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Star Trek: Voyager
Mosaic Autorin: Jeri Taylor 1996, Pocket Books ISBN 0-671-56312-2 (Paperback-Ausgabe 1997!) 312 Seiten (Paperback-Ausgabe 1997!) |
Die Crew der U.S.S. Voyager ist - wie so oft - auf der Suche nach neuen Nahrungsmittel-Vorräten für ihre Reise in Richtung Heimat. Vom ersten Planeten, der angeflogen wurde, wird die Crew schnell wieder vertrieben. Eigenartige Stürme, die für ein von Captain Janeway selbst geführtes Außenteam fast zum Verhängsnis geworden sind, sorgen dafür, daß man sich so schnell wie möglich wieder zurückzieht.
Auf dem Weg zum nächsten vielversprechenden Planeten wird die Voyager von einem noch relativ weit entfernten Kazon-Schiff gerufen. Maje Dut von den Kazon-Vistik fordert die Voyager-Crew auf, sofort anzuhalten und zu warten, bis sie vom Kazon-Schiff eingeholt werden. Eine Begründung für diese Forderung nennt er nicht. Janeway entschließt sich schließlich dazu, die Aufforderung des Maje zu ignorieren und einfach weiterzufliegen.
Und man erreicht dann auch bald den nächsten Planeten. Wieder beamt ein Außenteam - dieses Mal unter dem Kommando von Tuvok - hinunter, um nach Nahrungsmitteln Ausschau zu halten. Auf dem Planeten angekommen, entdecken die Leute von der Voyager seltsame Konstruktionen, die aussehen, als wären sie von einer intelligenten Spezies errichtet worden. Insbesondere Harry ist von diesen Bauwerken angetan und möchte sie näher untersuchen. Tuvok teilt daraufhin das Team auf. Neelix soll mit einem Teil losziehen und wie geplant Nahrungsmittelvorräte sammeln, während der Rest des Außenteams (inklusive Tuvok und Harry) versucht, mehr über die Konstruktionen herauszufinden.
Doch mit der Ruhe ist es bald vorbei. Die Kazon tauchen auf und beschädigen in einem Blitzangriff die Voyager schwer. Janeway ist gezwungen, in einem nahen Nebel Schutz zu suchen, bis zumindest die wichtigsten Systeme wieder einsatzbereit sind. Somit bleibt das Außenteam alleine zurück. Als sie bemerken, daß Kazon auf dem Planeten eingetroffen sind und sich nähern, versuchen die beiden Teams, wieder zusammenzukommen, was nach einigen Schwierigkeiten für das Team von Neelix auch gelingt. Die Kazon kommen aber immer näher und so müssen die Starfleet-Leute möglichst schnell eine Möglichkeit finden, sich in Sicherheit zu bringen.
Schließlich entdeckt Harry einen seltsamen Mechanismus, den er auch auslösen kann. Ein Teil des Bodens sinkt daraufhin ab und gibt den Eingang zu einem Tunnelsystem unter der Oberfläche des Planten frei. Das Voyager-Außenteam vermutet, daß es sich dabei um eine Grabstätte handeln könnte. Doch noch bevor man lange überlegen kann, begeben sich alle Mitglieder des Teams in die Tunnel und der "Eingang" wird wieder verborgen, um die Kazon fernzuhalten.
Janeway muß unterdessen nach einem Weg suchen, ihre Crewmitglieder auf dem Planeten zu retten. Doch solange zahlreiche wichtigste Schiffssysteme außer Betrieb sind, ist sie zum einfach Abwarten verdammt. Und das ist etwas, was ihr schon immer schwer gefallen ist. Und so erinnert sie sich im laufe dieser Mission immer wieder an verschiedene Ausschnitte ihres bisherigen Lebens: Ihre Kindheit, ihre Zeit in einer sehr traditionalistischen Schule, in die sie von ihren Eltern gegen ihren Willen geschickt wurde, ihre Ausbildung in der Starfleet Academy, an die Mission, in deren Verlauf sie von Cardassianern gefangengenommen wurde, an den gleichzeitigen Tod ihres Verlobten und ihres Vaters usw.
"Mosaic" ist eines dieser Bücher, die die Vergangenheit eines Charakters sehr genau beleuchten. Derartige Geschichten haben mir schon immer sehr gut gefallen und so bin ich auch von dieser begeistert. Jeri Taylor zeichnet in "Mosaic" das Bild einer Persönlichkeit, indem sie mit vielen kleinen Ausschnitten aus ihrem Leben - vielen einzelnen Mosaiksteinen - ein Gesamtbild entstehen läßt. In diesem Buch erfährt man von der kleinen Kathryn Janeway, die laufend ihren Vater beeindrucken wollte, von ihrer Schulzeit, ihrem ersten Ausflug in den Weltraum, bei dem sie ihr Vater mit auf den Mars genommen hat und bei dem sie einen gewissen Cadet Data trifft, ihren Tauchgängen durch unter der Wasseroberfläche liegende Höhlen auf dem Mars, die ihr von ihren Eltern ausdrücklich verboten wurden, von ihrer ersten großen Liebe und - neben noch zahlreichen anderen Episoden aus ihrem Leben - von der größten Tragödie ihres Lebens: Dem gleichzeitigen Tod ihres Verlobten und ihres Vaters bei einem Unfall, den sie als einzige überlebt hat.
Sehr stark beleuchtet wird unter anderem Kathryn Janeways Verhältnis zu ihrer Familie. Wie ein roter Faden zieht sich dieses Element durch viele der Rückblenden. Ihr Vater, Admiral Janeway, war für die kleine Kathryn so ziemlich die wichtigste Person. Sie freute sich immer auf jene Momente, in denen er sich Zeit für sie nahm und sich mit ihr beschäftigte. Um ihn zu begeistern und so vielleicht dafür zu sorgen, daß er mehr Zeit mit ihr verbringt, lernt Kathryn zahlreiche Dinge viel früher, als andere Kinder das tun. Doch später ist ihr Vater immer weniger in ihrer Nähe. Die Cardassianer machen der Föderation Sorgen. Sie könnten der Grund dafür sein, daß die Föderation nach langer Zeit des ununterbrochenen Friedens wieder in einen Krieg verwickelt wird. Kathryns Vater ist in die Aktivitäten, einen solchen Krieg zu verhindern, offensichtlich stark eingebunden und deshalb kaum mehr zu Hause. Das führt dazu, daß er manchmal sogar viele Monate lang nicht in die Nähe der Erde kommt und dann, wenn er schließlich wieder einmal bei seiner Familie ist, auch nur wenige Tage Zeit hat, bevor er wieder los muß. Irgendwann ist es dann schließlich so weit und die mittlerweile älter gewordene Kathryn erzählt ihrem Vater all das, was sie in diesen Jahren empfunden hat. Ein gewisser Admiral Paris, mit dem sie von ihrer Zeit an der Starfleet Academy an immer wieder zusammengearbeitet hat, hat ihr oft ganz stolz von seinen Kindern - insbesondere von seinem Sohn Tom - berichtet. In diesen Momenten dachte sie immer an ihren Vater und wünschte sich, daß er seinen Kollegen auch so von ihr berichtet. Nachdem sie ihm das erzählt hat, ist ihr Vater etwas geschockt. Er berichtet, daß er das immer getan hat. Und zwar in einem viel stärkeren Ausmaß, als das von Admiral Paris im allgemeinen bekannt ist. Und so kommen sich Vater und Tochter in diesen Momenten wieder näher. Doch dann folgt die große Katastrophe, bei der Kathryns Vater stirbt. Sie versteckt sich daraufhin monatelang in ihrem Bett. Sie zieht sich völlig zurück und will nur ihre Ruhe haben. Schließlich wird es ihrer Schwester Phoebe - mit der Kathryn nie besonders gut ausgekommen ist, weil sie ein völlig anderer, eher künstlerisch orientierter Typ ist - zu bunt und sie sorgt nach einigen erfolglosen verbalen Versuchen mit eiskaltem Wasser dafür, daß ihre Schwester ihr Bett verläßt und wieder mit ihrem Leben beginnt.
Damit habe ich noch lange nicht alles erwähnt, was "Mosaic" über die Person Kathryn Janeway erzählt. Jedenfalls ist alles so gut geschrieben, daß man in den zahlreichen Hochs und Tiefs von Janeways Leben wunderbar mit ihr mitfühlen kann.
Diese Rückblenden wechseln sich immer mit der Geschichte rund um die Konfrontation mit den Kazon-Vistik ab. Der deutlich interessantere Teil ist aber auf jeden Fall Janeways Lebensgeschichte. Dennoch muß ich aber sagen, daß ich auch die andere Geschichte nicht so schlecht finde. Insbesondere die Beschreibung der Kazon fand ich ganz unterhaltsam, zumal ihre etwas "eigenwilligen" und nicht unbedingt sehr intelligenten Aktionen von einem ihrer Gefangenen gedanklich gekonnt ins Lächerliche gezogen werden.
Eine Art Fortsetzung zu diesem Buch ist "Pathways", in dem Geschichten über die Vergangenheit der restlichen Voyager-Führungscrew erzählt werden, nachdem in diesem Buch Janeway ausführlich beleuchtet wurde.
Fazit: "Mosaic" ist ein hervorragendes Buch, das für jeden Voyager-Fan (und eigentlich auch für Star-Trek-Fans, die normalerweise mit Voyager nicht so viel anfangen können) ein absolutes Muß ist. Für mich ist es auf jeden Fall eindeutig das beste Voyager-Buch, das ich bisher gelesen habe.