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Star Trek #95 Rihannsu #3 Swordhunt Autorin: Diane Duane 2000, Pocket Books ISBN 0-671-04209-2 229 Seiten |
Im Imperium brodelt es: Die stolzen Rihannsu fühlen sich schon zu lange von den anderen beiden großen Mächten, den Klingonen und der Föderation, "umzingelt". Und nachdem dann auch noch eines der heiligsten Symbole der romulanischen Gesellschaft, das uralte Sharien-Schwert, von der Verräterin Ael aus der Kammer des Senats auf ch'Rihan gestohlen wurde, liegen die Nerven bei den führenden Politikern blank. Zum allgemeinen Unmut tragen auch immer wieder erfolgende brutale Angriffe der Klingonen auf romulanische Welten in der Grenzregion bei.
Um dieser für die Rihannsu "erdrückenden" Situation endlich entkommen zu können, wird nun ein Weg ersonnen, wie man einen Krieg zwischen den Klingonen und der Föderation provozieren könnte. Würden sich die beiden feindlichen Mächte bekriegen, könnten die Rihannsu das Treiben gemütlich beobachten und dann, wenn ihre Feinde schwer angeschlagen sind, selbst angreifen.
Die Föderation weiß unterdessen nicht so recht, wie sie weiter vorgehen soll. Die Rihannsu haben angekündigt, eine Delegation von Verhandlern zu senden, mit der über die Herausgabe des Sharien-Schwerts und der Verräter, die es gestohlen haben, verhandelt werden soll. Wenn man den Rihannsu die Erfüllung ihrer Wünsche verweigert, droht ein zweiter großer Krieg zwischen ihnen und der Föderation. Teil dieser Delegation soll die inzwischen zur Senatorin aufgestiegene ehemalige Hru'hfe Arrhae sein, die - wie wir aus "The Romulan Way" wissen - ursprünglich eine Agentin der Föderation war.
Gleich zu Beginn möchte ich darauf hinweisen, daß es wenig Sinn hat, "Swordhunt" zu lesen, ohne die Geschichte aus "The Romulan Way" zu kennen. Denn obwohl dieses Buch lange nach dem 2. Rihannsu-Roman geschrieben wurde, knüpft es so intensiv daran an, als wäre auf der letzten Seite des Vorgängers "To be continued..." gestanden. Die Kenntnis von "The Romulan Way" ist also sozusagen die Grundvoraussetzung für den Einstieg in die "Rihannsu"-Reihe. Das soll jetzt aber keinesfalls heißen, daß es nicht auch sehr sinnvoll ist, zuvor auch schon das erste Buch der Reihe - "My Enemy, My Ally" - gelesen zu haben. Auch das würde ich jedem/jeder Interessierten empfehlen.
Wenn wir schon dabei sind, möchte ich auch gleich loswerden, daß am Ende von "Swordhunt" die Geschichte noch nicht beendet ist. Es gibt nicht einmal eine Art vorläufiges Ende, sodaß es sicher sinnvoll ist, sich gleich auch noch die Fortsetzung "Honor Blade" zu besorgen.
Jetzt kommen wir aber endlich zur Bewertung des Inhalts. Kurz gesagt: "Swordhunt" ist ein sehr würdiger Nachfolger des Klassikers "The Romulan Way". Dieses Buch hat wieder alles, was die beiden alten Rihannsu-Bücher zu so herausragenden Romanen gemacht hat. Ich hatte ja ein wenig befürchtet, daß Diane Duane irgendwie versuchen würde, "ihre" Rihannsu ein wenig in Richtung der Romulaner, wie wir sie aus den neueren TV-Serien kennen, zu entwickeln, aber glücklicherweise ist das nicht einmal ansatzweise geschehen. Die Geschichte geht so weiter, wie sie aufgehört hat. Und die Rihannsu werden
noch interessanter. Die Entscheidung, diese Bücher aus der inzwischen etablierten Star-Trek-Kontinuität auszunehmen (worauf ein Hinweis des Herausgebers ganz vorne im Buch auch gleich hinweist), hat sich somit als goldrichtig erwiesen.Im großen und ganzen gilt auch wieder all das, was ich schon über die ersten beiden Rihannsu-Bücher geschrieben habe. Diese Bücher beschreiben eine Gesellschaft so intensiv, daß man ein echtes Gefühl dafür bekommt, wie die einzelnen Personen darin denken und warum sie dies tun. Und all das passiert nicht in der Form eines (möglicherweise langweiligen) Lehrbuches, sondern indem man einzelne Personen beobachten kann und zu verstehen lernt.
In "Swordhunt" trifft man zahlreiche Figuren, die wir in den ersten beiden Büchern kennengelernt haben, wieder. Unter ihnen sind natürlich Ael (samt ihrer Bloodwing-Crew) und Arrhae. Dabei ist aber auch eine Hamalki, deren Volk zum ersten Mal in Diane Duanes "The Wounded Sky" vorgekommen ist. Aber keine Sorge, das hat nicht dazu geführt, daß dieses Buch mit ähnlich viel wirren Theorien vollgestopft ist, wie das bei "The Wounded Sky" der Fall war. Nur ganz am Schluß von "Swordhunt" wird das meiner Meinung nach auf ein paar Seiten wieder ein wenig übertrieben. Insgesamt gesehen ist das aber so wenig, daß es wirklich überhaupt nicht stört.
Besonders positiv hervorheben möchte ich noch drei kurze Abschnitte, die - obwohl sie nicht direkt etwas mit der Geschichte zu tun haben - eingestreut wurden: Ganz am Anfang erleben wir aus der Sicht einer "ganz normalen" Rihannsu-Frau einen klingonischen Angriff auf den romulanischen Planeten Eilhaunn mit. Auf nur zehn Seiten schafft es Diane Duane, dem/der Leser(in) die Charaktere so nahe zu bringen, daß das tragische Ende dieser kleinen Episode so richtig weh tut.
In einer weiteren "Kurzgeschichte in der Geschichte" wird erzählt, wie die Rihannsu-Behörden mit manchen Bürgern des Imperiums umgeht. Die Nachkommen der alten "Ship Clans" sind äußerst unbeliebt und werden in manchen Regionen gnadenlos aus ihren Häusern gejagt und vertrieben.
Relativ weit hinten im Buch gibt's dann noch einmal ein "Einzelschicksal", das ebenfalls wieder mit den "Ship Clans" zu tun hat. Ein alter Mann und seine Enkeltochter wurden zusammen mit allen anderen Bewohnern einer Kolonie in ein Lager gesperrt, das offiziell dazu dient, sie vor den klingonischen Angriffen leichter schützen zu können. Doch der alte Mann ahnt, daß deutlich mehr dahinter steckt. Als er sich schließlich öffentlich und äußerst theatralisch gegen die Anordnungen stellt, wird er gnadenlos erschossen.
Diese kurzen Abschnitte geben auf sehr eindringliche Art und Weise die Stimmung im Imperium der Rihannsu wieder und tragen so sehr intensiv zum Verständnis der Ereignisse in der eigentlichen Geschichte bei.
Fazit: "Swordhunt" kann mühelos mit "My Enemy, My Ally" und "The Romulan Way" mithalten. Und das bedeutet, daß es ein wunderschönes Buch ist, das man auf gar keinen Fall auslassen kann. Unbedingt lesen!