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Star Trek #48 Rules of Engagement Autor: Peter Morwood 1990, Pocket Books ISBN 0-671-66129-9 245 Seiten |
Die Enterprise ist auf dem Weg zur Starbase 12, wo die Crew des Schiffes endlich einmal wieder die Gelegenheit haben soll, etwas Urlaub zu machen. Aber - wie könnte es anders sein - daraus wird leider nichts. Kurz bevor die Enterprise ihr Ziel erreicht hat, erhalten Admiral Kirk und seine Crew einen neuen dringenden Auftrag, durch den der Urlaub erst einmal verschoben wird.
Der Planet Dekkanar ist zwar kein Föderations-Mitglied, es gab aber ein Übereinkommen mit der UFP, nachdem die Föderation für den Schutz des Planeten sorgt. Doch jetzt hat auf Dekkanar eine Revolution stattgefunden. Daraufhin hat man beschlossen, alle Föderationsbürger, die sich auf Dekkanar befinden, vom Planeten zu jagen.
Die Enterprise soll - zusammen mit zwei weiteren Schiffen - Dekkanar anfliegen und dafür sorgen, daß die dort lebenden UFP-Bürger halbwegs sicher den Planeten verlassen können. Für Kirk wird die Sache aber dadurch erschwert, daß er den Befehl hat, unter gar keinen Umständen aggressiv aufzutreten. Das bedeutet unter anderem: Keine Waffen aktivieren und die Schilde nicht verwenden.
Im Klingonischen Imperium ist unterdessen Captain Kasak sutai-Khornezh, ein Klingone der imperialen Rasse, dabei, das Kommando über ein brandneues Schiff namens Hakkarl zu übernehmen. Kasak sutai-Khornezh hat vor vielen Jahren einen schweren Fehler begangen und hat deshalb keine Chance mehr, auf die wirklich "großen" Posten, die im Klingonischen Imperium zu vergeben sind. Da er aber trotzdem sehr angesehen ist, bekommt er regelmäßig das Kommando über die Prototypen der Klingonischen Flotte, um diese zu testen. Aber bevor die "echten" Missionen eines solchen Schiffes beginnen, übernimmt immer jemand anderer das Kommando.
Doch dieses Mal hat Captain Kasak sutai-Khornezh andere Pläne. Die Hakkarl ist ein ganz besonderes Schiff. Eigentlich sind es sogar zwei Schiffe. Der eine "Teil" kommt ohne lebende Besatzung aus und kann so die gesamte erzeugte Energie für Systeme wie Waffen, Schilde und Tarnung verwenden. Im zweiten Teil, dem kleineren der beiden, befindet sich die Crew, die den größeren Teil von dort aus "fernsteuern" kann. Als sutai-Khornezh mit diesem neuen Superschiff losfliegt, beschränkt er sich nicht auf die üblichen Test-Manöver. Mit einer von ihm selbst ausgesuchten Top-Crew nimmt er Kurs auf den Planeten Dekkanar.
Trotz all der Feuerkraft, die sutai-Khornezh zur Verfügung steht, muß sich aber auch er Sorgen machen. Denn der Tatsache, daß Mitglieder der Imperialen Sicherheit und des Imperialen Geheimdienstes Teil seiner Crew sind, kann er sich sicher sein...
In "Rules of Engagement" haben wir es nicht mit Klingonen zu tun, wie wir sie aus den neueren TV-Episoden kennen, sondern mit jenen Klingonen, die John M. Ford in seinem hervorragenden Roman "The Final Reflection" eingeführt hat. Jemand, der "Rules of Engagement" liest, ohne "The Final Reflection" zumindest ansatzweise zu kennen, wird zwar der hier erzählten Geschichte problemlos folgen können, wird sich andererseits aber vermutlich darüber wundern, wie die Klingonen und ihre Gesellschaft hier dargestellt werden.
Mir gefällt diese Art von Klingonen jedenfalls deutlich besser als jene, die man in den neueren TV-Serien zu sehen bekommt. Während bei den letztgenannten Klingonen die "Ehre" häufig einfach zur Rechtfertigung von nicht nachvollziehbarem Verhalten oder in manchen Fällen auch von puren Blödheiten benutzt wird, haben die Klingonen in "The Final Reflection" und auch hier in "Rules of Engagement" tatsächlich eine sehr komplexe Kultur, die sich zwar stark von der menschlichen bzw. jener der UFP unterscheidet, aber trotzdem verständlich und nachvollziehbar ist, wenn man sich damit beschäftigt.
Die Geschichte rund um die Evakuierung der Föderationsbürger von Dekkanar ist weitgehend uninteressant und nur die "Entschuldigung" dafür, die Enterprise und die Klingonen zusammenzubringen. Glücklicherweise hat das aber auch der Autor erkannt und sich nicht unnötig damit aufgehalten. Am besten sind jene Abschnitte, in denen man ausführlich über die Gedanken, Überlegungen und Handlungen von Captain sutai-Khornezh und seiner Crew liest.
Eine kleine Rolle spielen in dieser Geschichte auch die Organier, die wir aus der TV-Episode "Errand of Mercy" kennen. Kirk und der klingonische Captain überlegen immer wieder, wie sich ihre jeweiligen Handlungen mit dem Vertrag von Organia vertragen, und ob die Organier deshalb eventuell in das Geschehen eingreifen. Captain Kasak sutai-Khornezh möchte sogar genau das provozieren.
Fazit: "Rules of Engagement" ist ein gutes Buch, das zusätzliches Lesefutter für all jene bietet, denen es nach dem Lesen von "The Final Reflection" leid getan hat, daß sich die dort dargestellte Art von Klingonen nicht "durchgesetzt" hat.