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Buchbesprechung von Patrick Ahrer
Buchbesprechung von Claudia Wlaschütz

Cover von "The Genesis Wave, Book One"
Star Trek: The Next Generation
The Genesis Wave, Book One
Autor: John Vornholt
2000, Pocket Books
ISBN 0-7434-1180-3
308 Seiten
(Hardcover-Ausgabe)

Das erste Kapitel dreht sich um Dr. Carol Marcus, die seit langer Zeit auf einer einsamen Insel mehr oder weniger eingesperrt ist. Außer ihr befinden sich nur ständig wechselnde Starfleet-Sicherheitsleute auf dem kleinen Stück Land. Sie darf sich zwar theoretisch auch von der Insel wegbegeben, muß dabei aber immer mit Aufpassern umgeben sein, um unter allen Umständen eine Entführung zu verhindern. Der Grund dafür ist das Genesis-Projekt. Es wurde zwar offiziell längst eingestellt und alle Unterlagen sind vernichtet, aber Dr. Marcus weiß natürlich noch immer einiges darüber. Und so wäre es theoretisch denkbar, daß Genesis zu neuem Leben erwacht.

Diese Sorgen scheinen sehr berechtigt zu sein. Denn schon am Ende des ersten Kapitels wird Dr. Marcus entführt. Es erscheint plötzlich ihr - eigentlicht längst toter - Sohn David, der sie mitnehmen möchte. Die alte Frau freut sich darüber so sehr, daß sie nicht länger über die Unmöglichkeit des von ihr Wahrgenommenen nachdenkt und begeistert mitkommt.

Irgendwo am anderen Ende des Föderationsraumes bastelt Leah Brahms zusammen mit ihrem Mann und anderen Wissenschaftlern an einem ganz besonderen Schutzanzug, der in Zukunft Schiffsingenieuren ermöglichen soll, auch in bereits schwer beschädigten und verstrahlten Maschinenräumen arbeiten zu können.

Plötzlich nähert sich eine riesige "Welle" dem Planeten. Leah steckt gerade im Prototyp des Anzuges, weil Tests durchgeführt wurden. Als die "Welle" auf den Planeten trifft, beginnt sich vor ihren Augen alles zu verwandeln. Einfach alles (auch die Lebewesen) werden auf seltsame Art und Weise in eine völlig neue Welt verwandelt. Innerhalb weniger Sekunden sind rund um sie alle tot und rückstandslos zu einem Teil des neuen Planeten geworden. Sie überlebt nur, weil der Anzug sie vor dem Effekt der Welle schützt...

Auf der Enterprise-E sieht Geordi nach längerer Zeit wieder einmal die für ihn eingetroffenen Nachrichten durch. Darunter ist auch eine Nachricht von Leah Brahms. Seit seiner Begegnung mit ihr, konnte er sie nicht mehr vergessen und würde sie nur zu gern noch viel näher kennenlernen. Da Leah aber längst verheiratet ist, bleibt ihm nur der freundschaftliche Kontakt mittels kleiner Nachrichten. Nachdem er sich Leahs Nachricht angesehen hat, nimmt er eine Antwort auf und verschickt diese an sie. Doch wenig später meldet ihm der Computer, daß sie nicht zugestellt werden konnte. Weitere Nachforschungen ergeben, daß sich sämtliche Planeten, Stationen und Relays des Sektors, in dem sich Leah aufgehalten hat, nicht mehr melden...

Dieses Buch ist der erste Teil eines Zweiteilers von John Vornholt, einem meiner Lieblingsautoren. Der zweite Teil von "The Genesis Wave" wird voraussichtlich erst im April 2001 erscheinen. Und damit wären wir auch schon beim einzigen großen Negativpunkt dieses Buches: Es endet an einer sehr spannenden Stelle und die Fortsetzung gibt es erst in vielen Monaten.

Nachdem das gesagt ist, können wir uns auch gleich den vielen positiven Seiten von "The Genesis Wave, Book One" widmen. Wie in allen seinen Büchern, hat es Vornholt wieder hervorragend verstanden, die verschiedenen Welten, die im Buch vorkommen, zu beschreiben und so für den Leser eine sehr "realistische" Atmosphäre zu schaffen. Es ist einfach phantastisch, wie er es immer wieder fertigbringt, mit nur wenigen Worten so viele Dinge zu transportieren. Und dabei ist das bei dieser Geschichte besonders schwierig, weil sie sich nicht überwiegend auf einem bestimmten Planeten abspielt, sondern an vielen verschiedenen Orten.

Sehr gut getroffen sind auch die bekannten Charaktere. Riker und Troi sind nach "Star Trek: Insurrection" noch immer ein Pärchen. Und Geordi hat im privaten Umgang mit Frauen weiterhin Probleme. Von den Hauptfiguren aus den letzten Staffeln der TNG-Fernsehserie ist nur Worf nicht dabei. Das ist aber logisch, da er ja seit einer Weile auf Deep Space Nine zu Hause ist und in den Filmen nur als eine Art Besucher auf der Enterprise-E war. Dafür gibt es ein Wiedersehen mit vielen anderen Charakteren: Carol Marcus, Leah Brahms, Enterprise-Bordfriseur Mr. Mot, der Klingone Maltz (siehe "Star Trek III: The Search for Spock"), Admiral Nechayev und sogar Wesley Crusher. Wobei ich gewisse Zweifel habe, daß wir beim letztgenannten Herrn der "echten" Ausgabe begegnet sind.

Die erzählte Geschichte befaßt sich (wie schon sehr deutlich aus dem Titel des Buches hervorgeht) mit dem Genesis-Projekt, das mich schon in den Kinofilmen fasziniert hat. Als sehr friedliches Instrument zum Schaffen von Leben gedacht, wird es hier von unbekannten Feinden als unglaublich brutale Waffe eingesetzt. Ein Planet nach dem anderen fällt der Genesis-Welle zum Opfer. Und wenn sie nicht gestoppt werden kann, wird sie bis in das Herz der Föderation - zur Erde - vorstoßen und dann auch noch in romulanischen Raum eindringen. Angesichts dieser Bedrohung versuchen die Föderation, die Klingonen und die Romulaner gemeinsam, die Welle zu stoppen.

Mir gefällt es sehr gut, daß das Genesis-Projekt wieder einmal das Thema einer Geschichte ist. Und wenn das dann auch noch so spannend umgesetzt ist, wie das hier der Fall ist, ist es natürlich perfekt.

Fazit: "The Genesis Wave, Book One" ist ein sehr gutes Buch, das man nicht verpassen sollte. Man könnte sich höchstens überlegen, mit dem Lesen zuzuwarten, bis auch der zweite Teil erhältlich ist. So könnte man den wirklich gemeinen Cliffhanger am Ende dieses ersten Teils entschärfen.

© Patrick Ahrer
(patrick@afss.cjb.net)


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Cover-Foto: © Pocket Books/Paramount Pictures