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Cover von "Zuflucht" Star Trek #68
Zuflucht
Originaltitel: Sanctuary
Autor: John Vornholt
Heyne 06/5468
ISBN 3-453-11882-0
DM 12,90/öS 94,00
297 Seiten

Ein Pirat namens Auk-rex hat in letzter Zeit drei Frachter der Föderation hinterhältig überfallen und ausgeraubt. Nun wurde ein Köder ausgelegt: Eine Frachter-Atrappe wartet darauf, von Auk-rex angegriffen zu werden. Und tatsächlich, der Pirat beißt an, entschließt sich aber noch rechtzeitig umzukehren. Die Enterprise nimmt die Verfolgung auf. An dieser Stelle beginnt das Buch.

Die Enterprise verfolgt Auk-rex, kann ihn aber nicht einholen. Jedesmal, wenn die Enterprise schneller wird, paßt das Schiff des Piraten die Geschwindigkeit an die der Enterprise an. Kirk gibt Spock die Anweisung, herauszufinden, welches Ziel der Verbrecher hat. Da das Gebiet, dem sich die beiden Schiffe nähern bisher noch nicht erforscht wurde, kann Spock jedoch nur Vermutungen anstellen. Er greift dabei auf Gerüchte über einen Planeten namens Zuflucht zurück, der sich Legenden zufolge in dem unbekannten Gebiet befindet. Auf Zuflucht wird angeblich jeder aufgenommen und beschützt, auch Verbrecher.

Nur wenig später erreichen das Schiff des Piraten und die Enterprise auch tatsächlich einen Planeten. Auk-rex verschwindet mit seinem Schiff in der Atmosphäre und versucht zu landen. Kirk, Spock und McCoy fliegen daraufhin mit einem Shuttle los und verfolgen den Flüchtigen. Dieser sieht keinen Ausweg mehr und steuert direkt auf einen Berg zu, an dem sein Schiff wenige Sekunden später zerschellt. Doch Spock bemerkt, wie Rettungskapseln das Schiff vor dem Aufprall verlassen. Kirk landet das Shuttle in einem ausgetrockneten Flußbett. Nach der Landung beginnen die drei von der Enterprise mit der Suche nach den, wahrscheinlich verletzten, Crewmitgliedern des zerstörten Schiffes. Doch die Suche bleibt erfolglos und sie kehren wieder zum Landeplatz zurück. Dort erwartet sie aber eine böse Überraschung: Das Shuttle ist verschwunden. Kurze Zeit später taucht plötzlich ein geschlechtsloses Wesen auf. Es stellt sich als Senit vor und ist zuerst recht freundlich. Aber als Kirk erklärt, daß sie einem anderen Schiff gefolgt sind und nun den Planeten wieder verlassen möchten, schlägt die Stimmung plötzlich um. Der Senit ist verärgert, daß sie „nichtsnutzige Verfolger“ sind und verschwindet daraufhin. Kirk und den anderen bleibt nicht anderes übrig, als weiterzugehen. Schon taucht das nächste Problem auf. Sie werden von einer Gruppe Angehöriger verschieden Völker angegriffen und schwer verletzt. Als sie wieder zu sich kommen, sind sie gefesselt. McCoy behauptet geistesgegenwärtig, daß sie die Piraten sind und die Starfleet-Uniformen nur geklaut haben. Glücklicherweise nehmen ihm die Angreifer das ab und nehmen ihm und seinen beiden Kameraden die Fesseln ab. Außerdem erzählen ihnen die Mitglieder der Gruppe, darunter Klingonen, Gorn und Tellariten, von ihrem Mißtrauen gegenüber den Seniten. Nachdem das kleine Grüppchen von der Enterprise erfahren hat, wie man zum nächsten Dorf kommt, bricht es wieder auf. Sie wandern entlang eines kleinen Baches, als Kirk auf die Idee kommt ein Floß zu bauen. Spock weißt darauf hin, daß sie nichts über den weiteren Verlauf des Baches wissen und sie ein großes Risiko eingehen würden, wenn sie wirklich ein Floß benützen würden, doch Kirk läßt sich von seiner Idee nicht abbringen und so lassen sie dann doch ein selbstgebautes Floß zu Wasser...

Unterdessen entdeckt man auf der Enterprise, daß das Föderationsschiff nicht das einzige Schiff im Orbit des Planeten ist. Viele weitere Raumschiffe hielten sich auf der anderen Seite des Planeten auf, als die Enterprise eintraf. Nachdem die Funkverbindung zum Außenteam abgebrochen ist, schickt Scotty, der im Moment das Kommando innehat, mehrere Sonden in die Atmosphäre des Planeten, von denen sich aber keine zurückmeldet. Er nimmt schließlich mit dem Kommandanten eines klingonischen Schiffes, welches den Planeten ebenfalls umkreist, Kontakt auf. Dieser erweist sich als recht freundlich und reagiert nicht feindselig. Vielmehr bewundert er den Mut der Männer, die den Verbrecher auf den Planeten verfolgt haben. Nachdem er erkennt, daß Scotty nicht so recht weiß, was er davon halten soll, erklärt er der geschockten Besatzung der Enterprise, daß noch nie jemand von Zuflucht zurückgekehrt ist. Jeder der einmal in die Atmosphäre des Planeten eindringt, bleibt für immer auf ihm gefangen...

Kirk und seine Begleiter bekommen inzwischen auf ihrem Floß jede Menge Schwierigkeiten: Wasserfälle und angriffslustige Tiere machen unseren Helden das Leben schwer. Bis sie schließlich ein Dorf erreichen...

Auch wenn Euch die Inhaltsangabe bis hierher noch nicht überzeugt hat, kauft dieses Buch! Ich habe ganz bewußt die großen Geheimnisse des Planeten Zuflucht und seiner Bewohner noch nicht verraten, denn ich möchte niemandem den Spaß am Lesen dieses Buches verderben.

John Vornholt hat mit "Zuflucht" einen wunderschönen, atmosphärischen Roman geschrieben, der mal wieder die drei absoluten Hauptfiguren der Classic-Serie - Kirk, Spock und McCoy - in den Mittelpunkt stellt. Dazu werden noch einige weitere neue Charaktere, Bewohner von Zuflucht, vorgestellt, die ebenfalls mehr oder weniger große Rollen spielen. Von der restlichen, uns bekannten Enterprise-Mannschaft ist aber nur wenig zu sehen (oder besser: zu lesen). Nur Scotty, der das Kommando über die Enterprise hat, während Kirk und Spock auf dem Planeten sind, hat auch noch einen etwas größeren Part.

"Zuflucht" hat mich vor allem durch die tolle Beschreibung des Planeten Zuflucht und seiner Bewohner beeindruckt. Außerdem gelingt es John Vornholt hervorragend, die Atmosphäre in den verschiedenen Situationen herüberzubringen. Das Buch wirft weiters eine interessante Frage auf: Ist es die Freiheit wert, wegen ihr das Paradies zu verlassen (oder zumindest es zu versuchen)?

Einen Kritikpunkt muß ich aber trotz aller Begeisterung noch anbringen. Es handelt sich dabei zwar nur um eine Kleinigkeit, aber trotzdem: Als es dem Außenteam schließlich gelingt, den Planeten zu verlassen (Hier verrate ich ja wohl nicht zuviel), kann Kirk die Seniten viel zu einfach davon überzeugen, ihr Verhalten zu überdenken und zu ändern. Er schafft es mit einem kurzen Gespräch über Bildschirm, die Seniten zu überzeugen, obwohl sie bisher nicht die Spur eines Zweifels an ihrer Vorgangsweise gehegt haben.

Dieses kleine Problem soll aber niemanden vom Kauf abhalten. Wer nicht nur auf Action steht, tätigt mit "Zuflucht" genau den richtigen Kauf. Ich empfehle dieses Buch mit Freude weiter. Viel Spaß beim Entdecken der Geheimnisse des Planeten Zuflucht!!!

© Patrick Ahrer
(ahrer@gmx.at)


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Cover-Foto: © Pocket Books/Paramount Pictures