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Star Trek #13
The Wounded Sky
Autorin: Diane Duane
1983, Pocket Books
ISBN 0-671-74352-X
256 Seiten

Eine Wissenschaftlerin namens K't'lk, eine Hamalki, hat zusammen mit einigen anderen Experten in "kreativer Physik" eine neue Antriebstechnik entwickelt. Der "Inversions-Antrieb" soll es Föderationsschiffen in Zukunft ermöglichen, unglaublich große Distanzen in kürzester Zeit zu überwinden. Der Antrieb ist keine Weiterentwicklung bereits vorhandener Technologien, sondern ein völlig neues Konzept. Wenn alles so klappt, wie sich die Entwickler das vorstellen, kann er Raumschiffe problemlos in andere Galaxien befördern.

Auf zahlreichen Starfleet-Schiffen macht man sich Hoffnungen, als das Schiff ausgewählt zu werden, auf dem der Inversions-Antrieb zum ersten Mal eingesetzt wird. Natürlich wünscht man sich auch auf der Enterprise, das erste Raumschiff zu sein, daß in eine andere Galaxie vorstößt. Und tatsächlich, die Enterprise wird von den zuständigen Stellen auserwählt.

K't'lk wird an Bord genommen und der Antrieb ist in relativ kurzer Zeit eingebaut. Er besteht nur aus einem kleinen, recht unscheinbaren Kasten, von dem man nicht vermuten würde, wozu er fähig ist. Die Wissenschaftlerin versucht, im Rahmen eines Vortrages der Crew der Enterprise einige Grundlagen des Inversions-Antriebes zu erklären. Diese ganzen Theorien sind aber so "abgehoben", daß sogar Spock Probleme hat, die Funktionsweise des Apparates zu verstehen.

Nachdem die Enterprise die Starbase, in deren Dock der Antrieb an Bord gebracht wurde, wieder verläßt, aber noch bevor die neue Technologie ausprobiert werden kann, wird das Schiff auch schon von Klingonen angegriffen, die der Föderation diese Errungenschaft ganz offensichtlich nicht gönnen. Mit einigen haarsträubenden Manövern gelingt es aber schließlich, die feindlichen Schiffe loszuwerden. Der letzte Schritt dieser Manöver machte es aber erforderlich, den Inversions-Antrieb einzusetzen, ohne ihn vorher auf die eigentlich geplante Art und Weise auszutesten. Und so landet die Enterprise irgendwo, wo eigentlich kein Aufenthalt eingeplant war.

Als der Antrieb dann aber unter "normalen" Umständen eingesetzt wird, scheint er wie geplant zu funktionieren. Der Enterprise gelingt es tatsächlich die Milchstraßen-Galaxie zu verlassen und in die große Leere zwischen den Galaxien vorzustoßen. Etwas ist aber seltsam: Eigentlich sollte die Crew von dem Transit so gut wie nichts mitbekommen. Es sollte so sein, als würde man einfach plötzlich am Zielort sein, von einem Augenblick zum anderen. Dem war bei den bisherigen Reisen aber nicht so. Fast alle Crewmitglieder fanden sich plötzlich in ungewöhnlichen Situationen wieder, weit weg von der Realität der Enterprise...

"The Wounded Sky" hat mich ziemlich enttäuscht. Obwohl einige recht schöne Szenen enthalten sind, die die unglaubliche Größe und Komplexität des Universums sehr gut vermitteln, ist die Geschichte insgesamt äußerst zäh zu lesen. Der Grund dafür ist, daß das Konzept dieses neuen Antriebs unendlich lange und immer wieder irgendwie erklärt wird, obwohl das eigentlich völlig uninteressant ist. Darüber hinaus ist es auch ziemlich unverständlich. Da wird ständig von verschiedenen Universen, Entropie, Formeln und dem, was zwischen den einzelnen Universen ist, geredet. Daß da nicht einmal mehr Spock so ganz mitkommt, verwundert mich nicht im geringsten. Mir als Leser ging es nicht anders. Die ganze Story läuft auf einer so "technischen" Ebene ab, daß das Lesen eher Kopfschmerzen verursacht, anstatt zu ermöglichen, in die Geschichte "eintauchen" zu können.

Gegen Ende des Buches wird es dann fast noch schlimmer. Unser Universum gerät in Gefahr, weil dieser komische neue Antrieb irgendwie bewirkt hat, daß sich ein Riß in ein anderes Universum geöffnet hat. In diesem anderen Universum gibt es keinen Zeitfluß und eben dieses Fehlen eines Zeitflusses dehnt sich jetzt auch in dem uns bekannten Universum aus. Die Enterprise-Crew verweilt dann eine Weile in diesem Zustand zwischen den Universen, bringt Zeit zu einem Wesen in dem anderen Universum und spielt schließlich ein wenig Gott. Und wenn Ihr das alles jetzt nicht mehr so richtig versteht, dann geht es Euch wie mir.

Ziemlich unglaubwürdig erscheint mir, daß Kirk mal ganz schnell einen kleinen "Weltraumspaziergang" macht, nur um sich in der Ruhe des Vakuums mit einer schwerwiegenden Entscheidung ein wenig leichter zu tun. Ich hatte bisher eigentlich nicht den Eindruck, daß bei Star Trek ein solches "Aussteigen" aus einem Schiff für ein paar Minuten (und ohne echten Grund) üblich ist.

Als wäre das noch nicht genug, ist auch die Schlacht mit den Klingonen extrem in die Länge gezogen und deshalb einfach langweilig.

Fazit: Diane Duane hat mit "The Wounded Sky" nicht gerade ein Meisterwerk abgeliefert. Andere Star-Trek-Romane dieser Autorin mag ich sehr gerne, aber von diesem Buch kann ich nur abraten. Hätte ich nicht vorgehabt, eine Buchbesprechung darüber zu schreiben, hätte ich es vermutlich nicht bis zum Ende durchgehalten.

© Patrick Ahrer
(ahrer@gmx.at)


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