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Star Trek: The Next Generation #56
Double Helix (Book 6 of 6)
The First Virtue
Autoren: Michael Jan Friedman and Christie Golden
1999, Pocket Books
ISBN 0-671-03258-5
271 Seiten


Dieser Abschlußband der sechsteiligen "Double Helix"-Reihe geht zurück in die Vergangenheit und beleuchtet jene Ereignisse, die der Auslöser für die Geschehnisse in den anderen Büchern waren.

Der thallonianische Gouverneur Gerrid Thul gesteht seinem Imperator Tae Cwan seine Liebe und Zuneigung zu dessen Schwester, Lady Mella. Weiters bittet er Tae Cwan, Mella heiraten zu dürfen. Thuls tatsächliches Interesse an Mella hält sich zwar in Grenzen, er würde durch eine Heirat aber zu einem Mitglied der königlichen Familie werden, was ihm natürlich einiges an Ansehen und Macht einbringen würde. Über all diese Überlegungen informiert Thul den Imperator aber selbstverständlich nicht. Tae Cwan entschließt sich aber trotzdem dazu, Thul die Erlaubnis nicht zu geben. Und das, obwohl Lady Mella, die als nicht besonders attraktiv beschrieben wird, Thul offenbar sehr gerne geheiratet hätte.

Gouverneur Thul gibt sich zwar gefaßt, ist über die Entscheidung von Cwan aber sehr verärgert. Nun will er auf andere Art und Weise zu Macht und Ansehen gelangen. Er hat vor, ein eigenes Imperium zu gründen.

Wenig später wird auf Melacron V der "G'aha of Laws and Enforcements" ("G'aha" dürfte für "Minister" stehen.) hinterhältig von einem Attentäter ermordert, während er an einem Fest teilnimmt, das der Bevölkerung des Planeten besonders heilig ist. Der Attentäter kann unerkannt entkommen.

Captain Picard, der Captain der U.S.S. Stargazer, ist unterdessen erfreut, zusammen mit seiner Crew Gelegenheit zu bekommen, die Ruinen von Zebros IV zu erforschen. Aber leider kann er sich nicht lange darüber freuen. Kaum auf Zebros IV angekommen, wird die Stargazer auch schon wieder weggeschickt. Admiral Ammerman, ein alter Freund und Bekannter von Picard, teilt dem Captain mit, daß die Stargazer im Kellasianischen Sektor gebraucht wird. Dort versuchen die Benniari, Verbündete der Föderation, zu verhindern, daß ein Krieg zwischen den Melacronern und den Cordracitern ausbricht. Die Benniari haben es geschafft, die beiden Völker, die sich in der Vergangenheit nicht immer besonders gut vertragen haben, an einen Tisch zu bringen und zu verhandeln. Zahlreiche Zwischenfälle, Anschläge und Attentate sorgen aber dafür, daß kein endgültiger Friede geschlossen werden kann. In letzter Zeit sind diese "Zwischenfälle" aber immer extremer geworden - zum Beispiel die Ermordung des "G'aha of Laws and Enforcement" -, weshalb die Benniari vermuten, daß hier eventuell eine dritte Partei dahinterstecken könnte. Irgendjemand scheint ein Interesse daran zu haben, daß ein fataler Krieg zwischen den Melacronern und den Cordracitern ausbricht...

"The First Virtue" bildet - wie oben schon angedeutet - das Ende des "Double Helix"-Sechsteilers und gleichzeitig den Anfang der Geschichte. Denn kurz vor dem Ende, als Gerrid Thul endgültig geschlagen scheint, schwört dieser der gesamten Föderation Rache. Und wer auch "Double or Nothing" gelesen hat weiß, daß das keine leere Drohung ist.

Äußerst gut gefallen hat mir, wie man in diesem Buch mit Kampfszenen aller Art umgegangen ist. Michael Jan Friedman und Christie Golden haben es geschafft, sich beim Schreiben dieser Szenen halbwegs kurz zu fassen und die in solchen Situationen bei mir oft aufkommende Langeweile zu 100 % zu verhindern. Sie haben es sogar fertiggebracht, die entscheidende Schlacht am Ende des Buches, in der sich die Stargazer und das Schiff von Thul gegenüberstehen, überaus interessant zu gestalten, indem sie auf das übliche Gemetzel mit ausufernden Beschreibungen jeder Bewegung der Beteiligten weitgehend verzichtet haben und stattdessen dafür gesorgt haben, daß beide Schiffe recht schnell schwer beschädigt sind. Deshalb stehen dann beide Seiten gleichzeitig ohne funktionierende Waffen und Schilde da und es scheint so, als würde es darauf ankommen, wer die Systeme schneller reparieren kann. Das schafft die Gelegenheit für einen zwar kurzen, aber sehr gut gelungenen Dialog zwischen Thul und Picard, der weit unterhaltsamer ist, als es eine Kampfbeschreibung jemals sein könnte. Aber auch wenn man von diesem Punkt absieht, ist "The First Virtue" ein sehr gutes Buch, das zu fesseln vermag.

Auch "New Frontier"-Fans und "Voyager"-Fans sollten sich "The First Virtue" näher ansehen. Wie der Inhaltsangabe entnommen werden kann, spielen nämlich die Thallonianer in diesem Buch eine gewichtige Rolle. Insbesondere steht natürlich Gerrid Thul im Vordergrund, mit dabei ist aber auch der ebenfalls schon genannte Tae Cwan, der wohl mit dem aus "New Frontier" bekannten Si Cwan verwandt sein dürfte. Für die Voyager-Fans dürfte interessant sein, daß ein gewisser Ensign Tuvok zusammen mit Commander Jack Crusher undercover nach den Schuldigen für die Massaker sucht.

Erwähnenswert ist auch, daß die Stargazer-Crew, die Michael Jan Friedman auch schon in einigen anderen Romanen (siehe zB "Reunion") benützt hat, hier wieder vorkommt. Dafür ist von der üblichen Next-Generation-Crew niemand außer Picard beteiligt. Nur Beverly und Wesley Crusher kommen noch ganz am Rande vor, da ihr Ehemann Jack hin und wieder an die beiden denkt und ihnen Nachrichten schickt.

Fazit: "The First Virtue" ist ein rundum gelungenes Buch, das man nicht verpassen sollte. Es ist übrigens auch überhaupt kein Problem, diese Geschichte zu lesen, wenn man die anderen "Double Helix"-Bücher (noch) nicht kennt.

© Patrick Ahrer
(ahrer@gmx.at)

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