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Buchbesprechung von Claudia Wlaschütz |
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Star Trek: The Next Generation #55
Double Helix (Book 5 of 6) Double or Nothing Autor: Peter David 1999, Pocket Books ISBN 0-671-03478-2 277 Seiten |
Jahre vor seiner Ernennung zum Captain der Excalibur befreite Mackenzie Calhoun eine Tänzerin von Orion, Vandelia, aus den Händen des grausamen Thallonianers Zolon Darg. Dessen Basis flog damals in die Luft, er selbst überlebte dank Gerrid Thul und schwor ewige Rache.
Auf einer einsamen Forschungsstation der Föderation wird an der Entwicklung eines Computers gearbeitet, der sozusagen den ihn bedienenden Menschen vollkommen integriert, was die Bedienung extrem vereinfachen würde. Wenn diese Entwicklung vervollständigt ist, wird es möglich sein, Computer mit einfachen Gedanken zu steuern. Diese Station wird eines Morgens angegriffen, der Hauptcomputerexperte getötet, der Prototyp und der Assistent, David Kendrow, werden mitgenommen.
Die U.S.S. Independence, die Commander Riker zur 200 Jahr-Feier der Gründung der Föderation auf die Erde bringen soll, erhält einen Notruf der Station und verfolgt ein Schiff bis in den thallonianischen Raum. Dort sieht sie sich mehreren romulanischen Warbirds gegenüber - unter der Führung von Sela. Die Independence wird zerstört, Riker und andere können mit Überlebenskapseln entkommen... und werden von der U.S.S. Excalibur aufgelesen.
Überraschend wird Calhoun von Necheyev vorübergehend vom Kommando entbunden, das Riker übertragen wird - mit der Begründung, er kenne Sela. Shelby muß sich fügen... Calhoun bekommt den Befehl, undercover sich bei General Thul einzuschleichen, da man glaubt, er habe etwas mit dem Angriff auf die Station zu tun.
Mittlerweile versucht Zolon Darg, Verbündete für Thul zu gewinnen - er stolpert bei einer Schlägerei über einen Menschen namens Kwint...
"Double or Nothing" ist ein recht spannendes Buch - als "Next Generation" würde ich es allerdings nicht einstufen, da das Hauptaugenmerk eindeutig auf Calhoun liegt. Ok, Picard und Riker spielen auch eine Rolle, das rechtfertigt die Einordnung unter STTNG aber noch lange nicht.
Die Geschichte rund um die Verbreitung eines Virus via Replikatoren ist eine zwiespältige Angelegenheit. Einerseits ist das natürlich das ultimative Mittel, ganze Völker auszurotten, was an sich sogar gegen die Verbreitung von Technologien sprechen würde - andererseits wurde mir die Art, wie dieses Virus via Replikatoren "verschickt" werden soll, nicht wirklich plausibel erklärt. Replikatoren können nichts Lebendiges herstellen - ok, ein Virus ist auch kein volles Lebewesen (zumindest nicht, bevor es eine Wirtszelle gefunden hat)... also, wo ist das Problem? Warum muß man es da erst irgendwie verpacken, damit man es replizieren kann? Stellt sich auch die Frage: Wie erkennt der Replikator, ob etwas lebt oder nicht? Anhand von DNS-Vermehrung? Die gäbe es ja bei einem einfachen Virus ohne Wirtszelle nicht... Naja, sehr schwammig!
Oder geht's rein um die Verbreitung? Da ist es aber auch egal, wie ich das Virus verpacke - ich brauche den Replikator ja nur anzuweisen, bei jeder "Bestellung" ein Virus dazuzureplizieren...
Das war mal der unlogische Teil der ganzen Geschichte. Die Szenen von Riker auf der Excalibur sind einfach köstlich. Dieses Schiff ist, na, sagen wir mal etwas ungewöhnlich - das fällt aber natürlich nicht so auf, wenn alle Beteiligten das als total normal empfinden. Riker kommt aber frisch auf ein Schiff, wo ein Zwitterwesen mit einer Vulkanierin zusammen ist, wo dieses Zwitterwesen gleichzeitig schwanger von einem Menschen sein soll und ein Bulle von einem Thallonianer diesem Zwitterwesen, das angeblich schwanger ist, noch irgendwelche rituellen Gesänge zum Schutz von "Mutter" und Kind darbringt... Ich muß sagen, beim Lesen habe ich Tränen gelacht!
Die Dialoge zwischen Riker und Shelby schließen recht nahtlos an die von "Best of Both Worlds" (STTNG) an - und das stört mich doch ein kleines Bißchen. Am Ende dieser Doppelfolge hatte ich nämlich durchaus das Gefühl, die beiden hätten eine Verständigungsbasis gefunden... und jetzt geht diese ganze Streiterei um Rikers angeblich fehlenden Führungswillen von vorne los?
Calhoun muß als Beweis seiner Vertrauenswürdigkeit für Thul einen Danterianer aus dem Gefängnis befreien. Gerade als er beginnt, Lodec, so sein Name, nicht mehr ganz nur aus der Feindessicht zu betrachten, begreift er, daß es dieser eine Mann war, den er befreit hat, der Mackenzies Vater damals zu Tode gepeitscht hat vor seinen Augen... Interessant ist hier die Entwicklung vom xenexianischen Freiheitskämpfer zum Starfleet-Captain, die Mackenzie durchgemacht hat. Natürlich ist sein erster Impuls, Rache zu nehmen, aber er sieht schließlich ein, daß das Wohl der ganzen Föderation auf dem Spiel steht...
In der ganzen Spionage bzw. Infiltrationsgeschichte muß ich die Weisheit der Entscheidung in Frage stellen, gerade Calhoun bzw. Picard zu schicken. Thul kennt Picard, Darg Calhoun - einerseits ist Calhoun zwar geübt in Aufträgen des Geheimdienstes (eine herrliche Persiflage auf James Bond, als Calhoun seine Ausrüstung abholt, angefangen vom Minitransporter über einen Replikator in seinem Zahn, Sprengstoff in einer falschen Narbe etc.) und Picard mit der Angelegenheit rund um das Virus seit Jahren befaßt, andererseits wären wohl anderere Personen unauffälliger und auch unerwarteter gewesen...
Die Wiedereinbringung von Sela ist zwar nett gedacht, aber die Szene, als Soleta und widerwillig auch Selar durch eine Gedankenverschmelzung die Wahrheit aus ihr herauszubekommen versuchen, geht mir etwas zu weit. Das grenzt sehr an eine geistige Vergewaltigung, die noch in "Violations" (STTNG) so verurteilt wurde. Mir ging diese Taktik schon in ST: The Undiscovered Country etwas gegen den Strich, als Spock so aus Valeris die Namen der Verschwörer herausholte. Aber scheinbar rechtfertigt die Situation ja auch wenig begüßenswerte Mittel...
"Double or Nothing" ist ein durchaus empfehlenswertes Buch, in dem Humor und Spannung nicht zu kurz kommen. Ich habe es gelesen, ohne die ersten 4 Teile der "Double Helix"-Reihe zu kennen, und hatte nicht das Gefühl, ich würde Teile der Handlung nicht mitbekommen... Wer diesen Roman allerdings aufgrund des "Star Trek - The Next Generation"-Covers kauft, wird enttäuscht sein.
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