary Mitchell aber immer noch viel mehr. Unter anderem auch deshalb, weil in gewissem Sinne Kirk selbst für den Tod seines Freundes verantwortlich ist. Er war es, der Gary Mitchell - oder das, was aus seinem Freund geworden war - lebendig begraben hat. Daß das notwendig war, um die gesamte Crew der Enterprise und vermutlich noch viel mehr Lebewesen zu schützen, macht es für Kirk nicht viel leichter.

Bevor Kirk die Erde besucht, um an der Trauerfeier für Gary Mitchell teilnehmen zu können, fliegt die Enterprise noch Starbase 33 an. Dort soll Kirk Admiral Saylor über die so fatal endende Mission Bericht erstatten. Zu Kirks Überraschung nimmt jedoch auch ein gewisser Captain Damion an der Besprechung teil. Schnell hat Kirk das Gefühl, nicht an einer routinemäßigen Nachbesprechung, sondern an einem Verhör teilzunehmen. Damion verhält sich nicht gerade sehr freundlich und zweifelt zahlreiche Aussagen Kirks an.

Irgendwann ist aber auch diese Besprechung vorbei und Kirk kehrt zurück auf die Enterprise. Das nochmalige Durchbesprechen der Ereignisse hat ihm nicht gerade dabei geholfen, die schrecklichen Dinge, die er in den letzten Tagen erlebt hat, zu vergessen. Wieder holen ihn die Erinnerungen an frühere Zeiten an. Damals, als er zuerst auf der U.S.S. Farragut und dann auf der U.S.S. Constitution gedient hat...

Nun erleben wir mit, wie Kirk nach dem Angriff der blutsaugenden Wolke (der er später in der Classic-Episode "Obsession" noch einmal begegnet) auf die U.S.S. Farragut wieder zu sich kommt. Überall auf dem Schiff findet er nur Leichen seiner Kameraden und Freunde. Glücklicherweise melden sich schließlich doch noch Leute, die überlebt haben, über das interne Kommunikationsnetz der Farragut. Doch schnell wird klar, daß sämtliche Führungsoffiziere des Schiffes umgekommen sind. Kirk ist nun als Lieutenant der ranghöchste Offizier an Bord und muß das Kommando übernehmen.

Nachdem er die Farragut verlassen hat, wird Kirk auf die U.S.S. Constitution versetzt, auf der er als zweiter Offizier dient. Auch Kirks Freund von der Akademie Gary Mitchell versieht seinen Dienst auf diesem Schiff und freut sich darüber, daß Kirk nun ebenfalls an Bord kommt. Doch Kirk gibt sich unnahbar und scheint ständig schlecht gelaunt zu sein. Niemand an Bord der Constitution außer Kirk weiß, was genau auf der Farragut passiert ist und wieviele Leute dort gestorben sind. Deshalb versteht auch niemand, warum Kirk sich so seltsam verhält. Alle haben nur davon gehört, daß Kirk viel Lob dafür erhalten hat, daß er das Kommando über die Farragut so gekonnt übernommen hat.

Hier könnte ich jetzt natürlich noch eine Menge über den weiteren Verlauf der Geschichte erzählen. Aber aus bekannten Gründen - man will ja schließlich nicht zu viel verraten - verzichte ich darauf.

"Constitution" macht nicht nur bei der Geschichte, sondern auch bei der Qualität dort weiter, wo "Republic" aufgehört hat. Wieder hat Michael Jan Friedman zahlreiche Anspielungen und Hinweise auf aus der Classic-Serie bekannte Dinge eingebaut. Wieder wurde die Handlung von "My Brother's Keeper" perfekt in all das integriert, was wir bisher aus der TV-Serie über diese Zeit wissen.

So erfahren wir in diesem Buch zum Beispiel, wie es dazu kam, daß Doktor Piper die Enterprise verlassen hat. Wir erleben, wie Doktor McCoy gerade von Capella IV zurückkommt und auf der Erde mit dem medizinischen Leiter von Starfleet über diese Mission plaudert. Es wird erklärt, wie es zu der Aufschrift "James R. Kirk" (statt "James T. Kirk") auf dem Grabstein in "Where No Man Has Gone Before" kommt. Das Buch ist voll mit solchen Dingen, die das Herz jedes Classic-Fans höher schlagen lassen. Voraussetzung dafür ist natürlich, daß man diese Serie ziemlich gut kennt. Ansonsten fallen diese vielen mit Liebe zum Detail eingebauten Geschichten am Rande gar nicht auf und man verpaßt einiges. Wer sich nicht mehr gut an die Episoden erinnern kann, sollte sich eventuell "Obsession" und insbesondere "Where No Man Has Gone Before" noch einmal ansehen.

Nicht empfehlen kann ich, dieses Buch zu lesen, ohne vorher auch den ersten Teil von "My Brother's Keeper" ("Republic") gelesen zu haben. So stark wie dieses Buch mit der TV-Serie verknüpft ist, hängt es auch mit den anderen Büchern dieses Dreiteilers zusammen. Man könnte es zwar auch lesen, ohne "Republic" zu kennen, würde in diesem Fall aber sehr viel versäumen und vieles nicht so richtig verstehen.

Fazit: Wer die Serie wegen der Charaktere und nicht nur wegen etwas Action mag, wird auch mit diesem Buch sehr viel Freude haben. Kein Classic-Fan sollte sich das entgehen lassen.

© Patrick Ahrer
(ahrer@gmx.at)

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Cover-Foto: © Pocket Books/Paramount Pictures