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Star Trek #91
New Earth #3
Rough Trails
Autorenteam: L.A. Graf
2000, Pocket Books
ISBN 0-671-03600-9
360 Seiten

Nach den Ereignissen aus "Belle Terre" ist der Planet jetzt bei weitem nicht mehr so schön, wie er das vor der großen Katastrophe war. Stürme, Staub und Strahlung machen das Leben auf Belle Terre nicht gerade einfacher. Und als wäre das noch nicht genug, funktionieren aufgrund des Oliviums, das sich jetzt überall auf Belle Terre findet, auch Funkübertragungen überhaupt nicht. Nur durch sogenannte "Landlines" kann ein Minimum an Kommunikation zwischen den einzelnen Siedlungen aufrecht erhalten werden.

Während die Enterprise ein Stückchen von Belle Terre entfernt nach Angreifern Ausschau hält, sind Chekov, Sulu, Uhura, Rand und Scotty auf dem Planeten zurückgeblieben. Sulu, Uhura, Rand und der Chefingenieur der Enterprise sind hauptsächlich auf der Planetenoberfläche selbst unterwegs, um nach technischen Lösungen zu suchen, die den Kolonisten das Leben etwas leichter machen könnten. So hat Scotty ein spezielles Fluggerät gebaut, daß speziell auf die Situation auf Belle Terre zugeschnitten ist. Uhura arbeitet unterdessen zusammen mit Rand an einem speziellen Kommunikationssystem, das die "Funkstille" beenden soll. Sulu unterstützt die anderen bei ihren jeweiligen Vorhaben, indem er Testflüge mit Scottys Spezial-Fluggerät (das von allen "Bean" genannt wird) absolviert und versucht, die Signale, die von Uhuras neuem Kommunikationssystem, ausgesendet werden, zu empfangen.

Chekov hält sich auf einer Plattform im Orbit um den Planeten auf, wo er darauf warten soll, abgeholt und zu seinem neuen Posten als 1. Offizier auf der U.S.S. Reliant gebracht zu werden. Bis dahin kann es aber noch sehr lange dauern. Alle Starfleet-Offiziere auf Belle Terre sollen versuchen, möglichst wenig mit den Kolonisten in Kontakt zu kommen, da diese ihnen nur selten freundlich gesinnt sind. Viele von ihnen haben sich in Realitätsverweigerung geflüchtet und lassen immer wieder durchklingen, daß sie der Meinung sind, daß die Enterprise dafür verantwortlich ist, daß ihr Planet zu einem derart unwirtlichen Ort geworden ist. Für Chekov heißt das, daß er eigentlich auf der Plattform bleiben sollte. Doch das wird ihm schnell viel zu langweilig und so sucht er nach einem Weg, sich mit seinen Kollegen auf der Planetenoberfläche zu treffen. Zusammen mit drei Kolonisten fliegt er in einem kleinen Shuttle los. Das Shuttle hat die Aufgabe, Überlebenspakete über einigen Siedlungen abzuwerfen. Aufgrund der pausenlos wütenden Stürme und dem überall vorhandenen Oliviumstaub ist das keine leichte Aufgabe. Und so gerät das Shuttle schließlich in Probleme und stürzt ab.

Bei diesem Absturz haben Chekov und seine Begleiter aber auch Glück im Unglück. Der Flug endet in einem See, der sich in einem Krater gebildet hat, der durch den Einschlag von Stücken, die beim "Angriff" auf den Olivium-Mond Richtung Belle Terre geschleudert wurden (siehe "Belle Terre"), entstanden ist. Das Shuttle sinkt zum Boden und die Insassen haben erst einmal überlebt. Es wird aber schnell klar, daß sie nicht einfach in dem Wrack bleiben und einfach auf Hilfe warten können. Der Druck, der auf das Shuttle einwirkt, wird über kurz oder lang zu einem Problem werden. Deshalb werden die Überlebensanzüge hervorgekramt und angezogen. Die vier wollen versuchen, damit aus dem See herauszukommen. Unterwegs bekommt jedoch einer der drei Begleiter Chekovs Probleme. Wasser dringt in den Anzug des Mannes ein. Chekov schickt die beiden anderen vor und verspricht dem Angeschlagenen, ihn nicht ertrinken zu lassen. Doch es wird knapp. Als das Wasser den Anzug bereits bis zum Kinn des Mannes ausgefüllt hat, besteht dringender Handlungsbedarf. Chekov sagt ihm, daß er aus dem Anzug heraus soll und dann versuchen muß, möglichst schnell an die Oberfläche zu kommen. Das versucht er dann auch und Chekov kann nur hoffen, daß alles gut gegangen ist.

Als es dann auch Chekov geschafft hat, entdeckt er am Ufer des Sees den leblosen Körper seines Begleiters. Er ist erschossen worden. Und auch Chekov wird plötzlich angegriffen...

"Rough Trails" ist leider das bisher schlechteste Buch in der "New Earth"-Reihe. Nach dem Lesen von "Belle Terre" hatte ich ja gehofft, daß es danach weiterhin immer besser wird. Dem ist aber leider nicht so. Dieses Buch wirkt extrem in die Länge gezogen und deshalb war es an manchen Stellen schon so, daß ich eigentlich gar nicht mehr weiterlesen wollte.

Die Autorinnen haben sich genau auf jene Elemente extrem stark konzentriert, die für mich am uninteressantesten waren. Seitenlang wird immer wieder beschrieben, wie unglaublich unwirtlich es auf der Planetenoberfläche ist, wie schmerzhaft irgendeine Verletzung ist, oder wie schwierig es ist, in den Stürmen herumzufliegen. Um zu begreifen, daß Belle Terre nicht der ideale Ort für einen Erholungsurlaub ist, hätte auch deutlich weniger gereicht. Der an sich ganz interessante Inhalt dieser Geschichte, nämlich die Verschwörung, die die ganze Gegend durchzieht, und der illegale Abbau von Olivium, bleiben lange Zeit im Hintergrund. Erst im letzten Teil von "Rough Trails" geht es damit so richtig los und ab diesem Punkt macht das Lesen auch gleich viel mehr Spaß. Leider muß man sich dafür aber zuvor durch über 200 Seiten quälen, in denen diesbezüglich kaum etwas weitergeht.

Chekov lernt in diesem Buch eine Frau kennen, mit der er dann gemeinsam herumzieht. Zwischen den beiden entwickelt sich zwar eine interessante Dynamik, aber auch hier verpassen L.A. Graf die Chance, die Beziehung zwischen den beiden etwas näher zu beleuchten. Man sieht alle Charaktere einfach ständig nur "in Aktion". Mir fehlen in diesem Buch die ruhigen Momente, in denen die Charaktere auch einmal an etwas anderes denken, als an das nackte Überleben von sich selbst oder anderen.

Von der bekannten Classic-Crew spielen in diesem Buch nur Chekov, Uhura, Rand, Sulu und Scotty eine wichtige Rolle, wobei innerhalb dieser kleinen Gruppe Chekov, Uhura und Sulu im Mittelpunkt stehen. Der Rest kommt so gut wie überhaupt nicht vor. Das muß nicht schlecht sein, soll aber erwähnt werden, weil das der/die eine oder andere, der/die sich für das Buch interessiert, vielleicht gerne wissen möchte. Ich finde es prinzipiell lobenswert, wenn sich die Bücher auch einmal der Charaktere jenseits des Dreiecks Kirk-Spock-McCoy annehmen. Das alleine ist aber natürlich noch nicht genug, um eine Geschichte zu einer guten und interessanten Geschichte zu machen.

Fazit: "Rough Trails" ist weit unter meinen Erwartungen geblieben. Wer die "New Earth"-Serie als eine große Gesamtgeschichte lesen möchte, muß sich wohl auch dieses Buch antun, alle anderen sollten es sich nur dann zulegen, wenn sie sich nur wegen des schönen Covers dafür interessieren.

© Patrick Ahrer
(patrick@afss.cjb.net)


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