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Star Trek #12
Sohn der Vergangenheit
Originaltitel: Yesterday's Son
Autorin: A.C. Crispin
Übersetzung: Andreas Brandhorst
1987, Heyne (06/4431)

Dr. McCoy hat es geschafft, Spock zu einer Partie des "altertümlichen" zweidimensionalen Schachs zu überreden. Während die beiden im Aufenthaltsraum der Enterprise ihr Spiel spielen, beschäftigt sich eine junge Frau, die direkt von der Akademie auf die Enterprise kam, in einer Ecke mit einem Mikrofilmlesegerät. Plötzlich kommt sie zu Spock und fragt ihn, ob sie ihm kurz eine Frage stellen dürfte. Spock ist einverstanden und so fragt sie ihn etwas über die frühe Phase der Kolonisierungsbestrebungen Vulkans. Sie erklärt kurz, was sie bisher darüber gewußt hat und Spock meint, daß sie richtig informiert ist. Daraufhin legt ihm die Frau einen Ausdruck auf den Tisch, der damit nicht zusammenpaßt. Es ist eine Fotografie aus einer archäologischen Veröffentlichung über das Beta Niobe-System. Zu diesem System gehört unter anderem der Planet Sarpeidon, den die Enterprise erst kurz zuvor besucht hat. (Es wird hier auf die Ereignisse aus der TV-Episode "All Our Yesterdays" angespielt.) Das Bild zeigt Höhlenmalerein, die gemäß Untersuchungen ungefähr fünftausend Jahre alt sind. Teil dieser Malerein ist eine Figur, die die Aufmerksamkeit der jungen Frau geweckt hat: Sie sieht einem Vulkanier nämlich verdächtig ähnlich. Und das ist äußerst seltsam, zumal sich laut den Informationen über die Kolonisierungsbestrebungen der Vulkanier zu dieser Zeit garantiert kein Vulkanier auf dem Planeten Sarpeidon aufhalten dürfte.

Spock verhält sich daraufhin steif wie immer, für McCoy ist aber offensichtlich, daß diese Sache den Vulkanier sehr stark aufgewühlt hat. Der Arzt gewinnt sogar das Schach-Spiel.

Für McCoy wird schnell klar, worum es bei der ganzen Sache geht. Er und Spock sind in "All Our Yesterdays" in die Vergangenheit des Planeten Sarpeidon gereist und haben dort eine junge Frau - Zarabeth - getroffen. Der Vulkanier und Zarabeth sind sich damals sehr nahegekommen, was möglich war, weil sich Spock langsam in einen Vulkanier verwandelte, wie sie zu dieser Zeit - 5000 Jahre vor der Star-Trek-Gegenwart - existierten. Offenbar ist bei diesem Abenteuer viel mehr passiert, als irgendjemand vermutet hat. Es sieht so aus, als wäre die junge Frau schwanger geworden. Spock dürfte somit einen Sohn haben, der ungefähr fünftausend Jahre in der Vergangenheit auf dem Planeten Sarpeidon gelebt hat.

Diese Überlegungen veranlassen Spock und McCoy, sich in den folgenden Tagen weitgehend zurückzuziehen. Sie meiden auch den Kontakt mit Kirk, dem das natürlich auffällt. Schließlich erscheint Spock sogar eine Minute zu spät zum Dienst, was normalerweise kein großes Problem wäre, im Fall des Vulkaniers - der sonst auf die Sekunde genau erscheint - aber extrem ungewöhnlich ist.

Schlußendlich erfährt aber auch Kirk, worum es geht, da Spock zu ihm kommt und ihn um einen Sonderurlaub bittet. Spock möchte versuchen, durch den Wächter der Ewigkeit (bekannt aus der TV-Episode "The City on the Edge of Forever") in die Vergangenheit von Sarpeidon zurückzukehren, um seinen Sohn und Zarabeth in die Gegenwart zu bringen. Als Vulkanier fühlt er sich dazu verpflichtet, da die Familienbindungen bei seinem Volk besonders stark sind. Kirk ist allerdings ziemlich skeptisch. Er kann sich nicht vorstellen, daß Spock die Erlaubnis bekommen würde, den Wächter der Ewigkeit zu benutzen. Er meint, daß sich da schon ein(e) Unterstützer(in) finden müßte, der/die sehr einflußreich ist. Die beiden kommen schließlich auf T'Pau (bekannt aus der TV-Episode "Amok Time") und Spock beschließt, die einflußreiche Vulkanierin darum zu bitten. Kirk ist aber nur unter einer Bedingung dazu bereit, Spock den Sonderurlaub zu gewähren: Spock muß ihn mitkommen lassen. Der 1. Offizier ist darüber zwar nicht besonders glücklich, stimmt dann aber angesichts der Situation doch zu.

Spock begibt sich dann auch tatsächlich zu T'Pau und erklärt ihr die Situation. Die Vulkanierin versteht Spock und verspricht ihm deshalb, dafür zu sorgen, daß Spock die erforderliche Genehmigung zur Benützung des Wächters der Ewigkeit bekommt. Und so brechen Spock und Kirk auf, während die Enterprise für zirka zwei Wochen an einer Starbase anlegt. Aber bevor die beiden endgültig verschwunden sind, gesellt sich noch Dr. McCoy zu ihnen, der schon vermutet hat, daß sich seine Kollegen ohne ihn auf den Weg machen würden. Er besteht darauf, mitkommen zu können.

Wenig später finden Spock, Kirk und McCoy fünftausend Jahre in der Vergangenheit auch wirklich einen jungen Vulkanier...

"Sohn der Vergangenheit" ist ein sehr interessantes Buch, das geschickt Elemente aus der TV-Serie benutzt, um eine sehr gute und gefühlvolle Geschichte zu erzählen. Ann C. Crispin ist es gelungen, die Geschichte sehr dicht zu erzählen, sodaß es an keiner Stelle langweilig wird.

Es ist äußerst interessant zu beobachten, wie Spock auf seinen Sohn Zar reagiert. Zarabeth hat ihrem Sohn oft von seinem Vater erzählt. Sie berichtete ihm von einem gefühlvollen Mann, der Spock nur deshalb war, weil er sich in der Vergangenheit auf Sarpeidon gewissermaßen zurückentwickelt hat. Jetzt trifft Zar mit einem Spock zusammen, der so ganz anders ist als jener, den er aus den Erzählungen seiner Mutter kannte. Spock verhält sich seinem Sohn gegenüber alles andere als herzlich. Er ist sogar noch gefühlloser, als man es sonst von ihm kennt.

In "Sohn der Vergangenheit" tauchen im Laufe der Geschichte dann auch noch Romulaner auf, die an Gateway - so wurde der Planet, auf dem sich der Wächter der Ewigkeit befindet, genannt - Interesse zeigen. Das bringt für die Enterprise und ihre Crew zusätzliche Probleme.

Spocks Sohn Zar taucht später übrigens noch in einem weiteren Buch von A.C. Crispin auf: In "Zeit für gestern". (Originaltitel: "Time for Yesterday")

Fazit: "Sohn der Vergangenheit" ist absolut lesenswert. Auf keinen Fall auslassen sollten es all jene, die sich besonders für Spock und/oder Vulkanier allgemein interessieren.

© Patrick Ahrer
(ahrer@gmx.at)

Anmerkung:

Dieser Roman ist auch als deutschsprachige Hardcover-Ausgabe erschienen:

Star Trek - Die klassische Serie
Sohn der Vergangenheit
Autorin: A.C. Crispin
1995, Weltbild Verlag
ISBN 3-89604-113-4
251 Seiten


Hinweis:

Es ist auch eine Buchbesprechung zur amerikanischen Originalausgabe dieses Romans verfügbar: Star Trek #11 - Yesterday's Son.



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