Shatner beginnt seine Erinnerungen mit der Schilderung seines beruflichen Engagements nach Beendigung von TOS 1969. Während er aufgrund mangelnder Rollen mit "den üblichen Sommerkomödien" durch den Nordosten der USA tingelte und später diverse Gastrollen in Serien wie "Columbo" und "Mission Impossible" absolvierte, bereiteten sich die USA auf die erste Mondlandung vor. Und nach dem Erfolg der Apollo-Mission passierte etwas, womit viele nicht gerechnet hatten: Star Trek wurde zum Renner. Nun, wo das Interesse am Weltraum geweckt war, interessierte man sich auch wieder für SF-Serien und die Einschaltquoten der Wiederholungen von TOS stiegen kontinuierlich. Bei Paramount begann man sich mit dem Gedanken an eine Fortsetzung von Star Trek vertraut zu machen - der Rest ist Geschichte.
Von hier an schildern Shatner und Kreski chronologisch die Ereignisse und widmen dabei jedem der Filme 1-7 ein eigenes Kapitel. Sie gewähren einen Einblick in die Querelen um Drehbuchentwürfe und Machtverhältnisse und lassen dabei viele zu Wort kommen, die als Regisseur, Autor oder Produzent an den Filmen beteiligt waren: Leonard Nimoy, Harve Benett, Nick Meyer, Ron Moore und einige mehr. Shatner scheut sich dabei nicht, seine Einschätzung der Vorfälle zum besten zu geben oder doch zumindest zwischen den Zeilen durchschimmern zu lassen.
Einige Farbfotos, sowie eine Reihe Schwarz-Weiß-Bilder, teilweise mit kurzen Kommentaren versehen, geben ebenfalls einen Überblick über die Entstehungsgeschichte der Filme.
Besonders ausführlich beschreibt das Autorenduo die Produktion von ST V "Am Rande des Universums", in dem Shatner zum ersten Mal Regie führte. Auch hier gewähren die Autoren von "Erinnerungen - Die Filme" Aufschluss über Ideen und Drehbuchkapitel oder Filmszenen, die der Kinogänger nie zu sehen bekam, weil sie nicht verwirklicht, umgeschrieben oder geschnitten wurden.
Die Ausführungen zum letzten ST-Film in dem Shatner mitspielte und auch dem letzten mit dem sich das Buch auseinandersetzt, ST VII, widmen sich hauptsächlich der Auseinandersetzung Shatner`s mit dem Tod seines alter ego Kirk, den er immerhin 28 Jahre lang verkörperte.
"Die NASA ruft an. Man braucht meine Hilfe und zwar sofort." Mit diesem Satz beginnen die Erinnerungen von William Shatner an die Filme, in denen er James T. Kirk verkörperte, und dieser Satz ist bereits typisch für den flapsigen Erzählstil den Shatner/Kreski in weiten Strecken aufrecht erhalten. Oft selbstironisch, manchmal selbstkritisch und immer sehr subjektiv - so erzählen sie auf 446 Seiten über Begebenheiten und Ereignisse die sich in einem Zeitraum von 28 Jahren zugetragen haben. Das lässt von vorneherein keine tiefschürfenden Erkenntnisse erwarten. Doch während sich Shatner/Kreski bisweilen in epischer Breite über Drehbuchstreitereien und Meinungsverschiedenheiten zwischen Produzenten, Regisseur, Drehbuchautor und Studio auslassen kommen andere Dinge zu kurz. Ein bißchen mehr Ernsthaftigkeit und Reflektion über die ST-Filme und ihrer Bedeutung für Shatner hätte dem Buch gut getan - erst im vorletzten Kapitel über ST VII besinnt man sich angesichts des Filmtods von Captain Kirk darauf.
Unangenehm fällt die manchmal undifferenzierte Sichtweise auf. Die Art und Weise in der vor allem Gene Roddenberry verunglimpft wird - der schließlich sogar als running gag herhalten muß - geht zu weit. Spätestens an diesem Punkt geht Shatner - und dem Buch - einiges an Glaubwürdigkeit verloren.
Das "Erinnerungen - Die Filme" nicht ein Ärgernis für den Leser ist, verdankt es hauptsächlich den vielen Passagen, in denen Shatner/Kreski andere Personen zu Wort kommen lassen, allen voran Leonard Nimoy. Und natürlich den Bildern mit ihren teils humorigen Unterschriften; darunter etliche, die man noch nicht gesehen hat und die nicht auf jeder Fanpage zu finden sind.
Meine Empfehlung lautet deshalb für Hardcore-Fans: bei Gelegenheit kaufen und für einen verregneten Sonntagnachmittag aufheben an dem man sowieso nichts besseres zu tun hat; für alle anderen: das Geld kann man sinnvoller anlegen.