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Buchbesprechung von Patrick Ahrer
Buchbesprechung von Claudia Wlaschütz

Cover von "Millennium #3 - Inferno" Star Trek: Deep Space Nine
Millennium #3
Inferno
Autoren: Judith & Garfield Reeves-Stevens
2000, Pocket Books
ISBN 0-671-02403-5
411 Seiten

"Inferno" ist das dritte und somit letzte Buch des "Millennium"-Dreiteilers. Es bringt die Geschichte rund um die "Red Orbs of Jalbador", das zweite Wurmloch und das Ende des Universums zu einem Ende.

Am Beginn finden sich die diversen beteiligten Personen alle in seltsamen und äußerst unangenehmen Situationen wieder. Jeder scheint in einer Art "persönlichen Hölle" gelandet zu sein. Die Pah-wraiths haben dafür gesorgt, daß jeder genau das erlebt, wovor er sich am meisten fürchtet. Chief O'Brien befindet sich zB in einer riesigen Dyson-Sphäre. Obwohl er von einem solchen Objekt fasziniert ist, ist das für ihn eine schreckliche Erfahrung. Er scheint nämlich das einzige Lebewesen in dem riesigen technischen Wunderwerk zu sein. Nachdem für ihn subjektiv tausende von Jahren vergangen sind, nähert sich ihm plötzlich doch noch ein anderes Lebewesen. Es ist Dukat, der O'Brien anbietet, ihn mitzunehmen und somit aus dieser Hölle zu befreien. Wenn der Chief das möchte, soll er schwören, Dukat zu dienen.

Angesichts der unglaublich schrecklichen Situation, in der sich O'Brien über so lange Zeit befunden hat, ist die Entscheidung für ihn natürlich nicht sonderlich schwer. Er nimmt Dukats Angebot an und dieser nimmt ihn auch tatsächlich mit. Nur einen Augenblick später findet sich O'Brien auf der Boreth wieder und kann sich nun wieder an alles erinnern.

Das Universum hat tatsächlich aufgehört zu existieren, so wie Kai Weyoun und die "Bajoran Ascendancy" es geplant hatten. Die Boreth, aber auch die Defiant, scheinen innerhalb des Wurmlochs in einigen Überresten eines Raum/Zeit-Kontinuums zu existieren. Auch Deep Space Nine ist auf Hauptschirm zu sehen. Es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis sich diese letzten "Unebenheiten" glätten und auch diese allerletzten Reste von Raum/Zeit - und damit die wenigen Überlebenden aus den Universen, wie wir sie kennen - aufhören zu existieren.

Die ersten ca. 100 Seiten dieses Buches waren für mich schrecklich zu lesen. Durch diese ganzen "persönlichen Höllen" und dem ständigen erzählerischen Herumhüpfen von einem Schauplatz zum anderen war es mir teilweise nicht mehr so ganz möglich, der Geschichte zu folgen. Erst nach und nach hat sich diese Verwirrung dann gelegt, als schließlich alle Leute wieder in die "Realität" zurückgekehrt sind. Zwar ist es auch danach teilweise noch etwas verwirrend, man kann der Sache aber wieder folgen, wenn man bei diversen Schauplatz- und/oder Zeit-Wechseln kurz innehält und überlegt, wo man jetzt wieder gelandet ist.

Mag sein, daß meine anfänglichen "Probleme" daran liegen, daß ich zwischen "The War of the Prophets" und "Inferno" einige andere Bücher gelesen habe und mich dadurch nicht mehr ganz genau an das Ende des 2. Teils erinnern konnte. Aber wie soll man das sonst machen, wenn dieser letzte Teil einen Monat später erscheint, als die beiden ersten?

Die Geschichte wird dann aber immer besser. Sie ist extrem dicht erzählt, obwohl sie 410 Seiten lang ist. Es geht hier wirklich von einem Ereignis zum nächsten, ohne daß dazwischen eine kleine "Erholungspause" eingeschoben wird. Man hüpft quer durch Raum und Zeit.

Grob betrachtet, kann man vier Schauplätze trennen: Die Boreth, die U.S.S. Defiant, Deep Space Nine zur Zeit des Rückzugs der Cardassianer und die Station zur Zeit der Öffnung des zweiten Wurmlochs.

In "Inferno" werden zahlreiche Fragen, die insbesondere am Ende von "The Fall of Terok Nor" über die darin beschriebenen Ereignisse noch offen geblieben sind, beantwortet. Unter anderem erfährt man, wer nun tatsächlich die von Gul Dukat beim Abzug der cardassianischen Truppen aktivierte Selbstzerstörungssequenz der Station unterbrochen hat.

Besonders unterhaltsam ist ein Gespräch zwischen zwei Garaks. Beteiligt daran sind Garak, der zusammen mit den anderen in die Ereignisse rund um den Untergang des Universums verwickelt war, und Garak zur Zeit des cardassianischen Rückzugs von Bajor. Der Dialog zwischen den beiden ist wirklich originell und gut geschrieben.

Fazit: "Inferno" ist - wenn man vom (zumindest für mich) etwas verwirrenden Anfang absieht - ein sehr gutes Ende für diesen Dreiteiler von Judith & Garfield Reeves-Stevens. Auf jeden Fall hat mir dieses Buch besser gefallen, als das nicht ganz so gute "The War of the Prophets". "Millennium" insgesamt ist meiner Meinung nach ein ganz interessanter und äußerst spannender Dreiteiler, der voll auf Spannung und Tempo setzt.

© Patrick Ahrer
(ahrer@gmx.at)


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Cover-Foto: © Pocket Books/Paramount Pictures