Buchbesprechung von Claudia Wlaschütz |
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Star Trek Starfleet Academy #1 Crisis on Vulcan Autoren: Brad and Barbara Strickland Illustrationen: Todd Cameron Hamilton 1996, Pocket Books/Minstrel Books ISBN 0-671-00078-0 116 Seiten |
Im Alter von 18 Jahren begleitet Spock seinen Vater Sarek auf den Planeten Marath, um einen Friedensvertrag zum Abschluß zu bringen, der all die verschiedenen Clans des Systems vereinen und so den Weg in die Föderation für das ganze System sichern soll. Dort lernt er den Sohn, Char, eines Verhandlers der Gruppe von Shakir kennen, der ihm zu verstehen gibt, daß es in seiner Kultur scheinbar einige Punkte gibt, über die ein Erwachsener nicht sprechen darf. Der Vertrag wird von allen gebilligt, auch wenn die Abgesandten von Shakir alles andere als glücklich darüber zu sein scheinen.
Das Föderationsschiff Enterprise holt daraufhin Sarek, Spock und die Verhandlungsteams der Clans ab, die nicht direkt auf Marath beheimatet sind. Der Erste Offizier Christopher Pike zeigt Spock das Schiff, und dieser ist, zum Mißfallen seines Vaters, sichtbar beeindruckt. Gerade nachdem die letzte Delegation auf Shakir abgesetzt wurde, erschallt der Rote Alarm. Spock folgt dem Navigator Bann auf die Brücke, wo er den Vater von Char auf dem Bildschirm sieht, der die Herausgabe des Vertrages bzw. Sareks verlangt. 31 kleine Schiffe haben in der Zwischenzeit die Enterprise umzingelt. Diese würden zwar normalerweise kein Problem für die Schilde darstellen, doch weder Verteidigungs- noch Angriffs- oder Antriebssysteme reagieren auf einen Befehl. Die Computerbefehle wurden nämlich in einen anderen Code umgeformt und durch ein Paßwort geschützt. Spock zögert nicht lange und schafft es schließlich, die Enterprise aus dieser schwierigen Lage herauszubekommen, was ihm höchstes Lob des Captain einbringt.
Zurück auf Vulkan eröffnet ihm sein Vater, daß er bereits im Sommer für 4 Wochen auf die Vulkanische Akademie der Wissenschaften gehen solle, um sich an das dort herrschende Klima von Logik zu gewöhnen und die Kontrolle seiner Emotionen zu verbessern. Doch Spock ist sich nicht mehr sicher, ob der Weg, den sein Vater für ihn vorgezeichnet hat, auch der seine ist - zu stark wirken die Eindrücke der Crew der Enterprise, die trotz aller Unterschiede so gut zusammenzuarbeiten schien...
Obwohl an sich für jüngere Leser gedacht, hatte ich bei der Lektüre von "Crisis on Vulcan" überhaupt nicht das Gefühl, das Niveau der Story würde unter dieser Prämisse leiden... ganz im Gegenteil, der Roman überraschte mich mit einem doch sehr einfühlsamen Einblick in die Jugend Spocks.
Wie schon in "Sarek" oder "Vulcan's Forge" dreht sich dieses Buch um die Entscheidung Spocks, zur Sternenflottenakademie zu gehen. Es zeigt gut, wie sehr sich Spock auf seinem Heimatplaneten im allgemeinen und in der Akademie der Wissenschaften im speziellen als Außenseiter fühlt, wie ihn die "vollen" Vulkanier mißtrauisch beobachten und nur auf einen Fehler von ihm warten, weil er ja nur ein Halbvulkanier ist und die Fehler, die sein menschliches Erbe mit sich bringt, ja irgendwann an die Oberfläche kommen müssen. Da stellt sich natürlich die Frage, ob Voreingenommenheit und Arroganz nicht eigentlich auch Emotionen sind, die auf Vulkan ja an sich keinen Platz haben sollten...
Ganz anders aber die Situation auf der Enterprise, wo die Mannschaft Spock relativ rasch anerkennt und er selbst sieht, wie gut verschiedenste Typen von Personen miteinander arbeiten können. Recht interessant ist in diesem Zusammenhang, daß Pike hier bereits der Erste Offizier ist, unter dem Spock ja Jahre später dienen sollte. Recht amüsant ist, wie Spock in seinem ersten 3-dimensionalen Schachspiel seines Lebens gleich den Champion des Schiffes besiegen kann - und das in weniger als einer Viertelstunde.
Wenn man diese beiden Situationen vergleicht - also die Vulkanische Akademie der Wissenschaften und die Enterprise - , so ist Spocks Entscheidung für die Sternenflottenakademie nur als logisch zu bezeichnen... nicht nur, weil er sich dort eher willkommen fühlt, sondern weil sein Eintritt in die Sternenflotte die Vulkanier wieder enger an die anderen Planeten der Föderation heranführen wird. Wie schon in "Sarek" angeklungen ist, tendieren sie nämlich dazu, sich zu isolieren und von jedem Einfluß, den emotionale Spezies nun mal haben könnten, frei zu bleiben.
Die Situation um Marath, die schließlich auch dazu führt, daß Attentäter Sareks Familie verfolgen, trägt nicht gerade positiv zu diesen Isolationswünschen bei. Sie und auch die Unterhaltungen, die Spock mit seiner Mutter führt, zeigen ihm aber, daß er, nur weil Sarek ihm von klein auf beigebracht hat, seine Emotionen zu unterdrücken, nicht der einzige Vulkanier ist, der überhaupt mit Gefühlen zu kämpfen hat. Die Rückholung Spocks von der Akademie der Wissenschaften, die penible Sicherung des Hauses nach dem Angriff auf Amanda, sprechen, neben der logischen Verantwortung für die Sicherheit der Familie, auch eine andere Sprache - nämlich die eines besorgten Familienoberhauptes... und das kann man wohl auch emotional deuten.
Schließlich ist es Spock, der, gerade aufgrund seiner Jugend, das Geheimnis rund um Marath aufklären, das jeder logischen Betrachtung standgehalten hat... weil es eben nicht auf logischen, sondern kulturellen Überlegungen basiert.
Alles in allem bleibt mir nur, "Crisis on Vulcan" all jenen zu empfehlen, die an einer weiteren Geschichte rund um Spocks Jugend interessiert sind. Gelungen!