Datenschutz im Internet

1 Inhalt

2. Wieso Datenschutz?
3. Mögliche Gefahrenquellen
4. Lösungsansätze
5. Konfigurationshilfen

2 Wieso Datenschutz?

Obschon man bei fast allen Diensten, die über das Internet verfügbar sind, nie einen Gegenüber zu Gesicht bekommt, ist man bei weitem nicht anonym, wie viele meinen. Vielmehr eignet sich das Internet gerade dazu, systematisch Daten zu erheben. Die Frage stellt sich nun: Sind die Daten, die so über jemanden zusammengetragen werden können, von so grosser Tragweite, dass sie unbedingt geschützt werden müssen? Geht ein einzelner Datensatz nicht in der Menge unter? Die erste Frage ist nicht leicht zu beantworten. Angenommen ein Spammer findet heraus, dass Sie sich kürzlich in ein Gästebuch auf einer PC- Support- Seite eingetragen haben, was mit einem automatischen Suchprogramm kein Problem sein dürfte. Möglicherweise wird er die Adresse mit anderen Spammern tauschen oder sie verkaufen, mit dem Hinweis, dass sie sich für PCs interessieren. So kann es durchaus passieren, dass Sie wegen eines Gästebucheintrages 50 - 100 Spams pro Jahr zugeschickt erhalten. Dabei muss es nicht sein, dass er sich gerade für Ihren Datensatz interessiert, denn solche Suchprogramme können ohne weiteres vollautomatisch ablaufen.

Weiter können Spammer auch grosse Teile des Internets oder interessante Auskunftsdienste, wie Whois- Datenbanken, Foren, Adressverzeichnisse und ähnliches automatisiert durchsuchen. Die gewonnenen Informationen können Sie in einer Datenbank ablegen. Mit entsprechenden Programmen kann die Datenbank nun ausgewertet werden. Zu jedem einzelnen User kann so ein Profil erstellt werden, welche andern E-Mailadressen er vermutlich kennt, welche Seiten ihn interessieren usw. Solche Informatioen können Spammer in Zukunft benützen, um Spam so zu personalisieren, dass er nicht mehr als solcher erkennbar ist. Entsprechende Programme sind dazu bereits in Entwicklung. Mit einfachen Programmen ist es möglich, jeden einzelnen Spam auf Erfolg zu überprüfen, d.h. ob der Emfpänger ihn liest, ob er reagiert und sogar auch, wie lange er liest und ob er eine beworbene Seite besucht. Unter solchen Gesichtspunkten finde ich es unumgänglich, dass man einige elementare Massnahmen zu seiner eigenen Sicherheit ergreift.

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3 Mögliche Gefahrenquellen

HTML- Mails

Eine grosse und selten genannte Gefahrenquelle sind HTML- E-Mails. Die meisten E-Mail- Clients nehmen solche HTML E-Mails standardmässig an. Darin kann sich Code verbergen, der nach Erhalt des E-Mails mit einem Server irgendwo auf der Welt Kontakt aufnimmt und Daten zurücksendet, die jeden einzelnen Benutzer eindeutig identifizieren können. Mittels JavaScript oder Java ist es sogar möglich, bis auf die Sekunde genau zu bestimmen, wie lange jemand ein Mail geöffnet hält (d.h. wie lange er liest). Durch entsprechenden weiteren Code kann sichergestellt werden, dass jeder, der auf einen Link in seinem Mail klickt, eindeutig identifizierbar ist. Mittels der Cookie- Technologie kann ein User, der einmal auf einen solchen Link geklickt hat, so gebrandmarkt werden, dass er jederzeit wiedererkennbar ist, wenn er auf Server kommt, solange er den gleichen PC benutzt oder seine alten Daten auf einen neuen PC überspielt. Mit einer serverseitigen Datenbankapplikation kann also festgestellt werden, wessen E-Mailadresse gültig ist, wie lange jemand ein E-Mail liest, ob er Links anklickt, wenn er auf dem Server ist, wie lange er welche Seiten anschaut, selbst wenn er erst nach Monaten oder gar Jahren wieder auf die Seite kommt. Wenn Spammer nun solche Daten untereinander vergleichen ist es ohne weiteres möglich, ein sehr genaues Bild über die User zu kommen.

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Cookies

Cookies sind eine leidige Sache. Entwickelt wurden sie von Netscape. Entstanden sind sie aus dem Problem, dass es für Webseiten- Entwickler extrem mühsam ist, Informationen zwischen dem Abruf von zwei Seiten zwischenzuspeichern. Das Problem tritt z.B. dann auf, wenn Sie auf dem Internet einkaufen. Wie soll das Programm zwischenspeichern, was Sie schon eingekauft haben? Natürlich gibt es andere Lösungen als Cookies, diese vereinfachen das oben genannte Problem jedoch radikal. Cookies können mit einer bestimmten Laufzeit versehen werden und werden nachher automatisch ungültig und gelöscht. Für den Online- Einkauf sind Laufzeiten von ca. einer halben Stunde sinnvoll. Problematisch wird es dort, wo die Aussteller der Cookies Laufzeiten von Jahren oder Jahrzehnten definieren. Dies bedeutet faktisch, dass das Cookie solange gespeichert bleibt, wie Ihr PC lebt. Diese Verwendungsweise der Cookies hat nichts mehr mit der Vereinfachung von Online- Shopping (eine durchaus sinnvolle Anwendung von Cookies), sondern nur noch mit gezielter Spionage zu tun.

Zum Thema Cookies hat der Eidg. Datenschutzbeauftragte ein Infoblatt veröffentlicht.

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Webformulare

Eine einfache Möglichkeit für Spammer, an Daten zu kommen, sind Webformulare. Dort können Sie diverse weitere Informationen zu sich eingeben, die es dem Spammer sehr einfach machen, Daten zu erheben. Kein Wunder sind die Nutzungsbedingungen, die unter dem Webformular stehen, oft sehr klein gedruckt. Nicht selten steht dort mehr oder weniger deutlich, dass Informationen an Partner weitergegeben werden können. Weniger juristisch formuliert bedeutet dies, dass sich die Fira durchaus erlauben wird, die Adresse an x-beliebige Personen zu verkaufen.

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Scanning von Newsgroups / Webseiten

Sehr einfach ist das Scannen von Newsgroups: Dort stehen viele Adressen auf wenig Raum. Ebenso einfach gestaltet sich das Scannen von Webseiten oder von Adressverzeichnissen.

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4 Lösungansätze

Leider musste ich feststellen, dass viele Mailprogramme das Ausschalten von HTML- Mails nicht mehr erlauben. Unter Linux geht dies z.B. mit KMail und Pine. Unter Windows, so wurde mir gesagt, soll z.B. Pegasus Mail diese Funktion enthalten.

Zu ihrer eigenen Sicherheit sollten Sie ebenfalls die Anzeige aller aktiven Inhalte in Ihrem Mailprogramm abschalten, da diese allenfalls dazu dienen könnten, eine E-Mailadresse zu verifizieren.

Als weitere Massnahme sollten Sie die Verwendung von Cookies abschalten. Diese können zwar oft hilfreich sein, leider bieten Sie aber auch zuviel Risiken für den einzelnen Nutzer. Gut gestaltete Seiten verlassen sich nicht auf Cookies, da diese dem Benutzer ein grosses Risiko aufbürden. Im äussersten Notfall können Sie die Cookies immer noch beim Besuch einer speziellen Seite kurz ein- und danach wieder ausschalten.

Vor Webformularen können Sie sich ebenfalls gut schützen: Geben Sie die Adresse nur bei seriösen Unternehmen an. Seriöse Unternehmen erkennen Sie daran, dass Sie ihre Benutzungsbestimmungen nicht auf einer separaten Seite in winziger Schrift darstellen müssen. Überlegen Sie sich auch, wozu ein Anbieter die Daten, die Sie ihm angeben, brauchen kann.

Das leidigste Problem ist das Scannen der Newsgroups und Webseiten. Gegen diese Art von Belästigung können Sie sich nur effektiv wehren, indem Sie dort nicht posten und Ihre E-Mailadresse nicht angeben. Dies ist jedoch keine wirkliche Lösung. Eine Möglichkeit ist die Einrichtung eines Gratisaccounts mit gut gesetzten Filtern, so wie in Was tun gegen Spam beschrieben.

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5 Was kann gegen den Missbrauch von Personendaten tun?

Das hängt davon ab, welche Bereiche des Internets Sie gebrauchen:

E-Mail

Eine üble Marotte ist das Versenden von E-Mails an das ganze Adressenverzeichnis. Wie Sie vielleicht auch schon festgestellt haben, werden dabei alle E-Mailadressen an jeden Empfänger versandt. Es ist nicht ausgeschlossen, dass nun ein Empfänger den Inhalt lustig findet und nun seinerseits an alle ihm bekannten E-Mailadressen weiterleitet. Auf diese Weise wandern E-Mailadressen weit herum zu Personen, die Sie nicht im entferntesten kennen. Nicht selten bieten solche Adressen ein gefundenes Fressen für irgendwelche Firmen, die nun Werbung an alle, die im E-Mail stehen senden kann. Dabei liesse sich dieses Problem einfach beheben. Alle brauchbaren Mailclients bieten die Möglichkeit, E-Mailadressen als "Blind Carbon Copies" zu senden, also als blinde Kopien, kurz BCC. Das E-Mailprogramm versendet das E-Mail nun so, dass jeder Empfänger nur noch seine eigene Adresse sieht.
Screenshot von Netscape Mail: Auswahl von BCC
Möglichkeit, einem Empfänger ein Mail als BCC zukommen zu lassen in Netscape Mail.

Angabe fremder Adressen

Schreiben Sie fremde E-Mailadressen nicht grundlos auf Webseiten oder in Newsgroup- Postings. Problematisch sind insbesondere Gästebücher oder Diskussionsforen. Technisch ist es durchaus möglich, dass die Absender z.B. über ein Webinterface erreicht werden können. Wenn Sie Mailinglisten, etc. betreiben: Achten Sie darauf, dass die E-Mailadressen nicht auf einer Seite allesamt aufgelistet sind. Heikel ist es auch immer, wenn Sie Daten Ihrer Besucher einsammeln. Es kann zwar von Vorteil sein, viel über seine Besucher zu wissen. Gleichzeitig ist es aber auch eine Last, die Sie tragen müssen, schliesslich vertrauen Ihnen die Leute, die ihre Daten angeben. Das heisst, dass Sie entsprechend für genügende Sicherheit sorgen müssen. Auf keinen Fall sollten Sie wichtige Daten im Klartext (z.B. CSV- File) über das Web abrufbar machen, auch nicht über einen "geheimen" Link. Geheime Links sind viel leichter auffindbar, als viele glauben: So erscheinen Sie z.B. in Benutzungsstatistiken Ihres Webservers. Wenn Sie von einem geheimen Link auf eine andere Seite ausserhalb Ihres Webservers gehen, senden die meisten Browser die Herkunftsadresse dem nächsten Server. Dies hat zur Folge, dass Ihr geheimer Link in der dortigen Statistik als Herkunftsseite aufgeführt wird. Nun ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis eine grosse Suchmaschine wie Google oder AltaVista diese Statistiken sieht. Spätestens ab dann ist Ihr geheimer Link in den grossen Suchmaschinen problemlos auffindbar. Kundendaten sollten Sie deshalb gar nicht auf einem Webserver, oberhalb des Wurzelverzeichnisses des Webservers oder zumindest passwortgeschützt lagern. Wenn Sie trotzdem einmal in einer HTML- Datei E-Mailadressen angeben müssen, so können Sie überall, wo ein @ steht, diesen Code durch @ ersetzen, der ein Äquivalent für @ ist.

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Kommentare

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147

Von: Stefan Datum: Mon Dec 3 10:58:35 2001

Leider funktioniert @ nicht. Ich habe das Programm "Websnake" ausprobiert, und er fand selbst verschlüsselte Mails...

148

Von: Stefan Datum: Mon Dec 3 11:01:06 2001

Dieses Programm interpretiert &.#.6.4.; gleich als "@"...

149

Zum ersten: Es gibt sicher Programme, die den Trick mit dem &#64 erkennen, einige tun das nicht. Gegen die hilft's. Es liegt übrigens nicht am Programm, das @ nicht erkennt. Dein Webbrowser interpretiert dies als @, was normal ist.

205

Von: Dani Datum: Sun Jun 8 14:34:05 2003

Seit ein paar Monaten bin folgendes Script am testen. Bis jetzt habe ich noch kein Spam auf die Testemail bekommen: Email mit Javascript zerstückeln Mailto und @ als Unicode var name = "ihrname"; var domain = "ihredomain.ch"; document.write(''); document.write(name + '@' + domain + '');

214

Von: opera benutzer Datum: Tue Aug 12 14:09:33 2003

das leidige cookie thema wird mit dem browser von opera elegant gelöst. wenn man die option "cookie automatisch löschen" werden die cookies automatisch nach beenden von opera gelöscht.

280

Von: becks 17 Datum: Thu Sep 22 10:19:22 2005

ihr geht mir alle aufn sack

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Letzte Änderung: 27.Oct.2002
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