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Star Trek: Voyager Section 31 #1 Shadow Autoren: Dean Wesley Smith und Kristine Kathryn Rusch 2001, Pocket Books ISBN 0-671-77478-6 251 Seiten |
Die Rhawn haben vor ca. 10 Jahren mit einem riesigen Schiff namens Traveler ihren Heimatplaneten verlassen, weil ein Überleben auf diesem durch die Kollision zweier Sterne unmöglich wurde. Und tatsächlich, jene Rhawn, die aufgrund des trotz der gigantischen Ausmaße von Traveler begrenzten Platzes an Bord zurückbleiben mußten, sind ein/zwei Jahre nach dem Abflug gestorben.
Traveler ist also eine Art riesiger Arche. Es ist ein Schiff, daß aus verschiedenen Einheiten besteht, die jeweils eine bestimmte Region des Planeten darstellen sollen. Ein gigantisches System von kleinen Triebwerken sorgt dafür, daß die fragile Konstruktion nicht auseinanderfällt, denn Schutzschirme haben die Rhawn noch nicht erfunden. An Bord sind die letzten Überlebenden dieses Volkes. Doch auch für sie scheint nun die Zeit gekommen. Traveler - ein Schiff ohne Warp-Antrieb - hat es nämlich offensichtlich nicht geschafft, sich innerhalb der zur Verfügung stehenden Zeit weit genug vom Punkt der Kollision zu entfernen, sodaß das unmittelbar bevorstehende Natur-Schauspiel das Schiff und alles Leben an Bord zerstören wird.
Die Voyager ist unterdessen in der gleichen Gegend, weil Captain Janeway diese Kollision der zwei Sonnen mitverfolgen möchte. Plötzlich entdeckt die Crew die gigantische Konstruktion der Rhawn und begreift erst langsam die Ausmaße und die Tragik des Problems dieses fremden Volkes. Erste Direktive hin oder her, schnell wird der Beschluß gefaßt, den Rhawn zu helfen. Doch das ist nicht so einfach, wie man meinen könnte. Aufgrund der komplizierten und extrem fragilen Konstruktion von Traveler kann das riesige Schiff nicht einfach mit Hilfe eines Traktor-Strahl weggezogen oder -geschoben werden.
Die Rettung der Rhawn ist allerdings nicht das einzige Problem, das die Voyager-Crew beschäftigt. Denn irgendjemand an Bord des Schiffes scheint es auf Seven of Nine abgesehen zu haben. Es passiert ein seltsamer Zwischenfall nach dem anderen, bei denen es Seven jeweils nur ganz knapp gelingt zu überleben. Und seltsamerweise finden sich nach keinem der Vorfälle irgendwelche Spuren, die Tuvoks Ermittlungen weiterbringen könnten.
"Shadow" ist ein hervorragender Auftakt für die vier "Section 31"-Bücher. Dean Wesley Smith und Kristine Kathryn Rusch, deren Star-Trek-Romane mir bisher ausnahmslos sehr gut gefallen haben, haben es wieder einmal geschafft.
Diese Geschichte ist spannend, weil die Story an sich diesbezüglich einiges hergibt und sie auch ohne unnötige Lückenfüller erzählt wird. Für dieses Element ist vor allem der Plot rund um die Angriffe auf Seven verantwortlich. Insbesondere haben die beiden Autoren positiverweise auch darauf verzichtet, jeden Vorgang technisch bis ins Detail exakt zu erklären.
"Shadow" ist aber auch abgesehen vom Spannungselement ein hervorragendes Buch. Die Rhawn und ihr riesiges Schiff sind eine interessante Sache. Dean Wesley Smith und Kristine Kathryn Rusch gelingt es glücklicherweise hervorragend, die gigantischen Ausmaße des Schiffes, die unglaublich hohe Anzahl von Rhawn und die große Vielfalt an Bord darzustellen. Die Größe wird dem/der Leser(in) schön vor Augen geführt, indem festgestellt wird, daß Seven und B'Elanna zirka zwei Tage brauchen würden, um von der Maschinensektion an einem Ende des Schiffes die Kommandozentrale am anderen Ende zu erreichen.
Durch die Geschehnisse rund um Lyspa und ihre Tochter Andra irgendwo im Inneren von Traveler ist zweierlei sehr gut gelungen: Einerseits erfährt man mehr über die Gesellschaftsordnung an Bord des riesigen Schiffes, andererseits wird durch die beiden der möglichen hohen Zahl von Opfern ein persönliches Element - sozusagen ein "Gesicht" - gegeben. Durch Lyspas Augen und Gedanken erlebt man einige Momente des Lebens an Bord mit, was der Geschichte sehr gut tut. Außerdem erfährt man so auch einiges über die vor dem Start von Traveler erfolgte Auswahl jener Personen, die auf das Schiff durften.
All das sind die typischen Vorzüge der Bücher von Dean Wesley Smith und Kristine Kathryn Rusch, die auch hier - wie oben schon erwähnt - wieder voll zur Geltung kommen.
Über Section 31 selbst, die Organisation, die der ganzen vier Bücher umfassenden Reihe ihren Namen gibt, erfährt man in "Shadow" relativ wenig. Sie ist zwar Teil der Geschichte und beeinflußt sie auf Umwegen auch ganz ordentlich, aber echte Neuigkeiten über ihre Organisationsstruktur oder andere Erkenntnisse sind in diesem Buch nicht enthalten. "Shadow" ist eher eine (sehr gute) eigenständige Geschichte.
In Zusammenhang mit Section 31 ist aber doch ein recht interessantes Element enthalten: Seven weiß offenbar schon immer (bzw. seit ihrer Assimilation durch die Borg) um die Existenz dieses speziellen Geheimdienstes. Und dann ist da natürlich auch noch Janeway, die nach den Ereignissen in diesem Buch ebenfalls eingeweiht ist. Es bleibt abzuwarten, ob das noch einmal in irgendeiner Form in den Büchern weiterverfolgt wird.
Fazit: "Shadow" ist ein wirklich ausgezeichneter Roman. Wem die bisherigen Star-Trek-Romane von diesem Autorenduo gefallen haben, der/die wird auch von dieser Geschichte begeistert sein.
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