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Star Trek Starfleet: Year One Autor: Michael Jan Friedman 1999/2000, Pocket Books Serial Novel |
"Starfleet: Year One" ist eine Geschichte, deren Kapitel über ein Jahr verteilt hinten in den neu erscheinenden Paperbacks zu finden war. Von August 1999 bis Juli 2000 gab es jeden Monat ein neues Kapitel.
Am Beginn der Geschichte können wir die letzten Momente des Krieges zwischen den Menschen und den Romulanern miterleben. Eine Flotte von Earth-Command-Schiffen bricht zum Planeten Cheron auf, um eine dort vermutete Basis der Romulaner zu vernichten. Man nimmt an, daß diese Basis für den Feind das "Bindeglied" zwischen den Heimatwelten und den Truppen in Erdnähe ist. Deshalb hofft man auf der Erde, den Krieg gewonnen zu haben, wenn dieses riskante Manöver gelingt.
Und tatsächlich, die Earth-Command-Schiffe bleiben siegreich und die Romulaner geben nach der Zerstörung der Basis auf. Sie akzeptieren auch einige Bedingungen für einen Frieden, die von der Erde gestellt werden, darunter eine Neutrale Zone zwischen den Territorien der beiden Mächte.
Da man am Beginn dieses nun beendeten Krieges von den Romulanern ziemlich kalt erwischt wurde, beginnen nun einige Menschen zu überlegen, wie man vorsorgen könnte. Und da gibt es die ersten Ideen in Richtung einer "United Federation of Planets".
Schließlich brechen Botschafter von der Erde zu allen möglichen Welten in der Umgebung auf und präsentieren dort ihre Idee. Und schon bald wird diese Idee Realität. Zahlreiche Welten erkennen die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit dieses Vorgehens und schließen sich dem Projekt an.
Als ein wichtiges Element dieser brandneuen Föderation wird "Starfleet" gegründet. In diesem Zusammenhang haben einige Wissenschaftler von der Erde einen besonderen Einfall: Starfleet soll keine rein militärische Einrichtung werden, in der ausschließlich Soldaten das Sagen haben. Diese Organisation soll gleichzeitig wissenschaftliche Aufgaben übernehmen, Kontakt mit fremden Lebensformen aufnehmen und bisher unbekannte Welten erforschen.
Starfleet ist jetzt gegründet, aber noch fehlen eigens dafür gebaute Schiffe und Personal. Deshalb wird beschlossen, die sechs besten Schiffe, die bisher für Earth Command im Einsatz waren, der neuen Organisation zu übergeben. Gleichzeitig wird fieberhaft an den Entwürfen für ein erstes "echtes" Starfleet-Schiff gearbeitet, der U.S.S. Daedalus. Durch diese Situation ergeben sich aber Probleme. Natürlich hatten die sechs Schiffe schon bisher ihre Crews, die ausschließlich aus Soldaten bestanden. Für Starfleet möchte man aber auch Wissenschaftler und Angehörige anderer Mitgliedsvölker an Bord holen. Das bedeutet, daß drei angesehene Captains und andere Soldaten, die gerade erst unter großem Einsatz den Sieg gegen die Romulaner erreicht haben, ihre Posten verlieren werden. Und so entsteht ein Konflikt zwischen den wissenschaftlich Motivierten und den Soldaten, sowohl innerhalb von Starfleet, als auch außerhalb...
Ich finde, daß gerade die Zeit rund um die Gründung der Föderation eine besonders interessante Epoche innerhalb der "Star-Trek-Geschichtsschreibung" darstellt, da man bisher ja noch recht wenig darüber wußte. Umso mehr habe ich mich gefreut, daß mit "Starfleet: Year One" eine Geschichte geschrieben wurde, die genau diese Zeit beleuchtet. Herausgekommen ist eine extrem gute Geschichte, die es auf jeden Fall verdient hätte, noch etwas ausgebaut als eigenes Buch zu erscheinen. Michael Jan Friedman, der schon viele sehr gute Star-Trek-Romane geschrieben hat, hat es neuerlich geschafft, sich interessante Charaktere und nicht weniger interessante Konflikte zwischen diesen auszudenken.
Sehr gut gefällt mir auch, daß er es wieder geschafft hat, einige Informationshappen, die zu diesen Themen in der Encyclopedia schon zu finden sind, in die Geschichte einzubauen. Beispiele dafür sind die Schlacht von Cheron und Earth Command.
Die Art, wie diese Geschichte erschienen ist, gefällt mir hingegen weniger gut. Wenn ich die finanziellen Überlegungen berücksichtige, verstehe ich die Idee einer "Serial Novel" zwar recht gut, aber es ist trotzdem ärgerlich, daß Leser so "gezwungen" werden sollen, sich mindestens ein Paperback pro Monat zu kaufen. Es ist ziemlich hart, möglicherweise Bücher kaufen zu "müssen", die man sonst nie gekauft hätte. Schließlich liest nicht jeder alle Serien und jeden neuen Roman. Nur so ist es nämlich möglich, diese Geschichte vollständig lesen zu können. Besonders ärgerlich ist das dann, wenn es in einem Monat nicht einmal eine Erstveröffentlichung gibt, wie das im Jänner 2000 der Fall war. Außerdem tut das sicher auch dieser Geschichte nicht besonders gut, wenn man sie über ein Jahr verteilt liest. Ich habe sie jedenfalls erst gelesen, nachdem alle Teile erschienen sind, und das war sicher eine gute Entscheidung. Dementsprechend empfehle ich das auch allen anderen Interessierten.
Fazit: Eine sehr gute Geschichte mit einer äußerst interessanten und für das Star-Trek-Universum extrem "wichtigen" Handlung. Wer (absichtlich oder zufällig) alle Kapitel gesammelt hat, sollte sie unbedingt lesen.