Unter diesen Gesichtspunkten sind die tollen Versprechungen und Vorhersagen, die Spammer oder Anbieter von Spam- Programmen gemacht haben vielleicht doch nicht so toll. Überlegen Sie sich: Wenn Spamming wirklich ein so tolles Marketingangebot wäre, wer würde denn zu einem Preis von wenigen 1000 Franken spammen, wenn doch die Reaktion die eines vielfach teureren Werbespots oder Zeitungsinserats bei weitem übersteigt? Sind etwa die Spammer die Wohltäter und Schützer der Meinungsfreiheit des Internets, die gerade Ihnen einen Gefallen tun wollen? Wohl kaum. Die Realität sieht anders aus: mit einfachsten Mitteln (Programme, die unter 20 Zeilen Programmcode enthalten und in wenigen Minuten geschrieben werden können) werden E-Mailadressen gesammelt, die anschliessend bespammt werden können. Der Aufwand dafür liegt weit unter 100 Franken. Jetzt erscheinen die "Wohltäter" doch in einem anderen Licht.
Andere Fragen stellen sich auch: Ist es fürs Image wirklich förderlich, wenn der Newsletter der eigenen Firma zwischen Sex- Inseraten und Spams von dubiosen Kredithaien landet? Es wäre etwa das gleiche, wie wenn BMW ihre Werbung in Porno-Heften schalten würde. Wird das Image Ihrer Firma wirklich gefördert, wenn wegen Ihres Newsletters ein Systemadministrator notfallmässig einen Mailserver retten muss oder wenn wegen Ihrer Usenet- Postings eine Newsgroup erstickt? Wohl kaum.
Seit etwa zwei Jahren führe ich eine Homepage über Spam. Regelmässig frage ich Spammer, ob sich der Spam denn gelohnt hat. Das Resultat ist eindeutig: Die meisten Firmen spammen kein zweites Mal. Denn es gibt durchaus Empfänger von Spams, die sich dagegen zur Wehr setzen. Eine Welle negativer Reaktionen brachte die meisten Firmen dazu, in Zukunft auf die imageschädigende Werbeform zu verzichten, offensichtlich überwogen die negativen Reaktionen die positiven bei weitem. In Deutschland kann es zudem zu teuren Abmahnungen kommen. Andere Firmen hingegen haben keine Internetadresse, sind nur über Fax erreichbar und bringen so ihre dubiosen Produkte an den Mann oder die Frau. Dies können als "Schnäppchen" deklarierte veraltete Software, überteuerte Nachtsichtgeräte aus russischer Produktion oder sonstige Spielzeuge sein. Diese Firmen legen auf guten Ruf natürlich keinen Wert, wenn schon eine Person auf das Angebot eingeht, sind die Kosten des Spams bereits wieder amortisiert. Ich hoffe nicht, dass sich der Leser oder die Leserin in die letztere Kategorie einordnet.
Auch einzelne Empfänger gehen rechtlich gegen Spammer vor. So sind in Deutschland Abmahnungen wegen Spams denkbar und werden auch praktiziert.
In vielen Ländern werden Gesetze gegen Spam diskutiert, andernorts sind sie schon in Kraft. Stellen Sie sich vor, wie der Mailserver Ihres Providers plötzlich überlastet wird, weil hunderttausende von E-Mails gleichzeitig verschickt werden wollen. Andere Personen, die zur gleichen Zeit ihre Korrespondenz erledigen wollen, müssen einen Serverausfall oder hohe Wartezeiten in Kauf nehmen, weil Sie die ganze Kapazität belegen. Der weltweit durch Spam angerichtete Schaden wird auf jährlich 15 Milliarden Schweizer Franken geschätzt. Beachten Sie dabei, dass Spamming letztendlich nur denjenigen, die professionell spammen und die dafür gemachte Produkte verkaufen etwas bringt, denn Firmen, die durch einen Spammer "Newsletter" versenden, haben danach nur unwesentlich höhere Kundenzahlen dafür massiv mehr Ärger mit Providern und E-Mail-Empfängern.
Schlussendlich ist es auch eine gute Möglichkeit, einen Newsletterdienst anzubieten. Wie bitte!? Bei all den oben beschriebenen Nachteilen? Ja. Wichtig dabei ist, dass Sie das Opt- In Prinzip verfolgen: Nur wer den Newsletter bestellt hat, bekommt ihn auch zugeschickt. Wer ihn nicht mehr will, kann ihn abbestellen. Dabei ist Fairness und Diskretion mit der E-Mailadresse oberstes Gebot. Jeder, der seine E-Mailadresse Ihnen angibt, soll wählen können, ob er danach Newsletter erhält, z.B. indem er eine weitere Checkbox wählen muss. Ebenfalls sollte der Weg, wie man den Newsletter wieder abbestellt, klar und einfach sein. Es versteht sich von selbst, dass Sie nun nicht alle Ihre Adressen in die "To:"- Zeile Ihres Mailprogramms schreiben werden, so dass jeder Empfänger alle Ihre E-Mailadressen kennt, denn solches Verhalten ist nicht gerade das, was man unter "diskret" versteht. Wenn Sie schon kein dafür geschriebenes Programm (relativ einfach zu Programmieren, z.B. mit Perl) schreiben, kopieren Sie wenigstens die Adressen ins Bcc- Feld, so dass die Adressen nicht jedem Empfänger gemailt werden. Natürlich sind die Adressen weder im Klartext auf Ihrem Webserver abrufbar, noch geben Sie sie an andere Firmen weiter. Achten Sie darauf, dass Ihre Mailings nicht länger als ein gewöhnliches E-Mail sind (keine Attachments sondern Links, etc.) und dass in jedem E-Mail der Weg beschrieben ist, wie jemand sich austragen kann.
Bei der praktischen Implementation dieses Prinzips stellen sich zwei Probleme:
Beide Probleme lassen sich mit vernünftigem Aufwand lösen: Wenn jemand sich für eine Mailingliste anmeldet, sollten Sie unbedingt überprüfen, ob die Angaben wirklich korrekt sind. Senden Sie ein Bestätigungsmail an die angegebene Adresse. Im Mail sollten Sie auch noch die IP- Adresse des Eintragenden und die Uhrzeit angeben. Um sicherzustellen, dass niemand anderes eine Bestätigung zurücksenden kann, sollten Sie noch einen zufällig generierten Code mitsenden (z.B. im Subject oder als Link, den der Empfänger anklicken soll (z.B. http://www.meinserver.ch/bestaetigung.pl?CODE) Falls jemand missbräuchlich eine falsche Adresse angegeben hat, kann dieser aufgrund von IP- Adresse und Uhrzeit zurückverfolgt und seinem Provider gemeldet werden. Wenn Sie sicherstellen, dass der zufällig generierte Code eindeutig ist (d.h. dass keine zwei Personen den gleichen Code benutzen können), z.B. durch anhängen der Unix- System- Time an eine Zufallszahl, kann man jeden User aufgrund seines Codes einer Person zuordnen. Wenn Sie nun in jedem Newsletter den Code des jeweiligen Benutzers mitsenden, z.B. im Subject oder als anklickbaren Link, können Sie die Benutzer z.B. gerade auf eine personalisierte Seite lotsen. Wenn sich jemand austragen will, können Sie aufgrund des Codes ebenfalls problemlos die richtige E-Mailadresse finden.
Die hier genannten Verfahren lassen sich ohne grössere Probleme mit einem Programm lösen. Lesen Sie dazu doch den Perl/CGI- Teil von Selfhtml.
| 151 Von: Klaus Fey Datum: Fri Jan 25 12:42:34 2002 Vielen Dank! Sehr nützliche Infomration |
| 160 Von: Ender Kilic Datum: Sun Aug 11 17:20:28 2002 ...superinfos! danke! |
| 164 Von: Jesse Datum: Wed Oct 16 18:44:41 2002 Nützlich und Informativ, Danke. |
| 168 Von: Susanna Kierß Datum: Sun Nov 10 20:51:16 2002 Unsere Firma betreibt schon seit langem verschiedene Newsletter. Probleme gab es noch nie, auch weil wir eine ziemlich drastische Variante gewählt haben: Zum Anmelden schickt man eine eMail an den Verteiler, die man aber per PGP verschlüsseln und signieren muss. Alles andere wird ignoriert. Nach einer Rückfrage steht man dann in der Liste. Dabei werden die Absender/Empfängeradressen und die aus der PGP-Signatur verglichen. Ohnehin kann ja nur der die Bestätigungsmail überhaupt lesen, der den privaten PGP-Schlüssel hat. Der Newsletter selbst wird auch per PGP verschlüsselt und signiert, da jeder Abbonent ohnehin einen anderen bekommt. So kann der Empfänger auch leicht filtern. Das Abbestellen geht ganz einfach: In jedem Newsletter ist ein Link, den der Empfänger bis spätestens einen Tag vor dem nächsten Termin (ist immer am Monatsanfang) angeklickt haben muss, sonst wird er aus der Liste gelöscht. Punkt. Bisher gab es noch nie Beschwerden, und auch nur sehr geringe Fluktuationen bei den Nutzern. Einige haben allerdings auch schon mal vergessen, den nächsten Newsletter zu abbonieren und dann per eMail nachgefragt, ob wir ihn noch nachschicken können. Wenn der Nutzer dann sein persönliches Profil neu ausfüllt, machen wir das natürlich auch (die Daten sind ja nicht mehr da), aber das kommt nur selten vor. Gestört hat dieses, vergleichweise umständliche, Verfahren bisher niemanden. Und auch, wenn es für uns um einiges teurer und komplizierter ist (für jede Ausgabe muss ein neuer Sub-Schlüssel generiert werden usw.), gibt der Erfolg doch auf jeden Fall Recht und die Bestellzahlen sprechen ihr übriges. |
| 172 Von: Sven Datum: Sat Dec 28 13:10:25 2002 Vielen Dank. Einfach klasse. |
| 180 Von: Sandra K. Datum: Wed Jan 29 20:32:39 2003 Ich habe gestern auch mehrere e-mails versendet (leider auch an, von mir unbekannten Personen), wollte aber absolut nichts böses! Mir wurden die Droh-e-mails nur so um die Ohren geworfen. Ich hatte noch nie zuvor etwas von dem Begriff "SPAM" gehört. Ich bin froh, dass man von Euch hir aufgeklärt wird! Ich danke Euch! Ich hoffe mir kann durch die paar e-mails nicht wirklich was ernstes passieren(rechtlich gesehen) |
| 222 Von: Richard Datum: Thu Nov 13 20:56:31 2003 Ich benutze ein Hotmail Postfach für meine E-mails, und finde es ärgerlich andauernd irgendwelche Nachrichten zu erhalten.Andersrum muss ich auch sagen, da ich besitzer einer kommerziellen seite bin, gehe ich nicht so vor und sammle email adressen und verschicke diese dann UNAUFGEFORDERT. Sondern ich bewerbe meine Seite über verschieden Varianten,ähnlich wie eine Anzeige in der Zeitung, denn hier hat der Leser die möglichkeit zu entscheiden Ruft er mich an, oder in dem Fall klickt er meine Seite an oder nicht. Und selbst wenn er die Seite anglickt erhält er nicht Automatisch Informationen zugeschickt. Sonder er muss den Wunsch hierzu einmal für sich äussern - möchte ich weitere Informationen oder nicht - und wenn er sich entschieden hat, dann muss er das auch noch Bestätigen - via Email Natürlich also nicht Unaufgefordert. Sollten Ihm die weiteren Informationen nicht mehr - irgendwann, da ich einen Autoresponder verwende also er automatisch Informatione erhält - zusagen, braucht er nur einmal einen Link am Ende eine jeden Mail anklicken, und dann sind selbst mir die Hände gebunden. Das System lässt nämlich nicht mehr zu, das ich Ihm in dem Falle ja UNAUFGEFORDERT Informationen zu Sende.Sicherlich ist SPAM ein brisantes und heiter Diskutiertes Thema.Und sicherlich Spielen auch Marktanteile etc. eine große Rolle. Aber es ist genauso wie im realen Leben - nicht Internetbasierten Leben - ÜBERALL begegnen wir Werbung, und des öfteren auch UNAUFGEFODERT um es konkreter Zusagen UNBEWUSST und trotzdem Bewusst. |
| 259 Von: ich & du Datum: Wed Jan 26 09:18:06 2005 Eigentlich sehr nützliche informationen v len für den Info-Unterricht! |
| 293 Von: stop spam Datum: Wed Jan 4 22:43:04 2006 spam ist das unwort des Internets. wer spamt schadet sich nur selbst. Deshalb guter Bericht. Eric von www.gegen-hartz.de/ |
| 294 Von: Eric Datum: Wed Jan 4 22:43:36 2006 spam ist das unwort des Internets. wer spamt schadet sich nur selbst. Deshalb guter Bericht. Eric von www.gegen-hartz.de/ |
| 422 Von: Severin Bandak Datum: Wed Mar 1 20:53:51 2006 Hallo, diese Seite ist Super TOLL !!! Da wir mehrere E-Mailadressen haben (Verschiedene HPs) bekommen wir ca. 20 - 100 Mails jeden Tag. Wenn man sich nun die aufgabe mach zurück zu schreiben bekommt man von seinem mailserver " Diese e-mail giebt es nicht zurück " Das ist zum Mäuse Melken !!! Wir haben darum diese Seite auf unserer Hauptseite verlinkt all4you-online.com das ist kein Spam sondern ein aufruf das dies alle Tun sollten und am besten sollte man sich zusammen schliessen und dagegen vorgehen. Mit freundlichem Gruß Severin Bandak |
| 519 Von: Maria Datum: Tue Apr 4 13:48:45 2006 Es gibt wirklich viele Informationen gegen Spams..Doch diese hier finde ich am informativsten.Vielen Dank!! |
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