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Cover von "Doctor's Orders" Star Trek #50
Doctor's Orders
Autorin: Diane Duane
1990, Pocket Books
ISBN 0-671-66189-2
291 Seiten

Die Enterprise unter Kirk erhält den Auftrag, den Untersuchungsbericht eines Föderationsteams über einen Planeten zu überprüfen. Denn es gibt hier eine Besonderheit: 3 einheimische intelligente Spezies, die sich scheinbar parallel entwickelt haben. Da gäbe es einerseits die Ornae, die zwar ihre Form, nicht aber ihr Aussehen verändern können, die Lahit, eine baumähnliche Spezies, die aus einem Kollektiv zusammengesetzt scheint, und die ;At, von denen es keinerlei Bildmaterial gibt, da sie scheinbar zwischen den Dimensionen hin und her springen können.

Kirk erhält jedoch nicht nur den Auftrag, sich den Planeten anzusehen, sondern auch, die 3 Rassen zum Eintritt in die Föderation bewegen zu können, da sich der Planet in strategisch wichtigem Gebiet befindet. Doch als die Enterprise eintrifft, stellt sich heraus, daß das Forschungsteam nur unvollständige Arbeit geleistet hat. So gibt es immer noch Probleme mit dem Übersetzungsprogramm, darüber hinaus aber auch Verständigungsschwierigkeiten, die auf den unterschiedlichen Kulturen beruhen. So ist den Ornae das Konzept der Arbeit vollständig fremd, auch die Notwendigkeit, Kontakt mit anderen Planeten oder Rassen zu haben, weil diese etwas haben könnten, was sie brauchen.

Während sich Kirk auf der Brücke während dieser ersten Tage langweilt, versuchen Spock und McCoy, ihr Wissen zu erweitern. Gerade als Bones Kontakt mit einem ;At herstellt, mit dem es seltsamerweise keinerlei Kommunikationsprobleme zu geben und der auch die führende Spezies auf dem Planeten darzustellen scheint, wird er von Kirk an Bord geholt. Als sich der Arzt darüber beschwert, befördert ihn Kirk kurzerhand zum vorläufigen Kommandanten des Schiffes, um sich dem Landetrupp hinzuzugesellen. McCoy hatte nämlich auf dem Weg zu ihrem Auftrag mehrmals Bemerkungen getätigt, daß er soviel vorzubereiten habe, während Kirk sich im gemütlichen Kommandosessel ausruht und die Ergebnisse der Arbeit anderer abwartet.

Kurze Zeit später trifft auch Kirk auf den ;At, und beide kommen überein, mehr voneinander wissen zu wollen. Als McCoy schließlich genug von seinen Kommandopflichten hat und den Captain ruft, erhält er keine Antwort, auch Scans ergeben keinen Hinweis auf Kirks Verbleiben... er scheint wie vom Erdboden verschluckt zu sein. Und mitten in die Suche platzt ein Schiff der Klingonen, die ebenfalls Ansprüche auf den Planeten stellen. Alles blickt nun auf McCoy, der nach den Regeln der Sternenflotte nur von Kirk selbst wieder abgelöst werden darf...

"Doctor's Orders" gibt einerseits einen faszinierenden Einblick in einen Landeeinsatz, andererseits aber auch McCoy die Gelegenheit, andere Aufgaben wahrzunehmen, die es ihm ermöglichen, mehr als nur seine Standardsprüchlein aufzusagen.

Die Geschichte braucht zwar länger, um so richtig in Schwung zu kommen, aber gerade diese Vorbereitungen für die Mission sind in dieser Form noch nicht zu lesen gewesen. Normalerweise handeln die meisten Romane doch nur von der Außenmission selbst, und diese läßt in den wenigsten Fällen die Mühe, die dahintersteckt, erkennen. Deshalb möchte ich diesen Teil, auch wenn ich mir manchmal dabei dachte, wann denn endlich ein wenig Action kommt, nicht missen.

Dazu ist beinahe das ganze Buch aus der Sicht McCoys geschrieben, was ebenfalls eine angenehme Wohltat gegenüber anderen ist, die doch meist eher Kirk und/oder Spock in den Mittelpunkt stellen. In den Passagen, in denen McCoy Kirk wegen dessen scheinbaren Nichtstuns hänselt, genauso wie in denen, wo der Arzt und Spock zuerst in der Vorbereitung der Mission, später während seines Kommandos zusammenarbeiten, kommt herrlich dieses TOS-Feeling ans Tageslicht. Duane beherrscht es ausgezeichnet, die Wortgefechte aus der Serie wieder zum Leben zu erwecken, was ein sehr großer Pluspunkt für diesen Roman ist.

Wie schon erwähnt, braucht "Doctor's Orders" recht lang, um wirklich in Fahrt zu kommen, denn dies geschieht erst, als McCoy erstmals einem ;At gegenübersteht. Vorher stehen die Kommunikationsversuche mit den Ornae bzw. den Lahit im Mittelpunkt, die mit enormen Schwierigkeiten verbunden sind. Als Kommunikationsoffizier ist hier Uhura in ihrem Element, was auch ihr eine größere Rolle in diesem Buch zugesteht, als sie üblicherweise auf der Brücke zu spielen hat.

Die Handlung rund um die 3 Spezies, die allesamt neu und unverbraucht wirken und von denen sich die ;At schließlich als eine Art Beschützer herausstellen, ist zwar auch recht interessant geschrieben, trotzdem sind diese Szenen zwischen Kirk und dem Master die für mich entbehrlichsten, weil sie von den Ereignissen an Bord der Enterprise ablenken. Ich mag es immer, Personen in neuen Rollen zu sehen, und dieser Roman, der McCoy, der ständig nur herumkeppelt, nun endlich auf den Kommandosessel setzt, ist keine Ausnahme.

Bei seinem ersten Kommando gleich mit 4 Klingonenschiffen und einem Orionkreuzer konfrontiert zu werden, ist mehr als nur ins kalte Wasser gestoßen zu werden. McCoy aber verdient sich nicht nur den Respekt der Brückencrew, sondern auch den der Klingonen - und sein Umgang mit dem klingonischen Commander ist auch ein wenig ungewöhnlich, um es vorsichtig auszudrücken. Er stellt sich aber als goldrichtig heraus... Während des Kampfes mit den Orionern stellt Spock fest, daß es auch Vorteile haben kann, unerfahren zu sein, weil man deshalb einfach frei von der Leber weg agiert. Natürlich bietet dies den Vorteil, für den Gegner nicht lesbar zu sein, allerdings klarerweise auch den Nachteil, aus Unerfahrenheit Fehler zu begehen. Daher kann ich diese Bemerkung nur in die Kategorie Aufmunterung einordnen, was wiederum zeigt, wie gut Spock die menschliche Natur versteht (auch wenn er das natürlich nie zugeben würde).

Fazit: "Doctor's Orders" ist für Fans von McCoy sicherlich Must-Read, aber auch für alle anderen bietet dieser Roman genug an interessanter Handlung, um daran Gefallen finden zu können. McCoys erfrischende Art, mit den Sternenflottenadmirälen, aber auch seinen Gegnern umzugehen, sorgt auf alle Fälle für Abwechslung, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

© Claudia Wlaschütz
(a9401204@unet.univie.ac.at)


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Cover-Foto: © Pocket Books/Paramount Pictures