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"My Brother's Keeper" - Übersicht

#1: Republic
#2: Constitution
#3: Enterprise



Buchbesprechung von Patrick Ahrer
Buchbesprechung von Claudia Wlaschütz


Cover von My Brother's Keeper #3 - Enterprise Star Trek #87
My Brother's Keeper #3
Enterprise
Autor: Michael Jan Friedman
1999, Pocket Books
ISBN 0-671-01920-1
270 Seiten

Die Enterprise hat inzwischen die Erde erreicht. Gary Mitchells Begräbnis steht kurz bevor und Garys Eltern haben Kirk gebeten, dort ein paar Worte zu sprechen. Doch Kirk weiß nicht so recht, was er erzählen soll. Schließlich wäre es nicht wirklich passend, den Trauernden zu erzählen, wie Gary wirklich umgekommen ist.

Noch bevor Kirk selbst auf die Planetenoberfläche hinunterbeamt, verabschiedet er im Transporterraum die Crewmitglieder, die die Enterprise verlassen. Unter ihnen ist auch Dr. Piper, der damit seinen aktiven Dienst in der Flotte beendet. Wenig später begibt sich auch Kirk auf die Oberfläche seines Heimatplaneten. In San Francisco trifft er sich mit seinem alten Freund Leonard McCoy, der dort für die medizinische Abteilung von Starfleet arbeitet. McCoy erkennt schnell, daß es Kirk nicht sehr gut geht. Auf dem Weg zu einer früheren Stammkneipe von ihnen erzählt Kirk seinem Freund schließlich, wie es tatsächlich zu Garys Tod gekommen ist und welche tragische Rolle er selbst dabei gespielt hat. Kirk weiß nicht, ob er Garys Eltern erzählen soll, wie alles tatsächlich passiert ist. Er fürchtet, daß sie ihn hassen werden, wenn ihnen klar wird, daß ihr Sohn von Kirk getötet wurde. McCoy überzeugt ihn schließlich, den Mitchells die Wahrheit zu erzählen. Er meint, daß Kirk sich dann deutlich besser fühlen würde, auch dann, wenn Garys Eltern ihn verdammen würden.

Und so läßt sich Kirk dann nach New York - Garys Heimatstadt und der Ort, an dem seine Eltern noch immer leben - beamen. Dort steht bereits ein Taxi für ihn bereit, das ihn zur Wohnung der Mitchells bringt. Diese freuen sich trotz der unglücklichen Umstände über Kirks Besuch. Doch dieser hat das ungute Gefühl, daß sich das ganz schnell ändern könnte, wenn er ihnen alles über den Tod ihres Sohnes erzählt hat.

Bevor sich Kirk überwinden kann anzufangen, driften seine Gedanken noch einmal in die Vergangenheit...

Kirk ist mittlerweile Captain der Enterprise. Und natürlich hat er Gary von der Constitution mitgebracht. Eines Tages wird die Enterprise von einer Starbase gerufen. Die Nachricht ist jedoch nur für den Captain bestimmt. Kirk nimmt sie deshalb in seinem Quartier entgegen und staunt nicht schlecht, als Admiral Mangiones Gesicht auf dem Bildschirm erscheint.

Mangione war 1. Offizierin der U.S.S. Republic, als Kirk und Mitchell als Kadetten an Bord dieses Schiffes waren. In einer Nacht wurden alle Kadetten an Bord der Republic angewiesen, in ihren Quartieren zu bleiben und diese keinesfalls zu verlassen. Am nächsten Tag erzählte ihnen niemand, was in dieser Nacht passiert ist, was die Neugier von Gary und Jim Kirk geweckt hatte. (Hierbei handelt es sich um Ereignisse aus "Republic".)

Jahre später kehrten die beiden an Bord der U.S.S. Constitution in den Raumbereich zurück, in dem sich die Republic in dieser mysteriösen Nacht befand. Und schon damals war es Admiral Mangione, die dem Captain der Constitution den entsprechenden Befehl gab. Die beiden Freunde Jim und Gary hofften, mehr über die Dinge zu erfahren, die Starfleet offenbar unter allen Umständen geheimhalten wollte. Doch sie wurden enttäuscht. Das Rätsel wurde nur noch größer und undurchschaubarer. (Mehr will ich nicht verraten. Wer "Constitution" schon gelesen hat, weiß was passiert ist.)

Nun befiehlt Admiral Mangione Kirk, mit der Enterprise die Starbase anzufliegen und dort ein Team, dem sie angehört, an Bord zu nehmen. Kirk erinnert sich natürlich sofort an seine Erlebnisse an Bord der Republic und der Constitution. Und Kirk liegt damit goldrichtig. Mangiones Team besteht aus alten Bekannten von der Akademie und diesen Schiffen. Und die Enterprise nimmt Kurs auf jenes Raumgebiet, in dem er und Gary schon zweimal waren...

Alles, was ich in den Besprechungen zu den beiden ersten Büchern der "My Brother's Keeper"-Serie ("Republic" und "Constitution") geschrieben habe, gilt auch für dieses Buch. Michael Jan Friedman beendet mit "Enterprise" die Geschichte rund um Kirk und Gary Mitchell ebenso hervorragend, wie er sie mit "Republic" begonnen hat. Wieder wird die Rahmenhandlung, die insgesamt von den aus der TV-Episode "Where No Man Has Gone Before" bekannten Ereignissen bis zu Garys Begräbnis reicht, durch Kirks Erinnerungen an seine Zeit mit Gary Mitchell unterbrochen. Und wieder fügt sich alles perfekt in die Geschichte ein, die die Gesamtheit der TV-Folgen und Classic-Kinofilme erzählt. Es ist wahrlich eine Schande, daß diese drei Bücher nicht zur offiziellen Star-Trek-Geschichte gezählt werden.

Die Geschichte rund um das Geheimnis, das Starfleet in einem abgelegenen System hütet, wird in diesem Buch schließlich aufgelöst. Wie genau, das soll hier nicht verraten werden. Genial gelöst ist jedenfalls auch das.

ACHTUNG!
Der nächste Absatz enthält einige Informationen, die dem/der Leser(in) einiges an Spannung nehmen könnten. Da "My Brother's Keeper" vor allem eine Serie über die Charaktere ist, ist das zwar nicht ganz so schlimm, sollte aber jemand vorhaben, diese Bücher demnächst zu lesen, sollte er/sie diesen Teil dieser Besprechung besser überspringen. Nach diesem Absatz kann wieder gefahrlos weitergelesen werden.

Wie jede(r), der/die mindestens je eine Klingonenfolge der Classic-Serie und einer der neueren Serien gesehen hat, weiß, hat sich das Aussehen der Klingonen in der Zwischenzeit sehr stark geändert. Als würde man in dieser Serie nicht schon genug Details enthüllt, erklärt und/oder angesprochen haben, bietet "My Brother's Keeper" schließlich auch noch eine mögliche und auch glaubwürdige Erklärung für die Veränderung der Klingonen an. Und zwar eine, die sogar berücksichtigt, daß einige Klingonen aus der Classic-Serie in DS9 "verändert" auftreten.

"Enterprise" zu lesen, ohne die beiden ersten Bücher von "My Brother's Keeper" zu kennen, ist absolut nicht empfehlenswert. Michael Jan Friedman hat sich zwar wirklich sehr bemüht, die Ereignisse aus den früheren Büchern an geeigneter Stelle immer wieder kurz zusammenzufassen, aber dennoch würde die Geschichte ohne genau Kenntnisse der früheren Ereignisse sehr viel von ihrem Reiz verlieren. Diese drei Bücher muß man einfach in der richtigen Reihenfolge und am besten direkt hintereinander lesen, um nichts zu verpassen.

Abschließend kann ich nur das wiederholen, was ich auch in den Besprechungen zu den beiden anderen Büchern festgehalten habe: Diese geniale Serie darf kein Classic-Fan auslassen.

© Patrick Ahrer
(ahrer@gmx.at)


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Cover-Foto: © Pocket Books/Paramount Pictures