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Star Trek: The Captain's Table #6
Where Sea Meets Sky
Autor: Jerry Oltion
1998, Pocket Books
ISBN 0-671-02400-0
267 Seiten

Fleet Captain Christopher Pike spaziert gerade durch San Francisco, als er plötzlich den Eingang zu einer Bar entdeckt, die ihm zuvor noch nie aufgefallen ist. Ein Schild informiert ihn über den Namen des Lokals: "The Captain's Table". Anfangs ist er sich nicht ganz sicher, ob er die Bar tatsächlich betreten soll. Doch da es plötzlich zu regnen beginnt, verschwindet seine Unsicherheit recht schnell.

Und so landet auch Captain Pike in jenem seltsamen Lokal, das nur für Captains zugänglich ist. Und er auch er muß eine Geschichte erzählen:

Ein relativ junges Mitglied der Föderation, Aronnia, verwendet seltsame "Raumschiffe", um längere Strecken reisen zu können. Bei diesen Schiffen handelt es sich nämlich nicht so wirklich um Maschinen, sondern eher um äußerst seltsame Lebewesen, die so aussehen, als wären sie riesige Wale mit einem Antrieb, die im Vakuum des Weltraums leben. Die Aronnianer nennen diese Wesen "Titans" und dressieren sie, um sie als Raumschiffe verwenden zu können. Doch jetzt haben die Aronnianer ein Problem: Nach und nach fliegen fast alle Titans zum nahen Planeten Devernia. Das alleine ist aber noch nicht seltsam, da das immer wieder einmal vorkommt. Ungewöhnlich ist jedoch, daß keiner der Titans mehr zurückkehrt und den Aronnianern so die Raumschiffe ausgehen.

Die Enterprise soll nach Aronnia fliegen und herausfinden, was mit den Titans passiert. Als das Schiff dort ankommt, wird ein Vertreter der Aronnianer an Bord genommen. Dieser ist jedoch nicht sehr auskunftsfreudig, wenn es um die Titans geht. Er scheint der Crew der Enterprise nur das erzählen zu wollen, was unbedingt notwendig ist. Ganz offensichtlich gibt es etwas, das die Aronnianer dem Rest der Föderation verschweigen möchten.

Der offensichtlichste Zugang zur Lösung des Problems ist ein Flug zum Planeten Devernia. Und das ist auch das, was Captain Pike anordnet. Als das Schiff in der Nähe des Planeten den Warpflug beendet, findet sich die Crew der Enterprise mitten in einer Schlacht wieder. Unzählbar viele Titans kämpfen gegen kleine Raumschiffe der Devernianer. Innerhalb weniger Momente gerät die Enterprise zwischen die Fronten und wird schwer beschädigt.

Schließlich wird der Pilot eines der kleinen devernianischen Schiffe an Bord des Starfleet-Schiffes gebeamt, kurz bevor dessen Schiff zerstört wird. Pike und der Rest der Crew fragen sich natürlich, warum die Devernianer die Titans derart brutal bekämpfen, und der Pilot weiß die Antwort: Die faszinierenden Wesen fliegen nicht nur ruhig im Weltraum herum, sondern laden ihre Eier auf Devernia ab. Und wenn dann der Nachwuchs dieser riesigen Lebewesen aus diesen Eiern schlüpft, hat dieser mächtigen Appetit, was für die auf dem Planeten lebenden Devernianer äußerst gefährlich werden kann...

"Where Sea Meets Sky" ist das letzte Buch der sechsteiligen "The Captain's Table"-Reihe. Vor diesem Buch habe ich auch schon "Fire Ship" (das ist das vierte Buch) und "Once Burned" (= 5. Buch) gelesen und beide haben mir besser gefallen als "Where Sea Meets Sky". Dieses Buch hat zwar viele interessante Ansätze, hat es aber einfach nicht geschafft, mich wirklich zu fesseln.

Das Hauptproblem ist, daß die Geschichte, die Captain Pike in der Captain's-Table-Bar erzählt, für mich einfach nicht interessant genug war. Die neu vorgestellten Lebewesen sind zwar nicht uninteressant und recht originell, die Story erscheint mir aber zu sehr in die Länge gezogen, um richtig Spaß machen zu können. Die Szenen, die in der Captain's-Table-Bar selbst spielen (= jedes 2. Kapitel), haben mir hingegen sehr gut gefallen. Die Interaktion zwischen Pike, dem Captain aus dem 19. Jahrhundert und der Klingonin ist sehr gut gelungen. Das alleine reicht aber leider nicht, da diese Kapitel immer nur so eine Art kurzes Zwischenspiel und somit viel zu kurz sind.

Ich freue mich aber trotzdem sehr darüber, daß man ein Buch dieser Reihe Captain Pike gewidmet hat. Ich lese sehr gerne etwas über Crews und Charaktere, die in keiner der TV-Serien die Hauptrolle gespielt haben. Es wäre schön, wenn es wieder einmal ein Buch mit Captain Pike, Number One, Dr. Boyce und den anderen Mitgliedern dieser Crew geben würde. An den Charakteren liegt es sicher nicht, daß mir "Where Sea Meets Sky" nicht ganz so gut gefallen hat.

Auch das "The Captain's Table"-Konzept, daß diesem Buch ja zugrunde liegt, gefällt mir extrem gut. Diese Lokalität schafft eine ganz eigenwillige, interessante Atmosphäre und bietet die Möglichkeit, herausragende Persönlichkeiten unabhängig von der Zeit, in der sie jeweils leben, an einem Ort zu versammeln.

Für alle "New Frontier"-Leser dürfte interessant sein, daß Captain Pike Number One einmal Lieutenant Commander Lefler nennt.

Fazit: Ich habe mir von diesem Buch einiges erwartet, weil es mehrere positive Vorzeichen gegeben hat: Es ist Teil der "The Captain's Table"-Reihe, die mir bisher sehr gut gefallen hat, und es stellt außerdem einen Charakter in den Mittelpunkt, von dem wir bisher noch nicht wirklich viel wissen. Letzteres ändert sich durch diesen Roman aber leider nicht, da er recht wenig über Pike aussagt und einfach nur eine ganz "normale" Geschichte erzählt, die mich auch nicht so recht begeistern konnte. Schade.

© Patrick Ahrer
(patrick@afss.cjb.net)


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