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Buchbesprechung von Patrick Ahrer
Buchbesprechung von Claudia Wlaschütz


Cover von "Crisis on Vulcan" Star Trek
Starfleet Academy #1
Crisis on Vulcan
Autoren: Brad and Barbara Strickland
Illustrationen: Todd Cameron Hamilton
1996, Pocket Books/Minstrel Books
ISBN 0-671-00078-0
116 Seiten


"Crisis on Vulcan" ist das erste "Starfleet Academy"-Buch zur Classic-Serie. Da die Young-Adult-Buchreihen wenig später eingestellt wurden, sind in dieser Reihe leider nur drei Bücher erschienen: "Crisis on Vulcan" - das Buch, um das es in dieser Besprechung geht -, "Aftershock" und "Cadet Kirk".

Botschafter Sarek ist zusammen mit seinem Sohn Spock ins Marath-System gereist. In diesem System wird seit langer Zeit ein bewaffneter Konflikt nach dem anderen ausgetragen. Verschiedene Gruppen des gleichen Volkes haben sich im laufe der Zeit durch das ganze System verstreut. In vielen Fällen eher unfreiwillig. Nun möchten die Marathaner aber gemeinsam in die Föderation aufgenommen werden, was natürlich nur möglich ist, wenn sie untereinander Frieden schließen. Sarek soll deshalb gemeinsam mit Vertretern aller beteiligten Gruppen einen Friedensvertrag aushandeln, der den Weg in die Föderation ebnet. Auch die Föderation selbst hat ein Interesse daran, die Marathaner aufzunehmen, da das System strategisch gesehen eine sehr nützliche Erweiterung des Föderationsgebietes wäre.

Sarek gelingt es tatsächlich einen Vertrag zu erstellen, dem alle Gruppen zustimmen können. Nachdem das erledigt wäre, trifft die U.S.S. Enterprise unter dem Kommando von Captain April ein. Das Schiff soll all die Delegierten auf ihre Heimatplaneten und -monde zurückbringen. Anschließend soll die Enterprise dann Botschafter Sarek und Spock auf Vulcan absetzen. Sarek plant, sich von dort aus noch einmal mit allen Delegationen in Verbindung zu setzen, um einige letzte Details mit ihnen zu klären, bevor er den Vertrag endgültig auf der Erde abliefert.

Doch die Sache läuft nicht gerade so, wie es geplant war. Nachdem alle Vertreter der Marathaner in ihrer jeweiligen Heimat von Bord der Enterprise gegangen sind, wird das Schiff plötzlich von zahlreichen kleinen Schiffen einer der verhandelnden Fraktionen umstellt. Außerdem wird ein Ultimatum übermittelt: Wenn die Originalversion des Vertrages nicht innerhalb dieser zugestandenen (recht kurzen) Zeitspanne übergeben wird, und wenn nicht gleichzeitig Botschafter Sarek ausgeliefert wird, wird die Enterprise von den Schiffen angegriffen. Normalerweise würden die nicht besonders gut ausgestatteten Schiffe dem großen Starfleet-Schiff nichts anhaben können. Die Crew der Enterprise muß aber feststellen, daß die Systeme ihres Schiffes sabotiert wurden. Weder die Schilde, noch die Waffen können aktiviert werden...

Das große Plus dieses Buches ist die sehr atmosphärische Erzählweise von Brad und Barbara Strickland, die mit "Crisis on Vulcan" ein sehr gutes Buch über den jungen Spock und seine Familie geschrieben haben.

Spock soll - wenn es nach seinem Vater geht - demnächst mit seinem Studium an der Vulcan Science Academy beginnen. Sarek hat seinen Sohn sogar schon für einen Kurs angemeldet, der in den Ferien stattfindet und eigentlich nur für Studenten gedacht ist, die schon länger an der Academy studieren. Die Teilnahme soll es Spock, der ja nur Halb-Vulkanier ist, ermöglichen, sich an die Academy zu gewöhnen. Spock hat aber immer weniger Freude an diesem vorbestimmten Lebensweg. Als er bei diesem Abentauer erlebt, wie gut die Crew der Enterprise trotz aller Unterschiede zusammenarbeitet, wächst sein Interesse an Starfleet. Gleichzeitig macht er sehr unangenehme Erfahrungen an der Vulcan Science Academy, wo jede(r) seine Aussagen und Beiträge doppelt und dreifach überprüft, weil alle nur darauf zu warten scheinen, daß seine menschliche Seite für Fehler sorgt. "Crisis on Vulcan" beschreibt diese Vorgänge und Überlegungen Spocks sehr gefühlvoll, was angesichts der Tatsache, daß Vulkanier ihre Gefühle unterdrücken, gar nicht so einfach ist.

In dieser Geschichte tauchen neben den bereits genannten auch noch zwei andere bekannte Charaktere auf: Ein gewisser Lieutenant Commander Christopher Pike ist erster Offizier der Enterprise. Und dann wäre da natürlich noch Spocks Mutter Amanda.

Auf die sehr atmosphärische Erzählweise habe ich ja weiter oben schon hingewiesen. Diese äußert sich vor allem in wunderschönen Beschreibungen diverser Szenen. So zum Beispiel gleich ganz am Beginn der Geschichte, als Spock gemeinsam mit dem marathanischen Jungen Cha-Tuan Mar Lorval den Himmel von Marath betrachtet.

Fazit: "Crisis on Vulcan" ist ein extrem gutes Buch, das sehr interessante Einblicke in Spocks Persönlichkeit und seine Familie bietet. Dieses Buch ist auch für Erwachsene absolut lesenswert und meiner Meinung nach sogar deutlich besser als so manches "normale" Star-Trek-Buch. Unbedingt lesen!

© Patrick Ahrer
(ahrer@gmx.at)


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Cover-Foto: © Pocket Books/Paramount Pictures