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Cover von "Triangle: Imzadi II" Star Trek: The Next Generation
Triangle: Imzadi II
Autor: Peter David
1998, Pocket Books
ISBN 0-671-02532-5
375 Seiten

Vor kurzem starb Jadzia Dax - ein Grund für Worf, in tiefer Trauer auch auf seine letzte große Liebe, Deanna Troi, zurückzublicken.

Kurz nach der Zerstörung der Enterprise-D fragte Worf Deanna, ob sie ihn heiraten wolle - Deanna bejahte. In Rikers Anwesenheit verkündete Worf ihre Verlobung.

In Will Riker regten sich daraufhin die verschiedensten Gefühle. Einerseits freute er sich für Deanna und auch Worf, andererseits weckte die Zerstörung der Enterprise auch Erinnerungen daran, weshalb er selbst damals seine eigene Beziehung zu Deanna beendet hatte. Aber Will versuchte, gute Miene zur jetzigen Situation zu machen.

Zur selben Zeit fristete Tom Riker, Wills durch einen Transporterunfall entstandener Zwilling, sein Dasein in einem cardassianischen Arbeitslager auf Lazon II, gequält von cardassianischen Aufsehern. Dort lernte er einen romulanischen Mitgefangenen namens Saket kennen. Als schließlich Romulaner einen Versuch starteten, in das Lager einzubrechen, rettete Tom den schwer verletzten Saket gerade noch zu einem Warbird. Dort sah er sich einer blonden Romulanerin gegenüber, die ihn sofort als Will Riker identifizierte und töten lassen wollte. Saket, ein väterlicher Freund von Sela, konnte sie gerade noch davon abhalten, bevor er starb. Tom ließ Sela in dem Glauben, er sei Will, behauptete aber, er als Will sei zum Maquis übergelaufen und beim Diebstahl der Defiant gefangen genommen worden - er mischte also ihre beiden Geschichten...

So langsam fanden die Tom und Sela Gefallen aneinander. Aufgrund der Tatsache, daß die Übernahme von Vulkan und die Einmischung in den klingonischen Bürgerkrieg von der Enterprise vereitelt worden waren, war Sela in den letzten Jahren in Ungnade bei den Romulanern gefallen. Deshalb trachtete sie jetzt danach, wieder Ruhm zu erlangen - und jemand wie Riker kam ihr da sehr gelegen.

Inzwischen machten Deanna, Worf und Alexander den Rozhenkos ihre Aufwartung, die Deanna zwar herzlich in ihre Mitte aufnahmen, aber doch ihre Bedenken hatten, ob die beiden überhaupt zusammenpaßten. Schließlich ging es nach Betazed, wo Lwaxana nichts ahnend ein Bankett ihrer Tochter zuehren arrangiert hatte. Auf diesem krachten Worf und ein Bekannter der Trois aufgrund ihrer so verschiedenen Denkweisen gehörig aufeinander - wo sich bei den Klingonen alles um Ehre und Krieg dreht, halten die Betazoiden lieber Frieden und Liebe für die Grundlage ihrer Existenz. Lwxana, die sehr mißtrauisch gegenüber dieser Verbindung war und es lieber gesehen hätte, hätten sich Deanna und Will wieder zusammengerauft (gerade Lwaxana, die doch eine der Ursachen für das Scheitern der damaligen Beziehung war - s. Imzadi), beschloß, Worf mit den Grundlagen betazoidischer Philosophie vertraut zu machen.

Will wurde in der Zwischenzeit gemeinsam mit Picard von der Schuld an der Zerstörung der Enterprise frei gesprochen. Bis zur Fertigstellung der neuen Enterprise sollte er an der Akademie über Borg-Taktik lehren, da für die nächste Zeit ein neuer Angriff erwartet wurde. Mittlerweile aber wurde er sich seiner Gefühle für Deanna bewußt - und er erkannte, daß er nicht ruhen konnte, bevor er nicht wußte, was Deanna empfand. Da er aber von Admiral Jellico keine Erlaubnis erhielt, seinen Auftrag an der Akademie noch zu verschieben, mußte er sich geheim von der Erde wegschleichen, um nach Betazed zu gelangen.

Sela berichtete Tom von Worf und Deannas Verlobung. Tom konnte nicht glauben, daß Will nicht eingeschritten war, und beschloß, Deanna selbst auf Betazed aufzusuchen. Sela aber paßte dies gut in ihren Plan, einen Keil zwischen die Klingonen und die Föderation zu treiben.

Denn aufgrund der Tarnvorrichtung, die die Romulaner der Föderation geliehen hatten, waren die Klingonen ohnedies schon sehr mißtrauisch und witterten eine kommende Allianz zwischen den Romulanern und der Föderation. Kanzler Gowron schickte einen seiner Berater, K'hanq, um Worf, der ihm wohl am ehesten darüber Auskunft geben konnte, zu ihm zu bringen.

Mittlerweile versuchte Lwxana, Worf die betazoidische Denkweise näherzubringen. Dabei fiel schließlich auch das Wort "Imzadi" - es bedeutet "Geliebter", aber auch "Erster", nicht nur in körperlicher Hinsicht, sondern auch dahingehend, daß jemand als erster die Seele eines Menschen erobert hatte. Lwxana meinte auch, daß Will Riker für Deanna immer "Imzadi" bleiben würde und Worf diesen Platz nie erobern könnte...

"Triangle: Imzadi II" (es wird zwar auf einige Handlungsfäden verwiesen, aber im Prinzip ist dieses Buch unabhängig von "Imzadi" durchaus lesbar) ist ein recht interessantes Buch, das viele Fragen rund um die Beziehung zwischen Deanna und Worf, aber auch andere Beziehungsgeschichten wie Alexander-Worf, Deanna-Riker usw. zum Thema hat. Dann wollte Peter David wohl auch noch das Schicksal von Tom Riker und Sela erzählen - und genau da beginnen die Schwierigkeiten. Der Sela/Tom-Plot ist zwar einerseits der Spannungspol in diesem Buch, lenkt aber auch die Aufmerksamkeit von den 3 Protagonisten dieses Dreiecks ab. Und das tut der Geschichte meiner Meinung nach nicht gut.

Gut, Worf und Deanna wollen heiraten - das war ja noch relativ verständlich aus den letzten Folgen der STTNG heraus. Nicht mehr verständlich ist allerdings, daß Lwxana Worf Philosophie-Stunden gibt, und er da noch dazu einwilligt, bzw. Deanna ihn auch noch dazu drängt! Das hat mich doch etwas gestört, denn diese Unterschiede in der Kultur und Denkweise waren doch seit Beginn der Beziehung bekannt...

Auch Will hat für mich nicht wirklich charaktergerecht gehandelt. Es wird zwar plausibel erklärt, daß er mit dem Verlust der Enterprise auch wieder an den Verlust seiner Beziehung zu Deanna erinnert wurde, aber dennoch fehlt mir ein wenig die Einsicht aus "All Good Things" (STTNG), wo sich Worf und Riker wegen Deanna zerstritten hatten. Am Ende dieser Folge wollten es die beiden nicht wirklich soweit kommen lassen - aber in diesem Buch kämpfen sie sogar ihretwegen. Das war so klischeehaft, daß ich mir gedacht habe: "Typisch Männer!", und das sollte bei der Lektüre eines ST-Romans nicht so leicht passieren, v.a. nicht, wenn es Hauptcharaktere betrifft!

Für ST-Kenner seien kurze Auftritte von Odo und auch der USS Excalibur, allerdings noch ohne Captain Calhoun, dafür aber mit Shelby, erwähnt.

Da diese Geschichte natürlich in einem gewissen Zeitrahmen spielen mußte, nämlich zwischen ST: Generations (wobei ich hier den Hebel auch schon früher angesetzt hätte, denn in Generations war von einer Beziehung zwischen Worf und Deanna ja sowieso nichts zu spüren) und der 4. Staffel von STDS9, waren Anfang und Ende des Buches vorgegeben. Ich hatte mir das Buch zugelegt, weil ich eben eine mögliche Variante erfahren wollte, warum Worf und Deanna ihre Beziehung beendeten - gut, das konnte ich auch nachlesen, aber wirklich zufrieden war ich nach der Lektüre nicht. Irgendwie kam mir nämlich vor, der Autor hatte ein Konzept, das aber irgendwem zu gefühlslastig war - also wurden noch ein bißchen Action, eine Verschwörung und ähnliches schnell reingestopft. Und genau das tut dem Buch nicht gut und wollte ich auch nicht lesen.

Kurz: Ich hatte mir mehr erwartet... sowohl von der Geschichte Worf-Deanna-Will, als auch einfach von meinen bisherigen Erfahrungen mit Büchern von Peter David. Gerade in der New Frontier-Reihe oder auch in "Imzadi" schaffte er es sehr gut, die Figuren lebendig und auch 3-dimensional erscheinen zu lassen. Hier aber verkommt letzten Endes die Geschichte zu einer romanheftchenförmigen Klischeestory (à la Romana, Baccara etc.), in der 2 Männer (eigentlich 3 mit Tom Riker) um eine Frau streiten - und zwar noch dazu über deren Kopf hinweg. Deanna wird in dem ganzen Buch eigentlich kein einziges Mal um ihre Meinung gefragt - und das ist neben aller Konstruktion mit Tom und Sela der sicherlich größte Kritikpunkt.

© Claudia Wlaschütz
(a9401204@unet.univie.ac.at)


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Cover-Foto: © Pocket Books/Paramount Pictures