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Cover von Fire Ship Star Trek: Voyager
The Captain's Table #4
Fire Ship
Autorin: Diane Carey
Pocket Books
ISBN 0-671-01467-6
274 Seiten


Wie schon die anderen Captains vor ihr verschlägt es Janeway in die Bar und sie ist zuerst ein wenig verwundert, was da vorgeht. Doch schnell gewöhnt sie sich an das Umfeld und wird von anderen Gästen aufgefordert, eine Geschichte zu erzählen, wie es sich in der Bar gehört...

Die Voyager ist im Delta-Quadranten auf ein friedliches Volk gestoßen, das sich Iscoy nennt. Die Iscoy sind sehr freundlich zu der Crew der Voyager und laden sie sogar ein, bei ihnen zu bleiben, um die weite Reise nicht fortsetzen zu müssen. Für Janeway ist das aber keine Option. Sie meint, daß es die Pflicht der Crew ist, zu versuchen, in das Gebiet der Föderation zurückzukommen, um das Wissen, das sie auf ihrer Reise zusammengesammelt haben, zu überbringen. Schließlich ist die Voyager kein Geschenk an die Crew, sondern lediglich eine Art Leihgabe, für die sich Starfleet eine Gegenleistung verdient hat. Sie nimmt aber das Angebot der Iscoy an, einige Tage im Raumdock der Fremden zu bleiben.

Doch plötzlich greift eine riesige Flotte die Iscoy an und Janeway wird von der Voyager und dem Rest der Crew getrennt. Es verschlägt sie schließlich verletzt in eine Rettungskapsel, aus der sie nur mehr zusehen kann, wie das Raumdock zusammen mit der Voyager explodiert. Janeway wird aber gerettet, von einem ihr völlig fremden Schiff und einer Crew, die aus Wesen besteht, die sie nie zuvor gesehen hat. Doch die Fremden kümmern sich gut um sie. Sie sind zwar technisch nicht so gut ausgestattet wie etwa die Voyager, aber man versucht alles zu tun, um Janeways Zustand zu verbessern, und das gelingt auch. Sie erzählt dem Captain des Schiffes davon, was sie erlebt hat, und daß sie befürchtet, daß die Angreifer, die die Iscoy beinahe ausgerottet haben, und die auch ihr Schiff zerstört haben, auch sein Schiff und sein Volk angreifen könnten. Der fremde Captain - wie auch die restliche Crew des Schiffes - tut sich schwer, Janeway zu glauben. Für diese Leute ist es schon seltsam, eine Frau im Weltraum anzutreffen. Und sie glauben ihr schon gar nicht, daß sie Captain ist, da sie sich nicht einmal mit ihren Navigationsmethoden und ihrer Technik auskennt. Janeway behauptet, ihnen helfen zu können, ihre Technik zu verbessern und sich auf den großen Angriff vorzubereiten, doch alle Versuche, den Captain und seine Untergebenen zu überzeugen, scheitern. All die Dinge, die sie über die Technologie ihres angeblich existierenden Schiffes erzählt, klingen für die Crew der "Zingara" so heißt das Schiff, wie Träumerein. Dazu kommt noch, daß die Crew an Hunger leidet und die Vorräte knapp sind. Janeway wird schließlich dazu aufgefordert, die Energiespeicher des Schiffes zu warten, die die Form von Ziegeln haben und eine ständige Reinigung benötigen, um zu funktionieren, da man es sich nicht leisten kann, jemandem Luft und Nahrung zur Verfügung zu stellen, der nichts zum Wohl des Schiffes beiträgt. Janeway wird bewußt, daß sie sich das Vertrauen ihrer neuen Schiffskameraden erst verdienen muß, und daß sie nur die Möglichkeit hat, sich langsam wieder hochzudienen. Doch das muß möglichst schnell geschehen, denn bei der nächsten Gelegenheit will man sie an einem sicheren Ort absetzen, da es für die Crew der Zingara eine zu große Verantwortung und Belastung ist, eine Frau an Bord zu haben.

Es gäbe noch vieles zu erzählen, doch ich will niemandem den Spaß verderben. Deshalb ist hier Schluß. Ich kann versprechen, daß in dem Buch noch vieles passiert, was nicht nur spannend ist, sondern durchaus auch zum Nachdenken anregt, wie es viele der guten Star-Trek-Episoden tun.

"Fire Ship" erzählt die Geschichte - wie auch die anderen "Captain's Table"-Bücher - aus der Sicht des Captains. In diesem Fall berichtet Captain Janeway, was ihr widerfahren ist und welche Lehren sie daraus gezogen hat. Geschrieben wurde das Buch von Diane Carey, die wohl jedem, der schon den einen oder anderen Star-Trek-Roman gelesen hat, ein Begriff ist. Sie hat schon zu allen Star Trek-Buchreihen etwas beigetragen (wenn man einmal von "New Frontier" absieht). Besonders häufig taucht sie bei Nacherzählungen von Episoden auf. So stammen zum Beispiel die Bücher zu "Descent", "The Search" (siehe auch: "Die Suche"), "The Way of the Warrior" und "Flashback" aus ihrer Feder. Sie wird recht häufig als eine Autorin gesehen, deren Bücher entweder hervorragend, oder aber extrem schlecht sind. Dieses Buch gehört eindeutig zu den sehr guten Werken. Es wird nicht nur eine spannende Geschichte erzählt, "Fire Ship" bietet mehr. Die Figur Janeway ist ebenso wie alle anderen auftretenden Charaktere sehr gut und gefühlvoll ausgearbeitet. Auch die neu eingeführten Völker, die eine größere Rolle in der Geschichte spielen, sind mit jeweils interessanten Charakteristika ausgestattet. Ebenfalls positiv ist, daß Schlachten nicht unnötig in die Länge gezogen werden, nur um noch einige Seiten mehr zu füllen.

Nur einen winzig kleinen Auftritt hat in diesem Roman die restliche Voyager-Crew, die praktisch überhaupt nicht vorkommt. Das ist aber aufgrund der zahlreichen anderen neuen Figuren nicht weiter schlimm.

Der Titel "Fire Ship" ist der Name eines Manövers, das Janeway im Laufe der Geschichte in einer aussichtslos scheinenden Situation einsetzt.

"Fire Ship" ist ein sehr gutes Buch, daß in jedem Fall schön zu lesen ist. Ein absolutes Muß ist es für Janeway-Fans.


© Patrick Ahrer
(ahrer@gmx.at)

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Cover-Foto: © Pocket Books/Paramount Pictures