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Star Trek #53 Titel der Originalausgabe: "The Kobayashi Maru" Preis: DM 11,90, ÖS 88,- |
| Inhalt |
Dieses TOS-Buch ist zeitlich kurz nach "Star Trek: The motion picture" angesiedelt und beschäftigt sich mit den beim Kobayashi-Maru-Test gemachten persönlichen Erfahrungen von Kirk, Scotty, Sulu und Chekov.
Kirk, McCoy, Scotty, Sulu und Chekov sind auf einer Shuttlemission nach Hohewyn VII, um den Verbleib einer Gruppe Forscher zu überprüfen, als sie von einer einsam im Raum schwebenden Gravitationsmine getroffen werden. Der Zusammenstoß beschädigt Antrieb und Navigation stark und auch die Besatzung trägt einige Blessuren davon. Insbesondere Sulu erleidet Verletzungen, die zu behandeln auf der Krankenstation ein leichtes gewesen wäre; im Shuttle mit einer Notausrüstung jedoch ein schwieriges Unterfangen darstellt. Aufgrund der besonderen Umweltbedingungen des Hohewyn-Systems sind Kommunikation als auch Ortung durch die Enterprise unmöglich. Es bleibt ungewiss, wann oder ob überhaupt die Besatzung des Shuttles gerettet wird.
Diese ausweglos scheinende Situation erinnert Sulu an den Kobayashi-Maru-Test den er auf der Sternenflottenakademie absolvieren musste. Dabei handelt es sich um eine Simulation, bei der ein Kadett das Kommmando über ein Raumschiff erhält, welches einen Notruf von der "Kobayashi Maru" auffängt; einem mit Treibstoff geladenen, manövrierunfähigen Föderationsfrachter, der sich im klingonischen Raum befindet. Das Szenario gilt als nicht lösbar und dient in erster Linie dazu, die Charakterfestigkeit der Kadetten zu prüfen.
Um sich im Shuttle die Zeit zu vertreiben und die lebensbedrohende Situation in der sie sich befinden zu vergessen, erzählen Kirk, Scotty, Chekov und Sulu von ihren Kobayashi-Maru-Tests. Dabei beschränken sich ihre Ausführungen nicht nur auf den Test selbst, sondern auch auf die Beweggründe ihres Handelns bzw. die Konsequenzen, die ihr Verhalten beim Test nach sich zogen.
[leichte Spoiler]
Der junge James T. Kirk tritt mehrmals zum Test an, da er sich mit
einer Niederlage nicht abfinden will und schließlich greift er zu
einem eher unkonventionellen Mittel, welches bei seinen Ausbildern auf
nicht sehr viel Gegenliebe stösst...
Pavel Chekov bevorzugt drastischere Methoden, was das Kollegium der Akademie veranlasst eine weitere Simulation anzusetzen. Bei dem sogenannten Aslan Szenario werden die Kadetten für 3 Tage auf einer verlassenen Raumstation ausgesetzt mit dem Hinweis, einer von ihnen sei ein Mörder und das einzige Ziel des Szenarios sei, zu überleben. Nach diesen 3 Tagen hat sich Pavel Chekov durch eine gewisse Kompromißlosigkeit nicht nur den Unwillen seiner Lehrer, sondern auch den seiner Freunde und Klassenkameraden zugezogen...
Hikaru Sulus Erzählungen beginnen mit seinen Erlebnissen bei einer Simulation mit Namen "Große Politik", in der das Zusammenspiel zwischen Föderation, Klingonen und Romulanern, sowie unabhängigen Planeten abgebildet wird. Sulu erzielt hierbei Erfolge mit einigen selbstgefalteten Papierkranichen, bzw. dem, was er von seinem weisen Urgroßvaters gelernt hat. Zu diesem hat er eine ganz besondere und innige Beziehung, doch am Tag vor dem Kobayashi-Maru-Test erfährt Sulu von dessem Tod...
Montgomery Scott schließlich zeichnet sich beim Test durch großen
Einfallsreichtum aus und sein Trick ist auf ähnliche Weise unkonventionell
wie der von Kirk. Jedoch gerade darum - und zur großen Freude von
Scotty - muß er seine Kommandoausbildung abbrechen...
[Spoilerende]
Langsam wird die Lage im verunglückten Shuttle prekär und in Kirk hallen noch die Erzählungen seiner Crew nach als er beschließt, sich auch diesesmal nicht mit einer Niederlage abzufinden.
Er fasst einen Plan...
| Kritik |
Die Rahmenhandlung um das verunglückte Shuttle nimmt einen relativ kleinen Anteil der 254 Seiten ein und das ist auch gut so, denn sie wirkt etwas bemüht und konstruiert. Dies ist jedoch der einzige Kritikpunkt, ansonsten zeichnet sich Julia Ecklars Buch durch Einfallsreichtum, Kurzweiligkeit und einer liebevollen Behandlung der Charaktere aus. Und trotzdem der Kobayashi-Maru-Test gleich viermal als Aufhänger dient, gelingt es der Autorin vier ganz unterschiedliche Geschichten zu erzählen und so die Neugier des Lesers jedesmal aufs Neue zu entfachen. Ein weiterer Pluspunkt ist, daß sich hier mal nicht alles um Kirk, Spock und Pille dreht, sondern das neben Kirk auch Scotty und vor allem den oft vernachlässigten Charakteren Sulu und Chekov zu gleichen Teilen Aufmerksamkeit gewidmet wird.
Dieses Buch wird vermutlich besonders denjenigen gefallen, die selbst Gefallen daran finden, Szenarios in Gedanken durchzuspielen, oder Spaß daran haben, sich in die Rolle eines Sternenflottenoffiziers zu versetzen.
Kurz: ein gelungenes und unterhaltsames Buch - nicht nur für TOS-Fans!
Hinweis:Es ist auch eine Buchbesprechung zur amerikanischen Originalausgabe dieses Romans verfügbar: Star Trek #47 - The Kobayashi Maru. |