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Star Trek #33 Deep Domain Autor: Howard Weinstein 1987, Pocket Books ISBN 0-671-70549-0 275 Seiten |
Die Enterprise soll den Planeten Akkalla besuchen, um dort die Leistung eines wissenschaftlichen Teams, das von der Föderation entsandt wurde, zu überprüfen. Akkalla ist Mitglied der Föderation und deshalb so interessant, weil die Planetenoberfläche fast vollständig mit Wasser bedeckt ist. Nur eine etwas größere Landmasse und verstreute kleine Inseln ragen aus dem riesigen Ozean heraus.
Doch bevor die Enterprise tatsächlich nach Akkalla fliegen kann, muß sie noch kurz bei Vestra V vorbeischauen, um dort bei der Bewältigung einer schlimmen Dürreperiode zu helfen. Vestra V liegt zwar direkt auf dem Weg, da die Enterprise aber voraussichtlich trotzdem einige Zeit verlieren wird, bevor sie weiterfliegen kann, schickt Admiral Kirk seinen Ersten Offizier Spock und Chekov mit der "Cousteau" los. Die beiden sollen direkt nach Akkalla fliegen und dort gleich mit der Arbeit beginnen. Die Enterprise kommt dann etwas später nach. Die Cousteau ist ein kleines, speziell ausgestattetes Raumschiff, das auch für den Flug in einer Atmosphäre und sogar für Unterwasser-Einsätze geeignet ist.
Als Spock und Chekov im Orbit um Akkalla ankommen, empfangen sie eine Nachricht auf einem akkallanischen Regierungskanal, die sie wiederholt aufzufordern scheint, sich dem Planeten nicht zu nähern. Als Spock versucht, mit dem Planeten Kontakt aufzunehmen, antwortet niemand. Plötzlich wird die hereinkommende und sich immer wieder wiederholende Nachricht unterbrochen. Das Signal wird offenbar von irgendjemand gestört. Die beiden Starfleet-Offiziere entdecken schließlich eine kleine Flotte von Schiffen des Nachbarplaneten Chorymi, die aus einem großen und mehreren kleinen Schiffen besteht. Sie beobachten, wie sich das große Schiff immer mehr der Planetenoberfläche nähert und gleichzeitig in dem Gebiet direkt unter dem Schiff ein Sturm entsteht. Plötzlich bildet sich eine "Wassersäule" und das Chorymi-Schiff "saugt" Wasser des akkallanischen Ozeans samt aller Lebewesen, die sich darin befinden, in sich hinein. Auf der Oberfläche des Ozeans versuchen einige kleine Schiffe, den Vorgang zu verhindern, bleiben jedoch erfolglos.
Nach dieser Aktion richtet sich die Aufmerksamkeit der Chorymi-Schiffe auf die Cousteau. Das Wissenschaftsschiff wird angegriffen, aber offenbar absichtlich nicht endgültig zerstört. Spock gelingt es, auf dem Ozean in der Nähe einer Insel notzulanden. Die beiden Enterprise-Offiziere erreichen dann bald einen Strand, wo sie jedoch schnell von Akkallanern gefangengenommen werden. Es scheint sich dabei um eine Gruppe von Rebellen zu handeln, die Starfleet vorwerfen, die akkallanische Regierung zu unterstützen.
Als eine Weile später die Enterprise auf Akkalla eintrifft, sind Spock und Chekov verschwunden. Kirk kontaktiert die Föderations-Wissenschaftler auf dem Planeten, die ihm nur erzählen können, daß sie nie etwas von seinen beiden Crewmitgliedern gehört haben. Aber die Wissenschaftler haben auch eigene Sorgen. Seit einiger Zeit werden sie von den Akkallanern ständig angegriffen. Sie können ihre Forschungsstation kaum verlassen, da diese ständig von wütenden Akkallanern belagert wird. Nur die Sicherheitskräfte des Planeten sorgen dafür, daß ihnen noch nicht mehr passiert ist. Aber auch die scheinen dabei nicht besonders motiviert vorzugehen. Überhaupt war ihre Mission bisher kein sehr großer Erfolg. Zwar haben die Wissenschaftler einige sehr vielversprechende Entdeckungen gemacht, sie wurden daraufhin von den Akkallanern aber nur mehr behindert und kamen mit ihrer Arbeit deshalb nicht mehr weiter.
Mit der Zeit wird die Situation klarer: Der Publican, das politische Oberhaupt von Akkalla, wurde von Brigadier Vvox eingewickelt, die nun die Fäden zieht. Sie hat vor, bald selbst die Macht zu übernehmen. Und sie plant nicht, dieses Ziel auf demokratische Art und Weise zu erreichen. Akkalla hat aber auch noch ein anderes Problem: Die Chorymi. Ursprünglich gab es einen Vertrag zwischen ihnen und Akkalla, der den Chorymi erlaubt, die Ozeane des Planeten auszubeuten, wenn sie einige Gegenleistungen erbringen. Damit waren aber nicht alle Akkallaner glücklich. Eine Gruppe namens "Cape Alliance" versucht, die Chorymi an der Ausübung ihres Rechts zu hindern. Und die Chorymi haben sich daraufhin ihrerseits dazu entschlossen, den Vertrag nicht mehr einzuhalten, und bedienen sich nach Lust und Laune.
Und dann gibt es da auch noch ein Geheimnis in den Weiten des Ozeans von Akkalla, das der Grund für viele der seltsamen Vorgänge auf Akkalla sein könnte...
Autor Howard Weinstein schreibt in seinem "Vorwort", daß er 1984 von Leonard Nimoy kontaktiert wurde. Nimoy suchte zu dieser Zeit bereits nach Story-Ideen für einen vierten Star-Trek-Kinofilm, auch wenn die Realisierung des Projektes zu dieser Zeit noch keineswegs sich war. Weinstein war einer von zahlreichen Autoren und Wissenschaftlern, die eingeladen wurden, bei einem Brainstorming mitzumachen. Er erzählt dann weiter, daß er sich sehr über dieses Angebot gefreut hat und natürlich mitgemacht hat. Schließlich hat er den Entwurf einer möglichen Story für den Film geschrieben, der dann aber nicht verwendet wurde. Weinstein hat diesen Entwurf daraufhin aber nicht weggeworfen, sondern "Deep Domain" daraus gemacht.
Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen. "Deep Domain" ist interessant, spannend und die Charaktere sind extrem gut getroffen. Und dazu gibt's auch noch ein "ernsteres" Thema dahinter, das diese Geschichte mit dem endgültigen Kinofilm "The Voyage Home" gemeinsam hat: Den Umweltschutz. Der Ozean von Akkalla ist eine unglaublich faszinierende Welt, die aufgrund der Ausbeutung durch die Chorymi gefährdet ist. Und dabei weiß der absolute Großteil der Bevölkerung von Akkalla nicht einmal, was unter der Wasseroberfläche vorgeht. Kirk und Co. müssen das erst ans Tageslicht bringen, da die wenigen Einheimischen, die dem Geheimnis auf der Spur sind, von den Mächtigen des Planeten behindert und gejagt werden.
Interessant zu beobachten ist, wie das eigentlich auf Demokratie basierende politische System Akkallas langsam von Brigadier Vvox und ihrem Gefolge immer mehr ausgehöhlt wird. Schließlich wird der Ausnahmezustand ausgerufen, alle Parlamentarier und Wissenschaftler werden eingesperrt und daraufhin ausbrechende Unruhen brutal niedergeschlagen. Und während all das passiert, glaubt der naive Publican, der allen Vorschlägen von Vvox folgt, immer noch, daß er das Beste für Akkalla tut.
Einige Kleinigkeiten sind mir aber etwas seltsam vorgekommen: Vor allem ist mir unklar, daß eine Welt wie Akkalla Mitglied der Föderation sein kann. Denn auch wenn man die politischen Probleme vielleicht noch nicht vorausgeahnt hat, kann ich mir trotzdem nicht vorstellen, daß ein Planet aufgenommen wird, von dem nur ein Bruchteil tatsächlich erforscht zu sein scheint. Im laufe der Geschichte deutet immer mehr darauf hin, daß die Akkallaner, die man im Rest der Föderation kennt, bei weitem nicht die einzigen intelligenten Lebensformen auf dem Planeten sind. Eine einzige genaue Untersuchung durch ein gut ausgestattetes Starfleet-Schiff hätte eigentlich reichen sollen, um so einiges aufzuklären, was so erst bei diesem Besuch der Enterprise aufgedeckt wird. Aber auch die Enterprise kommt mir in dieser Geschichte so vor, als hätte ein technologischer Rückschritt stattgefunden. Und das, obwohl sich die Ereignisse in "Deep Domain" sogar schon in der Zeit zwischen dem ersten und zweiten Kinofilm zutragen sollen. So versucht zum Beispiel niemand, Spock und Chekov mit Hilfe der Schiffssensoren aufzuspüren. Während die beiden in der Höhle waren, kann man eventuell noch vermuten, daß die Sensoren sie da sowieso nicht entdeckt hätten, aber später, als sie dann an der Oberfläche herumlaufen, sollte es eigentlich nicht sonderlich schwierig sein, den einzigen Vulkanier und den einzigen Menschen weit und breit zu orten. Vielleicht habe ich irgendwo einen kurzen Satz mit einer Erklärung dafür übersehen. Aber wenn nicht, ist das schon ziemlich eigenartig.
Ich möchte aber feststellen, daß diese Ungereimtheiten wirklich nur Kleinigkeiten sind und das Lesevergnügen so gut wie überhaupt nicht trüben. "Deep Domain" hat mich viele Stunden lang sehr gut unterhalten.